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Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Ägypten
Forschungsprojekt: Die Delfinflüsterer PDF Drucken E-Mail
Von Heinz Krimmer
 
delfine_140hkrimmer_1Im Roten Meer ist seit 2009 ein auf mehrere Jahre angelegtes Forschungsprojekt im Gange. Fachbereichsübergreifend studiert eine Gruppe von Wissenschaftlern das soziale Verhalten einer Delfinherde. Wissenschaftliche Leiterin ist Angela Ziltener von der Universität Zürich, technisch betreut wird das Projekt von Michael Stadermann und seiner Tauchbasis SWDF.
 
Da sind sie!“ Michael Stadermann und Sandra Caramelle strahlen und legen das Fernglas beiseite. „Macht euch fertig, wir gehen ins Wasser.“ Auf dem kleinen Forschungs- und Tauchboot „Dolphin Dancer“ wird es jetzt hektisch. Alle wollen schnell in das türkisfarbene Wasser der Lagune von Fanous eintauchen und die Delfine in ihrer natürlichen Umgebung erleben. Mit dabei ist auch Ulf Marquardt. Er dreht über das Forschungprojekt einen Fim für Arte.

Kaum unter Wasser tauchen wir aus der Lagune ins Freiwasser hinaus und positionieren uns zwischen zwei Korallentürmen in zwölf Metern Tiefe. Hier warten wir, denn die Delfine zu suchen wäre sinnlos. Längst haben sie uns mit ihrer Echoortung ent­deckt und wenn sie den Kontakt wollen, werden sie kommen. Forschungen haben ergeben, dass der Große Tümmler (Tursiops aduncus) bis auf eine Entfernung von 110 Metern mit Hilfe seiner Echoortung kleine Lebewesen erkennen kann. Werden Ultraschallwellen ausgesendet, können die Delfine in uns hineinsehen, unseren Herzschlag und unsere Organe wahrnehmen und uns selbst in Tauchausrüstung als Individuen identifizieren. Plötzlich erscheint ein ein-zelner Delfin und schwimmt direkt auf Michael Stadermann zu. Beide begrüßen sich wie alte Kumpels. Der Delfin nickt mit dem Kopf und quieckt vergnügt. Es ist Ferdinand, den Michael Stadermann 2001 zufällig beim Tauchen getroffen hatte. Damals überlebte der Große Tümmler nur knapp einen Haiangriff und litt an seiner verletzten Rückenflosse. Mensch und Tier freundeten sich an und über Ferdinand wurde das Vertrauen der ganzen Delfingruppe gewonnen. Ohne diese Begegnung würde es das heutige Forschungprojekt nicht geben. Schließlich verschwindet Ferdinand und kehrt zwei Minuten später mit seiner Gruppe zurück. Wir zählen 22 Tiere, darunter vier Junge im Säuglingsalter. Die Delfine umrunden uns neugierig, um schließlich Michael Stadermann und Angela Ziltener in ihre Gruppe auf zu nehmen und mit ihnen im Blau zu verschwinden. Wir versuchen ebenfalls zu folgen, doch weder besitzen wir die Kondition noch beherrschen wir den schnellen Schwimmstil der beiden. Und so hängen wir nach wenigen Metern im Wasser und fordern von unserem Regulator mehr Luft als er herzugeben bereit ist. Definforschung ist nicht nur eine wissenschaftliche sondern auch eine körperliche Herausfor­derung.

delfine3_sandra_caramelleAls wir schon längst auf dem Boot die Sonne genießen, tauchen die beiden endlich auf. Sie haben nicht nur Film- und Fotomaterial mitgebracht, sondern auch Geschichten. Wie sich Delfingruppen bekämpfen, wie sie mit Korallen spielen, Schildkröten ärgern. Besonders spanned: ihr Sexleben. Bis zu fünfzig Mal täglich treiben sie es zum reinen Vergnügen ohne Tabus und Moral. Männchen vergnügen sich mit Männchen und auch Gruppensex ist keine Ausnahme.

Eine weitere Überraschung: Zur Gruppe gehörte ein vermutlich unbekanntes Tier. Angela Ziltener hatte den Neuen für die anzufertigende Setkarte ausgiebig fotografiert. Besonders wichtig die Rückenflosse. Sie ist mit unserem Fingerabdruck vergleichbar: Einmalig und unverwechselbar. Auf dem Rückweg trafen wir auf eine weitere Delfingruppe, eingekreist von fünf Booten. Eines fuhr ohne Rücksicht mitten in die Tümmler hinein und warf eine Gruppe von Schnorchlern ab, die johlte und pfiff. Versuchten die Delfine zu fliehen wurden sie von den Booten sofort verfolgt. Diese Art von Dolphinwatching ist Stress für die Tiere und schier unerträglich für Biologen. Aber es zeigt auch die große Bedeutung der Arbeit der Gruppe. Auf Grund Ihrer Daten über das Ruheverhalten der Delfine sollen Schutzzonen eingerichtet werden, in die keine Boote und Menschen eindringen und stören dürfen. Wenn das gelingt, wird es wohl auch in Zukunft Delfine in Hurghada geben.

