Atlantis Magazin
Advertisement
Freitag, 20. September 2019

Home arrow Artikel früherer Hefte arrow Titelthema arrow GAN
HomeKontaktImpressumHaftungsausschluss
     

Aktuelles Magazin

atl_titel_2019.jpg

Benutzer Login






Passwort vergessen?

Advertisement

GAN PDF Drucken E-Mail
s15_gan4Malediven einmal ANDERS
Von Gitta Lottmann (Text) und Volker Lottmann (Fotos)

Im Addu Atoll, dem einzigen Atoll der Malediven südlich des Äquators, liegt Gan. Der ehemalige britische Truppenstützpunkt wurde von Tauchlehrer-Urgestein Axel Horn zur perfekten Taucherinsel umgestaltet.


Frühmorgens schwebt das Flugzeug aus dem kalten Europa über den sonnenverwöhnten Malediveninseln ein. Im engen Kabinenfenster kommt steuerbords kurz die Landebahn von Male/Hulule in Sicht. Für die meisten Touristen dauert es von hier aus nicht mehr lange, bis sie per Dhoni oder Wasserflugzeug ihr Urlaubsdomizil erreichen. Hat man sich aber für die über 500 Kilometer entfernte Insel Gan entschieden, muss man Wartezeit in Kauf nehmen. Mit etwas Glück geht noch am selben Tag der Anschlussflug. Ansonsten muss man einen Tag in Male verbringen.

Technisches Tauchen inklusive
s14_gan-5Gan liegt im Addu Atoll, dem einzigen maledivischen Atoll südlich des Äquators. Die Insel war im Zweiten Weltkrieg Truppenstützpunkt der Engländer. In der zweimotorigen Maschine sitzen außer einer Hand voll Tauchern nur Einheimische. Nach rund 75 Minuten Flug setzt die kleine Maschine auf der riesigen Landebahn Gans auf. Der neue internationale Flughafen mit poliertem, spiegelndem Marmor erstrahlt in frischem Glanz. Die Ankömmlinge werden bereits vom Manager des einzigen Hotels erwartet und mit einem Minibus zum „Equator Village“ gebracht. Das freundliche Hotelpersonal empfängt sie mit einem kühlen Fruchtcocktail und feuchten Tüchern zur Erfrischung. Die 78 Zimmer, ehemalige Unterkünfte britischer Offiziere, sind sauber und zweckmäßig eingerichtet. Die Anlage liegt in einem parkähnlichen Gelände mit tropischer Vegetation. Die inzwischen modernisierte Tauchbasis, von Diverland Maldives betrieben, die auch auf Embudu Village und Summer Island vertreten sind, macht einen guten Eindruck. Sie wird seit März 2005 vom Malediven-Urgestein Axel Horn geleitet. Hier ensteht nach und nach ein Tauchcenter vom Feinsten, einschließlich aller Möglichkeiten des technischen Tauchens. Nach einer ausführlichen Einführung und den Tauchplatzbeschreibungen bringt das große Dhoni die Taucher quer durch die Lagune zum nördlichen Außenriff. Nach dem Sprung ins Wasser schauen sich die Aquanauten um: intakte Korallen und Fische, soweit das Auge reicht. Das Addu-Atoll ist glücklicherweise vom großen Korallensterben 1998 verschont geblieben.

Die Vielfalt besticht


Neugierig beäugt eine Schildkröte die Besucher. Kurz darauf sind diese von einem Makrelenschwarm umzingelt. Im Wahnsinnstempo jagen die Fische im Kreis herum, um dann genau so schnell wieder zu verschwinden. Umar, der maledivische Tauchguide, schaut ständig ins Blaue, immer auf der Suche nach etwas Großem. Oft kommt, wenn man gar nicht damit rechnet, ein Manta oder sogar ein Hammerhai vorbei.Nachttauchgänge finden meist in der Lagune am östlichen Ende Gans statt. Hier herrscht kaum Strömung und man kann in Ruhe schlafende Papageienfische, Süßippen, Rotfeuerfische und Drachenköpfe beobachten. In einer Höhle hat sich ein ausgewachsener Napoleon sein Schlafzimmer eingerichtet. Nachtaktive Tiere wie Sepien, Langusten, Muränen und große Einsiedlerkrebse werden jetzt erst richtig munter. Nach dem Tauchgang noch schnell die Ausrüstung spülen und dann ab in die Bar, die sich wie das Restaurant im ehemaligen Casino der englischen Truppe befindet. Wer mal keinen Tauchgang machen will, kann mit den hoteleigenen Fahrrädern die Insel erkunden. Meist schaut man kurz beim Shop von Heinz vorbei. Der Malediver spricht ausgezeichnet deutsch. In seinem Laden gibt es alles, was ein Inselbewohner oder Urlauber so braucht. Von vergessenen Ersatzbatterien über Filme, Sonnenbrillen, Süßigkeiten, Edelstahlschrauben bis zum Kühlschrank – natürlich gegen harte Dollars. Dann geht’s weiter zum freundlichen Wächter, der bei Bedarf die Schranke zur Landebahn öffnet. Lohnenswert ist auch eine Radtour zur 16 Kilometer entfernten Insel Hithadoo, wo man sich mit den Fischern über ihren Fang unterhalten kann. Der Strand im unmittelbaren Hotelbereich entspricht, obwohl er gepflegt ist, nicht ganz maledivischem Standard. Jedoch 200 Meter weiter rechts vom Pier, wo auch das Tauchboot abfährt, hat man rund 500 Meter schönen, einsamen Naturstrand.

