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Klimaforschung an Korallen

korallenklimaKorallenstöcke, hier ein Block im "Japanese Garden", Aqaba, Jordanien, speichern wie Eis oder Sedimente das Klimagedächtnis der Erde (Foto: Käsinger)

Erforschte die Wissenschaft bis heute den Klimaanstieg an Bohrkernen aus Eis, Sediment und dem Holz uralter Baumstämme, so sind neuerdings auch Korallenstöcke in den Fokus der Klimaexperten geraten. Auch in den Kalksubstraten der sessilen Tierchen ist unsere klimatische Vergangenheit gespeichert. Die Forscher stießen dabei auf eine erstaunliche Erkenntnis: Nicht, wie bislang angenommen, erst ab etwa 1955 stiegen die Temperaturen. Seit der Industriellen Revolution (von etwa dem Jahr 1830 ab) haben Korallenstöcke steigende Temperaturen gespeichert. Diese Ergebnisse veröffentlichte ein internationales Forscherteam um Nerilie Abraham von der Universität Canberra, Australien. Die Studie ist im Wissenschaftsblatt „Nature“ veröffentlicht worden.

Sie stellt fest, dass es einen sehr geringen Temperaturanstieg schon seit 1830 zu verzeichnen gibt, der zunächst nur die Nordhalbkugel betraf. Erst rund 50 Jahre später kann man diesen Anstieg auch für die Südhalbkugel feststellen. Die Forscher haben dafür zwei schlüssige Gründe bereit: Zum einen begann die Industrielle Revolution auf der Nordhalbkugel. In Europa und Nordamerika entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten großen Fabriken und vor allem hier wurde zuerst intensive Landwirtschaft betrieben. Zum anderen führen alle großen Meeresströmungen von Süd nach Nord und die Speicherkraft des Wassers trägt die warmen Temperaturen mit sich. Folgerichtig hat die Arktis schon vor fast 200 Jahren erste Auswirkungen der Klimaerhöhung abbekommen und ebenso die tropischen Korallenriffe, die von geringfügig erwärmten Strömungen des südlichen Eismeeres getroffen wurden. Diese kleinsten Temperaturanstiege kann man heute dank hoch präziser Messgeräte und hoch komplexer Rechenmodelle feststellen, noch vor wenigen Jahren war man dazu nicht in der Lage.

Die Untersuchungen an Korallen haben, im Gegensatz zu anderen Medien, weitreichende Vorteile. Korallen werden sehr alt. Bis zu 400 Jahre lang wachsen sie kontinuierlich – und das sehr schnell. Pro Jahr kommen ein bis zwei Zentimeter dazu. Dadurch kann man die Untersuchungen in sehr feiner Auflösung durchführen. Durch die Klimaforschung an Korallen sind vor allem auch zwei Tatsachen klarer geworden: Klimaerhöhungen fanden zwar schon sehr früh statt, zunächst jedoch ohne Auswirkungen. Jene sind tatsächlich erst seit Mitte der 1950er Jahre zu spüren, Stichwort dazu ist der Treibhauseffekt. Zusätzlich wurde auch festgestellt: Einige Weltgegenden werden die Auswirkungen des Klimawandels sehr viel früher und mit sehr viel höherer Wucht treffen, als man bisher angenommen hat. Ganz neu allerdings sind die Ergebnisse dieser Studien nicht. Schon seit vielen Jahren vertreten kritische Wissenschaftler die Theorie, dass es Klimaveränderungen gegeben habe, seit der Mensch vor rund 8000 Jahren sesshaft wurde und anfing, Landwirtschaft zu betreiben. H.K.

 
Das Farbenspiel des Tintenfisches

Wenn es im Wald, im Riff oder in der Luft auf die Paarungszeit zugeht, dann drehen die Machos erst mal hohl. „Der Champ bin ich!“, röhrt der Platzhirsch und geht ungestüm auf den Nebenbuhler los. Der Paradiesvogel plustert sich auf und zeigt sein prächtigstes Federgewand. Und der Pavian in der Savanne bleckt seine beeindruckenden Reißzähne.

Auch der Sepiamann markiert seinen Anspruch auf den Harem. In der Paarungszeit schillert sein Körper schöner wie ein Regenbogen. Und das ist nicht nur schön sondern auch schlau. Denn durch dieses Verhalten sendet er Signale an seinen Gegner: „Sieh her, so stark bin ich“ oder „ich kenne keine Gnade“, bedeuten verschiedene Farbkombinationen und andere Zeichen (Anstarrrituale, Gesten, Wedeln mit dem Mantel). Bevor der risikoreiche Zweikampf überhaupt stattfindet, kann der Rivale entscheiden, ob er das Risiko des Duells überhaupt eingehen will – oder nicht lieber doch kneift.

„Solche Rituale kennen wir normalerweise eben nur von Wirbeltieren, im Meer sind sie sehr selten“, weiß Dr. Robert Kroll von der Universität Vancouver. Und: „Das Verhalten dokumentiert die Intelligenz von Tintenfischen. Denn jeder nicht geführte Zweikampf trägt zum Fortbestand der Art und zur genetischen Vielfalt bei.“ Denn: „Der Nebenbuhler findet sicher auch kampflos eine andere.“ H.K.

 


 
Das größte Meeresschutzgebiet der Welt

hawaiiIm Meeresschutzgebiet vor Hawaii leben mehr als 7000 verschiedene Arten, viele davon sind endemisch. Unser Bild zeigt eine Seenadel, eine enge Verwandte des Seepferdchens  (Foto: Käsinger)

Es ist klar: Amerika muss immer das Größte von etwas haben. Das Auto mit dem größten Benzindurst, das höchste einstürzbare Hochhaus, die explosivste Atombombe. Im Falle des Meeresschutzgebietes Papahanaumokuakea Marine National Monument (seltsam, dass das Korrekturprogramm dieses Wort nicht kennt) aber ist das ausnahmsweise einmal positiv, denn auf 1,5 Millionen Quadratkilometern geschütztem Küsten- und Meeresraum leben vor Hawaii mehr als 7000 verschiedene Arten. Vom submarinen Lebewesen über Landbewohner bis hin zu seltenen Meeresvögeln. Etwa ein Drittel davon kommen endemisch vor, sind also ausschließlich hier zu finden.

George W. Bush hat mit rund 375000 Quadratkilometern vor zehn Jahren den Grundstein zum Marine Park gelegt, Barrak Obama hat das Gebiet jetzt vervierfacht. Toll. Denn er musste dazu ausdrücklich seine Exekutivrechte beanspruchen, weil die hawaiianische Inselregierung sowie große Teile der Demokratischen und der Republikanischen Partei dagegen waren. Schade, dass der Friedennobelpreisträger dieses Recht nicht auch in anderen Entscheidungen wahrgenommen hat. H.K.

 
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