Langzeit-Forschungsprojekt

Das Dolphin Watch – Natural Underwater Science (DWNUS) Forschungsprojekt wurde 2009 durch die Initative der Biologin Angela Ziltener von der Universität Zürich und dem SWDF-Tauchbasisleiter Michael Stadermann (www.swdf.de) gegründet. Der delfinerfahrene Taucher und Unterwasserfilmer ist der technische Leiter, Angela Ziltener übernimmt die wissenschaftliche Leitung des Projektes. Vor Ort wird DWNUS durch motivierte freiwillige Mitarbeiter der SWDF und seit November 2011 durch die Delfinforscherin Sina Kreicker von der Universität Zürich, unterstützt. Zum Team gehören inzwischen auch Wissenschaftler aus Luxemburg, Deutschland und der Schweiz, die unterschiedliche Forschungsbereiche abdecken.

Ein informativer Film über das Projekt ist auf Youtube zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=zcjJ8EYzyLo

Ulf Marquardt drehte 2012 über das Forschungprojekt einen Fim für Arte. Leider stand zum Drucktermin der Sendetermin noch nicht fest. Man kann sich aber auf der Webseite von Ulf Marquardt informieren, www.ulf-marquardt.de

Das Forschungprojekt ist weltweit einzigartig. Noch nie war es möglich, Delfine in ihrer natürlichen Umgebung so umfassend und über einen langen Zeitraum zu beobachten. Durch das über viele Jahre enstandene Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Delfin ist es gelungen, einmalige Verhaltensweisen zu dokumentieren, die noch nie zuvor gesehen wurden.

Neben der Forschungsarbeit ist ein großes Ziel die Einrichtung und Überwachung von Schutzzonen auf Grund der wissenschaftlich erhobenen Daten über das Verhalten der Großen Tümmler und das lokalisieren ihrer Ruhezonen.

Des weiteren das erstellen und verbreiten von Richtlinien für Delfinbegegnungen (Code of Conduct). DWNUS arbeitet eng mit der Umweltschutzorganisation HEPCA zusammen. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie ein weltweit einmaliges Forschungsprojekt, sowie den Schutz der Delfine in der Region Hurhgada und El Gouna.

Sie wollen das Delfinprojekt in Ägypten finanziell unterstützen?Helfen Sie! Im Rahmen unserer jährlichen Aktion „Taucher mit Herz“können Sie spenden oder auf der „boot 2013 in Düsseldorf an unserer Verlosung (Halle 3 Stand D 70) teilnehmen.

Spendenkonto Deutschland:Inhaber: Michael Stadermann, Konto: 54 006 10 901, BLZ: 450 600 09, Märkische Bank EG

