Atlantis Magazin
Advertisement
Freitag, 18. Oktober 2019

Home arrow Artikel früherer Hefte arrow Titelthema arrow Ägypten arrow Die Subex-Story
HomeKontaktImpressumHaftungsausschluss
     

Aktuelles Magazin

atl_titel_2019.jpg

Benutzer Login






Passwort vergessen?

Advertisement

Die Subex-Story PDF Drucken E-Mail

Onewayticket nach Hurghada

Von Heinz Käsinger

altsubex11 Während in den 1980er Jahren auf dem Hurghada gegenüber liegenden Sinai schon so etwas wie ein geordneter Tauchbetrieb existierte, gab es an der ägyptischen Rotmeerküste lange Zeit nichts Vergleichbares – obwohl sich die Riffe hier ebenfalls nicht verstecken mussten. Doch dann kamen die Schweizer...

Am 1. November 2008 wird SUBEX in Dahab ein neues Tauchcenter eröffnen – nach Hurghada, Sharm el Sheikh und El Quseir das vierte am Roten Meer. Doch bis hierhin war es ein langer Weg: Die deutschsprachigen Tauchbasen in Hurghada konnte man bis in die Mitte der 1980er Jahre an zwei Fingern abzählen: Es gab Rudi Kneipp und es gab die Hydrotec-Basis von Karl-Heinz Bühner, der es dem Vernehmen nach jedoch nicht so gut gehen sollte. Nach dem mysteriösen Tod Bühners (Tauchunfall vor Ras Mohammed) war Hydrotec außerdem führungslos geworden. So kam es, dass Investoren Basis und Schiff von Hydrotec dem schweizerischen Unternehmen SUBEX anboten. Doch die Inhaber Walti Guggenbühl und René Galster schüttelten vorerst die Köpfe. Hydrotecs (und der Investoren, die sonst ihr Geld verloren hätten) Rettung war eine Teambesprechung bei SUBEX, in der Guggenbühl und Galster erzählten, eine Basis im ägyptischen Hurghada stünde zur Übernahme, ob man sich das nicht wenigstens mal ansehen sollte. In dieser Situation streckte Johann Vifian den Finger, ein damals bei SUBEX angestellter Tauchlehrer, der sommers auf Elba, winters auf Fihalohi Tauchgäste betreute. Er, der bald darauf gleichberechtigter Partner von Guggenbühl und Galster wurde, wolle sich gerne mal darum kümmern. altsubex4Am 6. September 1985 flogen er und seine Ehefrau Verena, genannt Vreni,  mit einem Oneway-Ticket zusammen nach Ägypten. „Wie gut“, sagt Vifian heute, „denn wenn wir ein Rückflugticket in der Tasche gehabt hätten, wir hätten wahrscheinlich den nächsten Flieger nach Hause genommen.“ So aber waren sie gezwungen, sich mit Hydrotec bzw. deren Resten auseinander zu setzen. Er traf Bühners früheren Anwalt und ägyptischen Geschäftspartner, der Papierkram wird mühselig geklärt. Dann reisten die Vifians zurück nach Europa und kauften Material ein. Denn Ausrüstung und Schiff müssen dem hohen SUBEX Standard genügen. Nach mehreren Wochen harter Arbeit beginnt am 26. Dezember 1985 der Tauchbetrieb von SUBEX in Hurghada – mit drei zahlenden Gästen. Zu jener Zeit reist man noch nicht so leicht ans Rote Meer wie heute. Johann Vifian: „Bis etwa 1990 kamen fast ausschließlich Stammgäste der SUBEX nach Ägypten. Erst nachdem Tauchen in Europa zum Trendsport wurde, kamen auch viele neue Taucher.“ Ab 1989 geht es Schlag auf Schlag. Ein neues Gästehaus (Clubhaus) wird gebaut und zwei neue Schiffe angeschafft. Bisher konnte man 18 Taucher betreuen, jetzt sind es 30. Die Aufbauarbeit beginnt erste Früchte zu tragen. 1997 übergibt Johann die Basenleitung von Hurghada an seine Vreni. subex1 300dpiAllerdings: Zum Jahresende 2008, nach elf Jahren Tätigkeit also, wird sie die Leitung an Michaela und Christoph Schlüter abgeben. Michi und Chris arbeiten seit mehreren Jahren bei SUBEX in Sharm El Sheikh. Vreni wird sie aber auch nach der Einarbeitungsphase unterstützen und den SUBEX-Gästen als Tauchlehrerin und Guide zur Verfügung stehen. Sie selber sagt: „Das Tauchen mit unseren Kunden hat mir immer Spaß gemacht und wird mir  auch weiterhin Spaß machen.“ Auf Vermittlung eines Gastes lernt Vifian 1989 Anton Good kennen, damals Vizepräsident der schweizerischen Hotelkette Mövenpick. Man vereinbart, dass in einem geplanten Hotelneubau nördlich von El Quseir Subex die Tauchbasis betreiben soll. Das war 1990 und der geplante Neubau sollte nicht vor Mitte der 1990er Jahre fertig werden. Doch schon 1991 machten Hals über Kopf SUBEX und Mövenpick gemeinsame Sache: Das neue Hotel in Sharm el Sheikh wurde eröffnet und SUBEX steuerte die Tauchbasis mit 60 Plätzen bei. Heute sind es 90. 1994 dann die Eröffnung des Mövenpick El Quseir, hier sind es 120 Taucher, die betreut werden können. Der Tauchbetrieb wurde von Anbeginn so geführt, dass der ökologische Zustand der Bucht erhalten bleibt. Vifian: „Nach zehn Jahren wollten wir es wissen. Wir haben von einer unabhängigen Institution die Bucht dort untersuchen lassen. Die haben festgestellt, dass die Korallenriffe so intakt sind wie in einer Bucht, die nicht betaucht wird. Wir betrachten es deshalb als unsere Pflicht, so einen Zustand  mit dafür geeigneten Massnahmen weiterhin aufrecht zu erhalten.“ Überhaupt hat sich Johann immer für den Umweltschutz eingesetzt. Das begann mit der vagen Idee, die Riffe mit Bojen auszustatten, an denen die Schiffe festmachen konnten und gipfelte in der Gründung der HEPCA, einer äußerst rührigen Riffschutzorganisation. Anfangs wurde Johann Vifian noch belächelt, doch schon wenige Monate später gab es die ersten 100 Festmachbojen. Heute sind es mehr als 1200 in Ägypten. Auch im neuesten SUBEX Ableger Dahab wird es Platz für maximal 70 Taucher geben. Hier geht man mit der gleichzeitigen Schaffung einer Biostation auch im Umweltschutz neue Wege: Namhafte Biologen wie Dr. Robert Hofrichter oder Christian Alter (Verantwortlicher für Reefcheck) werden Seminare geben, die Basis wird außerdem eine Niederlassung der HEPCA beherbergen. Und auf erfahrene Taucher wartet ein besonderes Schmankerl. Wer einen bestimmten Ausbildungs- und Erfahrungsgrad hat, wird auch ohne entsprechenden Kurs mit auf Tieftauchexkursionen jenseits der 40-Meter-Grenze genommen. Mit Trimix im offenen System. Man sieht, dass den Urgesteinen von der SUBEX, auch nach fast 30 Jahren am Roten Meer, die Ideen noch nicht ausgegangen sind.
 
< zurück   weiter >
Advertisement
Advertisement
Advertisement
 
 
 
Advertisement

Advertisement

© 2019 Atlantis Magazin