Einfach mal entspannen

s21_img032_p2Leider wurde hier im Bereich des neuen Flughafens eine Terrasse bis ans Meer gebaut. Das Hotel organisiert kostenlose Schnorcheltripps und Badeausflüge zur Nachbarinsel. Wem das Schwimmen im Meer nicht zusagt, der hat ja noch den Hotelpool mit Bar. Spätestens hier macht sich ein gutes Verhältnis zu den Kellnern bezahlt, sodass diese auch schon mal unaufgefordert den Lieblingsdrink servieren. Im „Equator Village“ gibt es seit Dezember 2005 das neue professionelle Serena Spa mit einer großen Auswahl an Massagen, Schönheitsbehandlungen und weiteren Anwendungen. Bevorzugt an ei-nem verregneten Tag sollte man dieses Angebot nutzen, denn in der angenehmen Wohlfühl-Atmosphäre scheint gleich wieder die Sonne. Ganzkörpermassagen mit warmem Öl regen den Kreislauf an, beruhigen das Nervensystem und kräftigen die Muskulatur. Es sind Verwöhnpakete (auch speziell für Taucher) im Angebot, die sich auf mehrere Tage verteilen und Entspannung für Körper und Geist garantieren. In den ge-schmackvoll eingerichteten Räumlichkeiten findet man bei liebevoller, mit sanfter, wohlklingender Musik unterstüzten Be-handlung, Ruhe und innere Ausgeglichenheit. Schönheitsbehandlungen, unter anderem mit selbst hergestellten Wellness-Produkten aus Kräutern und Früchten sowie Ayurveda und Aromatherapie sorgen für innere und äußere Schönheit.

Gans beste Plätze

Kuda Kandu Corner
Lockt mit klarem Wasser zum Erkunden der Tiefe. Eine große Schildkröte wühlt in Korallenstücken nach Fressbarem. Fahnenbarsche tanzen im Rhythmus der Sonnenstrahlen über einem perfekten Riff. Ein Schwarm Doktorfische stürzt sich auf die an abgestorbenen Korallen sitzenden Algen, während eine kleine Schildkröte sich an ihrem Spiegelbild in der Maske erfreut.

Mudakan
Einer der Topspots im Addu-Atoll. Hier ist Drifttauchen angesagt. Wie auf einer riesigen Kinoleinwand fliegen die Eindrücke an den Tauchern vorbei. Wunderschöne Korallen und Gorgonien, große Schwarzschnapper-Schwärme und Gelbrückenfüsiliere bieten eindrucksvolle Fotomotive. An der Riffkante patrouillieren Haie. Während die kleineren Weißspitzen-riffhaie immer näher heran kommen, halten die größeren Grauen Riffhaie einen gewissen Sicherheitsabstand. Um die Szenerie zu vervollständigen, kommen noch zwei Adlerrochen angesegelt. Auf 30 Metern ist die Putzerstation der Mantas, die hier ganzjährig anzutreffen sind. Bei heftiger Strömung sind die fantastischen Tiere aus einigen Metern Entfernung zu beobachten.

British Loyalty
Der fast 140 Meter lange Tanker wurde am 5. Januar 1946 von den Engländern selbst versenkt. Während der Fahrt zum größten Wrack der Malediven sind in der Lagune häufig Delfine zu sehen. Beim Tauchen lassen sie sich aber leider nicht blicken. Beim Abtauchen am Bojenseil erkennt man das Wrack von der Oberfläche nur bei klarem Wasser. Meist ist es aber trüb. Die British Loyalty liegt in 33 Metern Tiefe mit der Steuerbordseite auf Sandgrund. Es ist faszinierend, wie sich die Natur in sechs Jahrzehnten durchgesetzt hat. Von der Reeling bis zum Schiffpropeller ist der Tanker mit allen nur möglichen Korallen zugewachsen. Makrelen umkreisen das Wrack auf der Suche nach Beute. Im Sand riesige Stachelrochen.Wer will, kann ins Schiffsinnere hineintauchen. Hier lebt ein Riesenzackenbarsch, ein rund zwei Meter großer Judenfisch. Mehrere Tauchgänge sind ratsam.