Spendenkonto Schweiz:Dolphin Watch Alliance, Raiffeisenbank Gossau-Niederwil,

CH-9201 Gossau SG, SWIFT Code RAIFCH22C71, IBAN CH05 8127 1000 0550 2106 6

Stichwort für beide Konten: Delfinprojekt

 
Johann Vifian und die HEPCA PDF Drucken E-Mail
Vom Sudananker zum Halas-System
 
johannvifianDer stetig steigende Tauchtourismus in Ägypten verursachte zunehmende Schäden an den Riffen durch die Bootsanker. Da hatte Johann Vifian die Idee von Moorings. Vifian erkannte schon in den späten 1980er Jahren, dass es so nicht weiter gehen konnte. Die damals gebräuchlichen Sudananker, einfache, stabile Eisenrohre, beschädigten die Riffe schwer. Die vier damals in Hurghada ansässigen deutschsprachigen Basen (außer der Subex waren dies noch Rudi Kneip, James & Mac und Monika Wiget) kamen also überein, die wichtigsten Tauchstellen mit Ankertauen zu versehen, die mittels roten Kanistern an der Oberfläche gehalten wurden. Indes, die armen ägyptischen Fischer konnten diese Kanister gut gebrauchen... hepca-boje-skizzeSo reifte, zunächst unter Mithilfe der deutschen Entwicklungshilfe (namentlich vertreten durch den Mitarbeiter Stefan Krell), der Plan, die wichtigsten Tauchstellen mit professionellen Mooringsystemen zu versehen, vorgesehen war das Halas-System, eine Art riesiger Dübel, der ins Riff gebohrt wird. Johann Vifian schwebte die Idee eines Vereins vor, der natürlich von der ägyptischen Regierung anerkannt sein musste. 1992 konnten von 30 Tauchbasen zwölf überzeugt werden, Moorings zu schaffen. Und unter tatkräftiger Mithilfe von zwei angesehenen Ägyptern entstand so das, was wir Taucher heute unter dem Namen HEPCA (Hurghada Environmental Protection & Conservation Association) kennen. Mit viel persönlichem und finanziellem Aufwand setzten die Gründerväter und -mütter um Johann Vifian zunächst 100 Bojen, später kamen weitere 100 dazu, von einer amerikanischen Organisation finanziert. Heute hat die HEPCA weit über 1000 Bojen zwischen dem Sinai und der sudanesischen Grenze gesetzt. Johann ist, wie von Anfang an, noch immer Vizevorsitzender des Vereins. Und zweifellos wären die Riffe ohne sein Engagement heute in einem schlechten Zustand.
 
Meeresbiologie PDF Drucken E-Mail

In El Quseir fing alles an

Von Heinz Käsinger

klunzinger Wer den Beginn der biologischen Forschungen im Meer an Hans Hass festmacht, liegt rund ein Jahrhundert zu spät. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts erforschte der Schwabe Carl Benjamin Klunzinger die Korallenriffe des Roten Meeres. 

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Die Subex-Story PDF Drucken E-Mail

Onewayticket nach Hurghada

Von Heinz Käsinger

altsubex11 Während in den 1980er Jahren auf dem Hurghada gegenüber liegenden Sinai schon so etwas wie ein geordneter Tauchbetrieb existierte, gab es an der ägyptischen Rotmeerküste lange Zeit nichts Vergleichbares – obwohl sich die Riffe hier ebenfalls nicht verstecken mussten. Doch dann kamen die Schweizer...

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Soma Bay PDF Drucken E-Mail

Sportlich durch den Urlaub

Von Gitta und Volker Lottmann

dscn7035 Was einst mit einem Hotel in der schönen Bucht Soma Bay, 15dscn7043 Kilometer nördlich von Safaga begann, ist heute eine Urlaubsregion für gehobene Ansprüche. Auch die rund zehn Quadratkilometer
große Halbinsel an der die Bucht liegt, trägt jetzt ihren Namen. ATLANTIS hat sich für Sie umgesehen.    

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5000 Jahre Kultur PDF Drucken E-Mail

Das alte Ägypten

Von Heinz Käsinger

2 Um 3000 vor unserer Zeitrechnung entsteht in Ägypten eine der ersten Hochkulturen der Menschheit. Diese ist gekennzeichnet durch einen Staatsgedanken, eine funktionierende Regierung samt umsetzender Verwaltung, eine Gerichtsbarkeit (die vor allem die Schwachen schützte) und eine Blüte der Kultur. 

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Schnorchelabenteuer PDF Drucken E-Mail

Entdeckungen im Flachwasser

Von Heinz Käsinger (Text) und Paul Munzinger (Bild)

Die Saumriffe des Roten Meeres so nahe an der Küste, sind ideales Schnorchelrevier. Hier, nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche, warten die Pretiosen des Ozeans fast vollzählig auf den Besucher. Der muss eigentlich nur eines: hinsehen. Und unvergessliche Eindrücke werden ihm gewiss sein.     

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Von Hurghada nach Hamata PDF Drucken E-Mail

Ägypten auf eigene Faust

inhalt_generalVon Heinz Käsinger

Wer es zu langweilig findet, eine Woche oder gar 14 Tage in einem Hotel mit einer Tauchbasis zu verbringen, der kann die Rotmeerküste auch auf eigene Faust erkunden und mehrere Hotels besuchen. – Von Ägyptens hohem Norden bis hinunter in den Süden kurz vor der Grenze zum Sudan. Das Angebot an tollen Hotels und Tauchplätzen ist jedenfalls groß.

Ramadan, schon wieder Ramadan. Bereits das letzte Mal als wir in Ägypten waren, war Fastenmonat, alle ein bisschen gestresst und genervt. Und dann auch noch die Landung in Hurghada, kurz vor Sonnenuntergang. Der Hunger der Gläubigen hat ihren Höhepunkt erreicht, jeder will so schnell wie möglich heim an die Fleischtöpfe, der ganze Flughafen brodelt und wimmelt.

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