Atlantis Magazin
Advertisement
Sonntag, 22. April 2018

Home arrow Tauchbücher + Buchbesprechungen arrow Aquaristik
HomeKontaktImpressumHaftungsausschluss
     

Aktuelles Magazin

atlantis_2018.jpg

Benutzer Login






Passwort vergessen?

Advertisement

Advertisement

Aquaristik
Dieter Brockmann: Das Meerwasseraquarium Von der Planung bis zur erfolgreichen Pflege PDF Drucken E-Mail

Brockmann, Dieter:

Das Meerwasseraquarium

Von der Planung zur erfolgreichen Pflege

Harter Einband mit farbigen Titelbildern, Format ca.17,5 x 23 cm

191 S. mit vielen farb. Abb.

Natur und Tier Verl. NTV, 9. Aufl., Münster, 2017

ISBN 978-3-86659-058-8

Preis:  19,80 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2018):

Die Meerwasseraquaristik ist sehr viel aufwändiger als die Pflege eines Süßwasserbeckens. Aber man muss nicht unbedingt mit dem einen anfangen, um erst dann zum Seewasseraquarium zu kommen. Dieter Brockmann ist Biochemiker und Redakteur des Fachmagazins „Koralle“. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit diesem Thema, und als Buchautor möchte er mit dem vorliegenden Band in 9. Auflage absolute Anfänger zu diesem Spezialgebiet führen. Er jongliert regelrecht mit all dem notwendigen Fachwissen, meint auch, dass Seewasseraquarien nicht mehr Pflegezeit bedürfen als solche mit süßem Wasser. Er führt gleich drei verschiedene Aquarientypen vor: Ausgesprochene Fischbecken, die am einfachsten zu betreiben sind, Hälterungen für Wirbellose – Steinkorallen und andere Niedere Tiere, keine Fische – und schließlich ausgesprochene Korallenaquarien, die beides zugleich ermöglichen. Diese Aquarien sind es schließlich, die die Hohe Schule der Meerwasseraquaristik ausmachen.

Zunächst einmal gilt es, sehr viel Spezialwissen anzuhäufen, um schließlich zum Erfolg zu gelangen. Das dauert natürlich seine Zeit. Es ist also nicht einfach mit dem Lesen dieses Buches getan, sondern all das Wissen, das nochmals in Kurzform in farbig unterlegten Kästen zusammengefasst ist, muss sich erst einmal setzen. Das Buch wird den Anfänger also auf längere Zeit begleiten. Es enthält alles, von der technischen Einrichtung, den einzelnen Gerätschaften bis hin zur Gestaltung und zum Aufstellungsort. Man erfährt alles über die Beleuchtung und die Heizung, den Filter und den Abschäumer, der oder den Pumpe(n) mit richtiger Stärke zum Ausrichten einer Strömung. Es werden also kleinere und richtig große Becken gleichmäßig bis zur endgültigen Aufstellung und Gestaltung beschrieben. Ebenso wird alles zur Wasserchemie gesagt, den wichtigsten einzuhaltenden Werten, ihrer Kontrolle und Aufrechterhaltung. Bei der Einrichtung erfahren wir alles Notwendige zu lebenden Steinen, zu Niederen Tieren, Seeanemonen usw. Man lernt sie durch ihr Verhalten richtig zu beurteilen, setzt sie u.U. auch nochmals um, bis man schließlich zur richtigen Inbetriebnahme übergehen kann. Erst zum Schluss kommen auch die Fische hinzu. Der Autor gibt Hinweise zu allen möglichen Anfänger gerechten Arten, die am wenigsten Schwierigkeiten bereiten. Natürlich wird auch alles zur Fütterung und Pflege gesagt, zum richtigen, problemlosen Einsetzen irgendwelcher Neuerwerbe, und es wird darauf geachtet, dass die Becken nicht überbesetzt werden. Das Ganze wird durch schöne Farbaufnahmen ergänzt, die das Geschriebene entsprechend unterstreichen. Eine sehr gute Einführung, die alles Notwendige ohne Überfrachtung durch Unwesentliches enthält.

 
aFosså; Svein A. / Nilsen, Alf Jacob: Das Korallenriff-Aquarium, Band 2 PDF Drucken E-Mail