Bodu Hohola
Der ideale Tauchplatz, um einen Rebreathertauchgang mit Axel Horn zu machen. Hier steht Steilwandtauchen auf dem Programm. Prächtige Gorgonien recken sich aus der Wand ins Blauwasser. Auf 38 Metern befindet sich eine große Höhle. In der hintersten Ecke ruht sich ein drei Meter großer Ammenhai von seinen nächtlichen Streifzügen aus. Schiffshalter huschen nervös umher, doch der Dicke lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Später ist an der Riffkante noch ein ganzer Schwarm der seltenen Büffelkopfpapageienfische zu sehen.

Demon Point
Riesige Gorgonien und traumhafte Korallen. Außerdem sind Adlerrochen, Weißspitzenriffhaie und ein großer scheuer Napoleon zu sehen. Ein Schwarm Streifendoktorfische lässt sich auf dem Riff zum Fressen nieder, um dann nach einigen Sekunden weiterzuziehen. An diesem Platz wird nur sehr selten getaucht.

Tauch- und Reiseinfo Gan

6 Tage Non-Limit Tauchen kosten 288 US$.

Gan ist All-Inclusive zu buchen bei folgenden Veranstaltern:

Sub Aqua: www.sub-aqua-de
Lagona Travel: www.lagona-travel.de
Orca: www.orca.de (bzw. .ch, .at)
Jahn Reisen im Reisebüro
Neckermann Reisen im Reisebüro

ATLANTIS gratuliert:

Alles gute zum 60er, Axel Horn!
Axel Horn, geboren am 1. Dezember 1946, begann 1966 im Starnberger See mit dem Tauchen. Anschließend unternahm er, wie es damals üblich war, Tauchreisen mit dem Auto und eigenem Kompressor zum Mittelmeer. Hierauf folgten Reisen zu den Kanaren und über Ägypten und den Sudan zu den Malediven. Seine erste Tauchbasis, die er 1979 auf der jugoslawischen Insel Pag führte, war finanziell nicht sehr erfolgreich, so dass ihm das Angebot, die Tauchbasis der Malediveninsel Kuredu zu leiten, sehr entgegen kam. Dort gab es damals
gerade mal acht Bungalows, heute sind es 300 Zimmer! Das Tauchen war natürlich spitze. Weitere Stationen waren Vilingili, Vilivaru und Embudu Village, wo er zusammen mit Wolfgang Brak das Unternehmen Diverland gründete. Dann schließlich setzte er von 1990 bis 2001 taucherische Meilensteine auf Ellaidhoo. Unter seiner Leitung entstand die erste Nitrox-Membran-Anlage auf den Malediven.
Nach einem Gastspiel auf Bandos schloss sich dann der Kreis, als er 2005 zurückging zu Diverland, diesmal nach Gan im Addu-Atoill. Hier kann er seine Vorstellungen von einer perfekten Tauchbasis mit allen Möglichkeiten des technischen Tauchens verwirklichen.Inzwischen hat Axel, dessen Herz neben dem Tauchen auch für die Hardrockband Metallica schlägt, mehr als 10000 Tauchgänge absolviert. Eine weitere Leidenschaft ist seine Vorliebe für die italienische Küche und einen guten Rotwein. Obwohl in Süddeutschland geboren, hat er eher eine ruhige norddeutsche Mentalität. Wenn ihm etwas nicht gefällt, gibt es eine klare Ansage, dann ist die Sache aber auch erledigt. Interessant ist auch seine positive Einstellung zum Solotauchen erfahrener Taucher.
Axel Horn ist Tauchlehrer bzw. Instructor Trainer folgender Tauchorganisationen:
PAIDI MSDT, VIT/CMAS, Andi (American Nitrox Diver International) Instructor Trainer Nitrox/CCR Buddy Inspiration/Trimix, Solo Diver and President Andi Maldives, IANTD Instructor Trainer Nitrox/CCR Buddy Inspiration Naui Instructor, SSI Platin Instructor.



 
< zurück   weiter >
Advertisement
Advertisement
Advertisement
 
 
 
Advertisement

Advertisement

© 2019 Atlantis Magazin