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Freitag, 22. Oktober 2021

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Jagdszenen: Tatort Tofo PDF Drucken E-Mail

Das südliche Mosambik mit seiner Halbinsel Inhambane entwickelt sich zusehends zu einem neuen Mekka der Walhai- und Mantafetischisten. Doch auch die großen Raubfische haben auf die friedlichen Riesen Appetit.

 Von Gerald Nowak

Walhai01779Wie ein Lauffeuer hat es sich herumgesprochen, dass die Chance auf die Begegnung mit Walhai und Manta vor Tofo besonders gut stehen. Der Tauch-Tourspezialist The Mozambique Experience zahlt bei Nicht-Sichtung einer der beiden Großfischarten sogar 500 Euro des Reisepreises zurück. Diese Selbstsicherheit kommt nicht von ungefähr. Sowohl Mantas, wie auch Walhaie, sieht man vor der Küste Mozambiques fast täglich und an bestimmten Plätzen sogar bei jedem Tauchgang. Ob dies von Dauer ist, wird sich zeigen. Warum die großen Planktonfresser Vorort sind, untersucht gerade ein Team von Wissenschaftlern.
 
 
 
 
 
AndreaAndrea Marshall kam 2003 erstmals nach Tofo, um hier für ihr Studium an der Universität von Queensland/Australien Untersuchungen anhand der hier ständig lebenden Mantas und Walhaie vorzunehmen. Im Jahr darauf wurde das Manta Ray & Whale Shark Research Centre gegründet, dem seit 2005 auch der Student Simon Pierce angehört. Bei den Untersuchungen ist den beiden ein Phänomen aufgefallen. Drei von vier Mantas haben Bissspuren von großen Haien. Dass es große Haie in dieser Region gibt, weiß man. Denn Riff-, Bullen- und Tigerhaie verfangen sich überproportional oft in den Netzen der Fischer von Tofo. Und auch während meines Besuchs wurde direkt vor der Küste ein rund fünf Meter langer Weißer Hai gefilmt, der eine Tauchgruppe ganze fünf Minuten lang umkreiste. Dass es bisher unter Wasser nur selten zu Begegnungen zwischen Tauchern und Haien gekommen ist, dürfte wohl an der Scheu der Tiere liegen. Auch wird in den eher trüben Gewässer Mozambiques generell sehr nahe an der Küste getaucht. Dort wo die dicken Fische jagen, kommen Taucher nicht hin. Andrea Marshall und ihr Team nutzen zur Beobachtung der Mantas so genannte Hörstationen, die an den Putzerstationen positioniert sind. Die so angebrachte Technik ist in der Lage, einzelne Individuen anhand ausgestoßener Laute zu unterscheiden. Dabei hat sie unter anderem festgestellt, dass die Rochen die Putzerstationen in der Nacht meiden. Vermutlich gibt es hier Zusammenhänge mit dem Jagdverhalten der großen Haie. Die meisten Bissspuren an den Mantas sind an den Hinterkanten der Brustflossen zu finden, was bedeutet, dass die Planktonfresser von hinten angegriffen werden. Dies dürfte vor allem an den Putzerstationen vorkommen, da sie dort nicht in Bewegung sind und verhältnismäßig unaufmerksam verweilen. Selbst die großen Walhaie sind vor Angriffen ihrer Artgenossen nicht sicher. Ich selbst habe bei meinem Besuch ein fünf Meter großes Exemplar eines Walhaies gesehen, der eine ca. 30 cm große Narbe an der Unterlippe hatte. Die Kontur der Narbe zeigte deutliche Spuren eines Haigebisses. Vermutlich werden schon bald weitere Wissenschaftler Vorort sein und vielleicht dann dazu beitragen, das Rätsel des „warum die Haie hier besonders häufig Mantas angreifen“ zu lüften. Auch Andrea Marshall und Simon Pierce haben ein persönliches Interesse, weitere Hintergründe der häufigen Haiattacken zu ergründen. Der Haitourismus, der bereits in Südafrika einen regelrech-ten Boom ausgelöst hat, wird wohl in Kürze Mozambique erreichen.
 
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