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Freitag, 22. Oktober 2021

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Wracktauchen PDF Drucken E-Mail
28Sicherheit geht vor
Von Heinz Käsinger (Text) und Paul Munzinger (Fotos)

Plan your dive and dive your plan sagen die amerikanischen Tekkies und halten sich eisenhart an diese Regel. Denn die meisten Unfälle beim Wracktauchen verursacht der Taucher selbst. Durch Disziplinlosigkeit, Leichtsinn, ungenügende Planung – oder eben nicht ausreichende Kenntnisse.
Wracktauchen gehört zu den anspruchsvollsten Disziplinen des Sporttauchens. Denn es ist eine Mischung aus Höhlentauchen, Nachttauchen und Orientierungstauchen. Liegt das Wrack tief, kommt zusätzlich die Tieftauchkomponente dazu und auftretende Strömungen machen einen simplen Abstieg zu einem Drifttauchgang. Vor dem Abstieg ist der Tauchgang zu planen. Die Planung betrifft beispielsweise die Einteilung der Gruppen bzw. Paare, die Festlegung der maximalen Tiefe und auch das Gasmanagement. Für einfache Abstiege und leicht zu erkundende Wracks mag hier noch die Faustregel jeweils ein Dirttel der Atemluft für Abstieg, Grundzeit und Aufstieg zu verwenden zulässig sein, eine Sicherheitsreserve hat man dann allerdings nicht mehr. Auf der sicheren Seite ist, wer seinen Pressluft- bzw. Nitroxvorrat so einteilt: Ein Drittel des Atemgases für Abstieg und Grundzeit, zwei Drittel für den Aufstieg. Besonders riskante Abstiege, die gut ausgebildete Profis unternehmen, gehen sogar von einer Viertelung des Vorrats aus: Ein Viertel für Abstieg und Grundzeit, drei Viertel für den Rückweg. Weiter besprochen werden außerdem besondere Gefahrenquellen an einem Wrack, z. B. Fischernetze, Angelschnüre, Schotten, die zufallen können usw.

Ein Wracktauchgang wird schnell zum Dekotauchgang

Soll in das Wrack eingedrungen werden, so kann dies auf zwei Arten geschehen: Einfache Erkundungen in einem einzelnen Raum werden von einem Taucher alleine ausgeführt. Er bindet sich das Ende der Reel-Leine ums Handgelenk und der Tauchpartner hält das Reel und spult es ab. Später wird gewechselt. Soll tiefer in ein Wrack eingedrungen werden, wird die Führungsleine außerhalb des Einstiegs befestigt, so findet man selbst bei schlechtesten Bedingungen sicher wieder hinaus. Achtung: eine einfache Befestigung reicht nicht aus. Aus Sicherheitsgründen wird die Leine zwei Mal fest gemacht. Wie auch immer, die eiserne Regel bei Höhlen- und Wrackpenetration lautet: Kein Meter ohne Leine. Schließlich noch ein Wort zum Austauchen. Ein Wracktauchgang wird schnell zum Dekotauchgang. Erfahrene Schiffsführer bringen deshalb Dekoleinen und Strömungsleinen aus, an der untersten Dekostufe wird zusätzlich eine Ersatzflasche mit mindestens zwei Lungenautomaten befestigt. Das Ankerseil dient als Ab- und Aufstiegshilfe und wird mit einem Stroboskop-Blitz kenntlich gemacht. Sollte trotzdem keine der Leinen wiedergefunden werden können, so bietet sich folgende Methode an: Die Führungsleine wird am Wrack befestigt und beim Aufstieg abgerollt. So braucht man nicht im Freiwasser ohne jeglichen Bezugspunkt zu dekomprimieren und eventuelle Strömung kann einen nicht abtreiben. Und schließlich gilt vor allem für Otto Normaltaucher: Wracktauchen soll in erster Linie Spaß machen, Freizeitvergnügen sein und/oder interessante Einblicke in die Geschichte liefern. Wer sich körperlich und geistig bestimmten Aufgaben nicht gewachsen fühlt, der darf auch Nein sagen. Noch immer gilt das vom unvergessenen Wes Skiles formulierte ungeschriebene Gesetz: „Jeder Taucher hat das Recht jeden Tauchgang zu jeder Zeit abzubrechen ohne sich rechtfertigen zu müssen.“
 
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