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Dienstag, 2. Juni 2020

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Auf der „Eternity“: PDF Drucken E-Mail

12-1Und ewig lockt der Süden 

Von Volker Lottmann

Obwohl die Safariboote heutzutage viel komfortabler sind, als noch vor einigen Jahren, so ist ein Bootstrip immer noch ein kleines Abenteuer: raus aus dem Alltag, ein bisschen Freiheit schnuppern, jeden Tag neue Tauchplätze entdecken. Es dreht sich alles um’s Tauchen und es gibt keine Ablenkung durch landgebundene Aktionen. ATLANTIS machte im Roten Meer den Südtörn.

Wer das Bootsleben mit täglich drei bis vier Tauchgängen liebt, dem verspricht eine Tour in Ägyptens tiefen Süden einen erlebnisreichen Urlaub. Startpunkt einer solchen Südtour ist meist Port Ghalib, nur zehn Minuten vom internationalen Flughafen von Marsa Alam entfernt. Hier entsteht ein edler Ferienort, der sich wohltuend vom rund 215 Kilometer entfernt gelegenen Hurgharda mit seinem Ballermannimage abheben soll. Noch befinden sich die meisten Gebäude im Rohzustand, aber die Hafenpromenade, an der die Safariboote liegen, lässt schon jetzt erahnen, wie schön das Venedig Ägyptens (es wäre dann schon das zweite nach El Gouna) einmal werden soll. 
Hier hat auch die „Eternity“ festgemacht, ein solides Vier-Sterne-Schiff, das im Frühjahr 2007 vom Stapel lief und von zwei 540 PS starken Caterpillar Motoren angetrieben wird. Freundlich werden die Gäste von den Diveguides an Bord begrüßt und selbst bei Ankunft nach Mitternacht steht für die Spätankömmlinge noch ein kleiner Snack bereit. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn am nächsten Morgen geht es nach einem gemütlichen Kennenlernfrühstück zum Eingewöhnen in die nur eine halbe Fahrtstunde von Port Chalib entfernte Bucht Shouna. Auf den ersten Blick ein unspektakulärer Tauchplatz, der aber die eine oder andere Überraschung birgt. Die Taucher werden von zutraulichen Fledermausfischen empfangen. An einem sehr üppig bewachsenen säulenförmigen Erg wildert mindestens ein Dutzend Rotfeuerfische in einem Glasfischschwarm. Immer wieder schön anzusehen sind die Rotmeer-Wimpelfische als Pärchen oder wie hier in der Großfamilie. Einige gar nicht scheue Schildkröten von stattlicher Größe leben in der Bucht. Mächtige Stachelrochen mit einer Art Leopardenmuster suchen im Seegras nach Nahrung und wirbeln dabei eine Menge Sand auf, doch bei Annäherung ergreifen sie leider die Flucht. Eine riesige Meute Großmaulmakrelen schnappt synchron nach Plankton. Auch für die Liebhaber von Kleinlebewesen gibt es viel zu entdecken. Über Nacht nimmt die „Eternity“ dann Kurs auf das erste Glanzlicht des Trips: das Daedalus Riff, einem wirklich spektakulären Hochseeriff auf halbem Weg nach Saudi-Arabien, mitten im Roten Meer. 13-1Der Leuchtturm ist der einzige markante Punkt weit und breit. Das rund 800 Meter große Riff ist auf drei Seiten von Steilwänden umgeben, die in der Unendlichkeit versinken. Die Taucher werden mit dem Schlauchboot zur Nordspitze gebracht, wo sie abtauchen und an der Ostseite entlangdriften. Hier besteht die Möglichkeit, Bogenstirn-Hammerhaien zu begegnen. Hin und wieder ist auch ein Fuchshai zu sehen. Ist die Wassertemperatur aber zu hoch (z.B.  30 Grad bis in fünfzig Meter), dann ziehen sich die Tiere in für Taucher kaum erreichbare Tiefen zurück. Aber selbst ohne Großfischsichtung ist Daedalus ein Genuss: Makrelen und Füsilliere umkreisen die menschlichen Eindringlinge. Die Riffwände sind reichlich mit wunderschönen Korallen und Gorgonien bewachsen, zwischen denen unzählige Falterfische als lebendige Farbtupfer umher schwimmen. Die Westseite präsentiert sich ähnlich schön. Auffallend sind hier lila Weichkorallen und große Gorgonien. Ein jugendlicher Napoleon begleitet die Besucher neugierig bei ihrer Entdeckungstour. Das Erklimmen des Leuchtturms ist ein Muss und gleichzeitig die einzige Möglichkeit, während des Trips festen Boden zu betreten. Die Leuchtturmwärter freuen sich immer auf Besuch, vor allem, wenn sie großen, blonden Frauen bei der Anprobe der angebotenen T-Shirts helfen können. Von ganz oben beeindruckt der Rundumblick über das kreisförmige Riff und das bis zum Horizont reichende Rote Meer. Und spaßeshalber kommen dann wieder die üblichen Diskussionen auf, ob die Erde nicht doch eine Scheibe sei. An der Südseite, wo die Schiffe festmachen, befindet sich ein Steilabfall der auf 25 Meter in Sandgrund übergeht.  