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Dienstag, 27. Juni 2017

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Tauchen mit ATLANTIS, dem Tauchmagazin mit Pfiff
ATLANTIS Magazin für Divestyle ist anspruchsvoller Lesestoff für Taucher, die über den Maskenrand hinausblicken. Neben packenden Reportagen, fundierten Medizin-, Biologie-, Technikberichten finden Sie in ATLANTIS auch Kultur, Unterhaltung und vieles mehr. Das Tauchmagazin können Sie bei uns unter der Rubrik Service/Heftbestellung oder über den 4DVerlag bestellen.
 
Eine Sammlung der Titelbilder ab 2009 finden Sie hier
 
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ATLANTIS ePaper aktuell
 
Willkommen auf Kuba! Tag 1
empfang-1Liebe ATLANTIS-Freunde, in den kommenden Tagen könnt Ihr an dieser Stelle wieder meine Reise verfolgen. Diesmal bin ich in Sachen Tauchen und Kultur auf Kuba unterwegs. Gestern war der Anreisetag und wir wurden von einer original kubanischen Son-Gruppe im Hotel empfangen und zur Begrüßung gab es einen leckeren Ananassaft, stilecht in der ausgehöhlten Fruchtschale serviert. Freue mich schon auf die Tauchgänge, die ich ab übermorgen unternehmen werde. Morgen geht es erst einmal auf die Ferienmesse, die hier in jedem Jahr stattfindet. Die nächsten Tage findet Ihr hier klicken
 
Biologisches aus Süß- und Salzwasser

Katastrophengebiet Mittelmeer: Die Forschungsstelle Fisch der EU schlägt Alarm. Die Fauna des Mittelmeers ist durch den Klimawandel, die Meeresverschmutzung und vor allem Überfischung bedroht. Während der vergangenen 50 Jahre sind 34 Prozent der Fische und 41 Prozent der Meeressäuger verschwunden. 93 Prozent aller Bestände sind überfischt. Dabei gilt das Mittelmeer als besonders artenreich. Mehr als 10000 verschiedene Arten haben dort ihr Zuhause.

Katastrophengebiet Australien: Ein mächtiger Sturm mit einhergehendem Meereshochwasser in der Gegend von Sydney hat auch mindestens zwei Haien kräftig zugesetzt. Ein Bullenhai wurde von den Wassermassen in einen Flusslauf gedrückt, landete dort im Schlamm und verendete kläglich. Fußgänger fanden das leblose Tier am Tag nach dem Sturm an Land. Mehr Glück hatte ein junger Seidenhai. Das knapp ein Meter lange Tier wurde ebenfalls an Land gespült, landete dort aber in einem Swimmingpool. Zuerst fiel es niemandem auf, dass ausgerechnet ein Hai im Pool kreist und zahlreiche Schwimmer stiegen ins Wasser. Später wurde der Fisch entdeckt, eingefangen und im Meer wieder ausgesetzt.

Säbelzahnschleimfische im Dienst der Wissenschaft: Meiacanthus-Schleimfische haben eine wirksame Waffe, um Fressfeinde außer Gefecht zu setzen. Mit ihrem unangenehmen, säbelzahnartigen Gebiss setzen sie sich zur Wehr und injizieren dem Angreifer ein heroinartiges Gift. Die Giftdrüsen sind, ähnlich wie bei Schlangen, hinter den sichelartigen Fangzähnen platziert. Das enthaltene Peptid lässt beim Angreifer die Muskulatur erschlaffen, senkt den Blutdruck und führt zu einer Unempfindlichkeit gegen Schmerzen. Die vorübergehende Lähmung des Angreifers nutzen die nur fünf Zentimeter langen Schleimfische dann zur Flucht. Die Pharmaindustrie ist mittlerweile auf den kleinen Schleimfisch aufmerksam geworden. Eine Studie zeigte, dass das opiumartige Peptid sich hervorragend dazu eignen könnte, eine völlig neue Art von Schmerzmitteln herzustellen. Das Fischlein lebt im Pazifik und dort bevorzugt an Australiens Großem Barriereriff.

Höhlenfische in Mitteleuropa: Es ist eine kleine biologische Sensation, was Höhlentaucher kürzlich im Versickerungsbereich der Donau gefunden haben – eine besondere Art von Schmerle. Der Fisch ist damit der einzige Höhlenfisch, der in Zentraleuropa jemals gefunden wurde. Bislang sind Höhlenfische nur in Höhlen des Balkan aufgetaucht. Die Schmerle weist alle Merkmale eines Bewohners der Finsternis auf: Kleinste Augen, große Nasenlöcher und empfindliche Barteln im Gesicht. Das ist normal. Der Sehsinn ist in völliger Dunkelheit unwichtig, umso wichtiger sind Geruchs- und Tastsinn, um Nahrung zu finden. In der betreffenden Höhle haben die Taucher rund 150 Exemplare der speziellen Schmerle gezählt. Da dieser Bestand nicht dazu ausreichen würde, eine Spezies über Jahrtausende am Leben zu halten, vermuten die Forscher, dass es unterhalb des Höhlensystems einen großen, ja riesigen, Süßwassersee geben muss, der weiteren Exemplaren Heimat bietet. Damit erhält die Theorie des bekannten Höhlentauchers Jochen Hasenmayer neue Nahrung, der vehement vertritt, dass sich unter der Schwäbischen Alb, dem Bodensee und dem schweizerischen Alpenvorland ein gigantischer Warmwassersee erstreckt. Da ein solcher See sämtliche Energieprobleme Europas lösen würde, bestreiten Experten der Energieversorger, der Erdöl- und Gasindustrie sowie Politiker die Theorie Hasenmayers heftig. Zurück zum Fisch. Dieser wird mittlerweile im Konstanzer Aquarium gehalten und erforscht.