Harter, Ursula:

Aquaria in Kunst, Literatur & Wissenschaft

Harter Einband mit farbiger Titelgestaltung, Format ca. 23 x 28,5 cm

256 S. mit sehr vielen Abb.

Kehrer Verlag, Heidelberg, Berlin, 2014

ISBN 978-3-86828-484-3

Preis: 39,90 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen:

Ein ganz besonders interessantes Aquarienbuch, das mich ungeheuer gefesselt hat. Es ist nämlich völlig anders aufgebaut als die meisten anderen Bücher zu diesem Thema, die sich meist mehr oder weniger wiederholen. Hier jedoch geht es um etwas völlig anderes: Geschildert wird die Anfangsgeschichte der Aquaristik um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Dadurch war es zum ersten Male möglich, horizontal in die UW-Welt zu schauen. Man sah flutende UW-Pflanzen, Fische und andere Geschöpfe aus einer gänzlich anderen Perspektive als es zuvor möglich war. Tausende Besucher aus allen Bevölkerungsschichten strömten damals in die neu entstehenden Schauaquarien. Für uns, denen heutzutage Aquarien und selbst der Blick durch eine Tauchermaske selbstverständlich erscheint, ist diese Faszination kaum nachvollziehbar, doch das Gezeigte erschien damals derart großartig, dass dies schon bald darauf enorme Auswirkungen auf alle möglichen Wissens- und Wirtschaftsgebiete nach sich zog. Das galt schon für das ganz normale Leben: So gab es Aquarien in allen möglichen Formen und Größen fürs eigene Heim zu kaufen, ein völlig neuer Wirtschaftszweig entstand. Vor allem aber profitierte die Wissenschaft selbst: Man konnte erstmals das Verhalten von Fischen und anderen Wassertieren direkt beobachten. Das allgemeine Interesse an den Süß- und Salzwasserwelten wuchs enorm an, Limnologie und Meeresbiologie erhielten neue Impulse, die Ozeanografie ebenfalls. Erste Tiefsee-Expeditionen stachen in See. Dabei gesammelte Organismen bereicherten nicht nur unser Wissen, sondern veränderten es auch grundlegend! So zeigte sich z.B. die Tiefsee nicht etwa leblos, wie vorher angenommen, sondern das Leben reichte bis hinab in die tiefsten Tiefen! Selbst die bildende Kunst, die Malerei und die Architektur erhielten neue Denkanstöße, und auch die Möbelschreinerei und andere Berufe wurden durch den Aufschwung der Aquaristik nachhaltig beeinflusst. Das Eingangstor zur Weltausstellung in Paris wurde z.B. den Radiolarien-Zeichnungen Erich Haeckels nachempfunden, und auch die Literatur wurde bereichert: Denken wir nur an die „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne und an vieles andere mehr. Ungeahnte Entwicklungsschübe mit einer enormen Breitenwirkung wurden durch die Erfindung der Aquaristik ausgelöst. Die Autorin Ursula Harter, die u.a. Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft studiert hat, erkannte das richtig und beschreibt die Auswirkungen auf die verschiedensten Berufe und Sachgebiete sehr lebendig. Zusammenhänge werden deutlich, die man vorher nicht so wahrnahm. Schade nur, dass fremdsprachliche Zitate zumeist nicht ins Deutsche übersetzt wurden – schließlich kennt kein Autor seine Leser und schon gar nicht deren Fremdsprachenbildung. Außerdem nicht gelungen erscheint mir das Vorwort von Monika Wagner: Ihr hochgestochener und mit Fremdworten gespickter Text wirkt alles andere als einladend. Wer ihn sich bereits im Buchladen vornimmt, könnte gar geneigt sein, das Buch wieder ins Regal zurückzustellen. Das wäre jedoch wäre äußerst schade, denn die Autorin selbst bedient sich eines weit besseren und gut verständlichen Schreibstils und legt damit ein bemerkenswertes Buch vor, das nicht nur für Aquarianer, sondern für alle Freunde der UW-Welt äußerst empfehlenswert ist. 

 

 
Advertisement
Advertisement
Advertisement
 
 
 
Advertisement
Advertisement

Advertisement

© 2018 Atlantis Magazin