An der Riffwand bietet Anemone City reichlich Fotomotive, hier halten sich auf mehreren Quadratmetern Dutzende von Anemonenfischen auf. Einige Flossenschläge weiter lädt ein nahe der Wand stehender großer Erg zur genaueren Inspektion ein. Über und über mit rosa und lila Weichkorallen bewachsen, bietet er unzähligen Lebewesen Schutz. Farbenfrohe Juwelenzackenbarsche streifen auf der Suche nach Beute umher und ein Napoleon buhlt um die Gunst der Taucher. Dieser schöne Tauchplatz wird später als „Erg Katrin“ in die Logbücher eingetragen werden. Der nächste Tag beginnt mit einem early morning dive am Habili-Ali-Riff. An der steil abfallenden Westseite recken sich un-terhalb 30 Meter prächtige Gorgonien in die Strömung. Ein Napoleon, Muränen, Wimpelfische und  Zackies sorgen für einen kurzweiligen Tauchgang. Bei der Rückkehr zur „Eternity“ liegt schon ein aromatischer Kaffeeduft in der Luft und die Gäste erwartet ein ausgiebiges Frühstück. Die St. Johns Riffe befinden sich in Höhe des Wendeskreis des Krebses und lagen früher außerhalb der Reichweite von Ein-Wochen-Törns. Dieses weitläufige Riffsystem erstreckt sich über 25 Quadratkilometer und fasziniert durch Höhlen und Labyrinthgänge, sowie Steilabfälle an der Außenseite. Hier kann man einige Tauchtage verbringen. Liegt an einem der angesteuerten Spots bereits ein Safariboot, nimmt der Kapitän halt Kurs auf einen anderen Tauchplatz. Am Dangerous Reef  gibt es im Flachbereich ein Höhlensystem. Außerhalb fällt die Steilwand bis auf 22 Meter ab, auf Sandgrund stehen isoliert sehr schön bewachsene Ergs (Riffpfeiler), die geradezu vor Leben überquellen. Das Zurücktauchen zur Wand wird durch eine starke Gegenströmung erschwert. Beim anschließenden Nachttauchgang im strömungsgeschützten Riffbereich sind im Licht der Tauchlampen jagende Rotfeuerfische, schlafende Zackenbarsche, Krebse und Haarsterne zu sehen. Big Gota ist eine Steilwand mit mächtigen Gorgonien, in denen auch die beliebten Langnasen-Büschelbarsche zu finden sind. Hier geht es richtig tief runter. Im Blauwasser patrouillieren Barrakudas und andere Schwarmfische. Bei so vielen Tauchgängen werden auch etliche Kalorien verbrannt, doch der Koch sorgt mit reichlich schmackhaftem Essen, das im komfortablen Salon serviert wird, für die Zufuhr neuer Energie. Nachmittags werden die Gäste mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Außerdem gibt es rund um die Uhr Wasser und Fruchtsäfte. Auf dem geräumigen Tauchdeck hat jeder Gast seinen festen Platz. Dort werden auch die Tauchflaschen aufgefüllt, wahlweise mit Pressluft oder Nitrox, auf Wunsch auch mit geringerem Sauerstoffgehalt, um das 40-Meter-Tiefenlimit auszukosten. Mit zunehmender Fahrtdauer lernen sich die Gäste immer besser kennen und die geselligen Abende auf dem Schattendeck werden immer länger. 11-1Zum Relaxen zwischen den Tauchgängen bietet sich das bequeme Sonnendeck an, das von dem einen oder anderen Frischluftfanatiker auch als nächtliches Schlaflager geschätzt wird. Auf der Rückfahrt werden noch zwei Tauchgänge am Elphinstone Riff eingelegt. Hier sind auch wieder einige Tagesboote zu sehen, doch das Riff ist noch immer wunderschön. Abu Dahab 3 bietet ein Labyrinth, in dem sich auch eine Höhle befindet, die mit ein wenig Fantasie als  Wohnzimmer mit Sitzgruppe angesehen werden könnte. In den Gängen ruhen Blaupunktrochen. Beim Zurücktauchen zum Boot führen einige Maskenfalterfische einen verrückten Tanz auf. Nach einem romantischen Sonnenuntergang mit Fischerbooten am Horizont, bereitet der anschließende Nachttauchgang einem Krokodilfisch ein Fotoshooting erster Klasse. Eine Pyramidenschnecke, schlafende Kugelfische und ein großer Igelfisch, der den Tauchern folgt, sind weitere Höhepunkte. Der letzte Tauchtag findet dann noch mal in der Shouna Bucht statt. Am späten Nachmittag Ankunft in Port Ghalib. Die Crew hat bereits das Tauchgerödel gereinigt und zum Trocknen aufgehängt. Abends ist dann nach einem festlichen Essen Party angesagt. Die Gäste werden mit dem Schlauchboot quer durch den Hafen zum einzigen bereits offenen Hotel gebracht, wo sie bei einigen Drinks die erlebnisreiche Tour noch einmal Revue passieren lassen.
 
 
Die „Eternity“ auf einen Blick:
Länge:    35 m
Breite:    7,6 m
Kabinen:    11 (klimatisiert, alle mit eigener Dusche und WC)
Motorisierung:    2 x 540 PS Caterpillar-Motoren
Info/Buchung: www.orca.de
 
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