Sächsische Karpfen sind die wertvollsten: Ein Leistungsvergleich verschiedener Zuchtstämme des beliebten Speisefisches Karpfen hat nun ans Licht gebracht, dass die Fische, die aus einem der 200 sächsischen Zuchtbetriebe kommen, besonders reich an Omega-3-Fettsäuren sind, festes Fleisch haben und besonders schmackhaft sind. Untersucht wurden Karpfenstämme aus Sachsen, Bayern, Polen und Tschechien, wobei die Sachsen am besten abgeschnitten hatten. Nach Bayern ist Sachsen in Deutschland der zweitwichtigste Karpfenlieferant. Die Studie lief über insgesamt drei Jahre. Text Heinz Käsinger

 
Hysterie um Haie vor Mallorca

blauhai(Bild: Marc Conlin / Wikipedia)

Blauhaie gehören, wie alle Haie, zur Überordnung der Knorpelfische. Obwohl der schlanke, torpedoähnliche blaue Räuber ständig durch die Weltmeere kreuzt, wird er der Ordnung der Grundhaie zugerechnet. Familie: Requiemhai. Taucher treffen den Blauhai relativ selten, da er meist jenseits der für sie erreichbaren Tiefen unterwegs ist. Das erklärt das für Haie relativ große Auge. 

Vor wenigen Tagen kam es an drei Stränden der Küste Mallorcas zu Haisichtungen. Die erste Sichtung gab es am Samstag den 24. Juni 2017, um die Mittagszeit, am Strand von Illetes. Die zweite Begegnung von Badegästen und Hai gab es dann am Sonntag den 25. Juni 2017, etwa morgens um 9.00 Uhr, in der benachbarten Cala Major. Und am Nachmittag desselben Tages tauchte der Hai dann vor Can Pastilla auf. Alle drei Örtlichkeiten liegen im Südwesten Mallorcas. Fest steht auch, dass es sich jedes Mal um einen Blauhai handelte, der gesichtet worden war. Ob es sich allerdings auch jedes Mal um denselben Hai handelte, ist fraglich. Augenzeugen berichteten nämlich, dass es sich einmal um ein kleineres (um die 1,5 Meter Körperlänge) und einmal um ein größeres Tier (2,50 Meter Länge) gedreht haben soll.

Sicher ist auch, dass der/die Fisch/e während seines/ihres ersten Auftauchens am Strand, eine veritable Panik ausgelöst hatte/n. Beim zweiten Mal wurde der Hai frühzeitig entdeckt und die Badegäste von der Strandaufsicht dazu aufgefordert, rasch das Wasser zu verlassen – was auch geschah. Angesichts der Häufung der Fälle sah sich die spanische Küstenwache später genötigt, auf die Suche nach dem Fisch zu gehen. Schließlich wurde er aufgestöbert und in Anwesenheit vieler Gaffer getötet. Die Behörde rechtfertigte das damit, dass das Tier durch einen im Mund steckenden Angelhaken so schwer verletzt gewesen sei, dass es „erlöst“ werden musste.

Ob die Tötung des Tieres unbedingt notwendig gewesen war, können wir von dieser Stelle aus nicht beurteilen und wollen es deshalb auch nicht kommentieren. Tatsache ist, dass es sich bei Blauhaien um Hochseehaie handelt, die zusammen mit anderen Hochseehaien (darunter Tigerhai, Weißspitzen Hochseehai und Weißer Hai) auch das Mittelmeer bevölkern. Und den Badegästen unter Umständen auch gefährlich werden können. Für die ATLANTIS-Belegschaft unverständlich ist allerdings die Hysterie, für die das Auftauchen der Haie gesorgt hat. Mehrere mallorcinische Zeitungen berichteten, zahlreiche News-Plattformen im Internet widmeten sich den großen Räubern. Und ganz vorne weg marschierte einmal mehr die deutsche „Bild“ mit einem reißerischen Aufmacher der Montagsausgabe. Zur Ehrenrettung des Springerblattes sei aber auch erwähnt, dass die Berichterstattung im Internet äußerst sachlich und informativ gehalten wurde. Heinz Käsinger

 
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