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Kinder- und Jugendbücher
Torben Kulmann: Edison – Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes PDF Drucken E-Mail

Kuhlmann, Torben:

Edison – Das Rätsel der verschollenen Mauseschatzes

Fester Einband mit farbiger Titelzeichnung, Format ca. 22 x 28,5 cm

Mit vielen farbigen Zeichnungen, leider ohne Seitenangeben

NordSüd Verlag, Zürich, 2018, 5. Auflage

ISBN 978-3-314-10447-3

Preis: 22.-- €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2020):

Ein ganz phantastisches Kinderbuch, das schon alleine durch seine zauberhaften Zeichnungen besticht! Illustrationen, Text und Buchgestaltung – alles liegt in den Händen des gleichen Mannes:  Torben Kuhlmann, einem Autor, der offenbar selbst Tauchsportler ist (was ich allerdings nicht weiß), der aber wunderbar malt, bei dem alle Zeichnungen tatsächlich Hand und Fuß haben und der auch in der Lage ist, reizvolle Kindergeschichten zu erzählen. Ganz einfach umwerfend, und da braucht es nicht zu wundern, dass dieses Kinderbuch bereits in der 5. Auflage erschienen ist. Seine anderen Mäusebände sind mittlerweile gar in über 30 Sprachen erhältlich, und der Mäuseschatz, der natürlich gefunden wird, besteht nicht aus Gold- und Silbermünzen, sondern einem alten Buch von Thomas Alva Edison, der die Glühbirne zur Marktreife führte. Eine sehr nette Geschichte, geeignet für Kinder, die bereits gut lesen können, und auch Erwachsene werden gleichermaßen Spaß an diesem außergewöhnlichen Taucherbuch haben, das sehr viele, meist farbige  Zeichnungen besitzt, die teilweise auch ganz- oder gar doppelseitig dargestellt sind.

 
Annika Siems / Wolfgang Dreyer: Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee PDF Drucken E-Mail

Siems, Annika/ Dreyer, Wolfgang:

Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee

Fester Einband mit farbigem Titelbild, Format ca. 29,8 x 32,8 cm

96 S. mit zumeist doppelseitigen, farbigen Abbildungen

Prestel-Verlag, München, London, New York, 2019

ISBN 978-3-7913-7389-8

 Preis: 25,70 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2020):

Ein wunderschönes, großformatiges Buch mit ganzseitigen, farbigen und randlosen Abbildungen, die durchweg von Annika Siems stammen. Viele davon sind im Original Ölgemälde von eindrucksvollem Format, die klar wie Fotos wirken und speziell für das Buch fotografiert wurden. Der Text stammt vom Zoologen Wolfgang Dreyer der geschichtsträchtigen Christian-Albrechts-Universität in Kiel, die vor zirka 150 Jahren zu Beginn der internationalen Meeresforschung gegründet wurde. Dabei lässt er uns mit einem Forschungs-U-Boot eine fiktive Tauchfahrt bis in über 6100 Meter Tiefe erleben. Je tiefer wir tauchen, desto kälter und dunkler wird es, und wir begegnen in der Dunkelheit allen möglichen Lichtblitzen, leuchtenden oder durchscheinenden Organismen, und im Lichtkegel der eingeschalteten Lampen sehen wir nicht nur Fische, die zumeist relativ klein sind, aber mit ihren übergroßen Zähnen wie Ungeheuer anmuten. Zumeist sehen wir den „Meeresschnee“, die letzten Reste verstorbener Organismen, der weiter nach unten immer mehr abnimmt, da er ebenfalls als Nahrung dient. Beeindruckend dabei auch die ungeheure Anzahl kleinster Planktonorganismen. Genauso sind da Staats-, Rippen- und normale Quallen zu sehen, Krebse, der Krill und vor allem all die verschiedensten Tintenfische, die durch ihr andersartiges Blut den niedrigen Temperaturen in Tiefsee und den kalten Polarmeeren besonders gut angepasst sind. Hier, in der offenen See, wo es keinerlei Versteckmöglichkeiten gibt, werden wir Zeuge raffiniertester Tarnungen, wobei die rote Farbe, für die meisten Tiere unsichtbar, eine besondere Rolle spielt. Hier werden es wohl die Kalmare sein, die vor allem als Sieger den gegenwärtigen Klimawandel der Meere überstehen. Dazu gehören auch die mächtigen Riesentintenfische, die die größten Augen im Tierreich haben, die wiederum von den größten Raubtieren, den Pottwalen in der lichtlosen Tiefe von rund 3000 Metern durch gebündelten Schall aufgespürt werden. Die genaue Wirkungsweise dieser Spermaceti-Organe kennen wir noch nicht, wie vieles andere auch, und wir nehmen an, dass wir in der Zukunft noch viele neue Arten kennen lernen werden. Jedenfalls begegnen wir am Meeresgrund auch den Resten toter Wale, entdecken dabei besondere Lebensgemeinschaften. Bisher kennen wir leider vom Meeresgrund nur wenige Prozente, und so haben wir erst vor wenigen Jahren die schwarzen und weißen Raucher mit völlig neuen Lebensbedingungen entdeckt. Genauso wissen wir auch erst seit ungefähr 50 Jahren von den größten Tierwanderungen überhaupt: Dem Aufsteigen unzähliger Organismen von der Tiefsee zur Meeresoberfläche bei Nacht, wo es viel zu essen gibt, und von wo aus die Tiere im Morgengrauen wieder in die Tiefe zurückkehren. Insgesamt ein großartiges Buch, das unverständlicher Weise ausgerechnet als Kinderbuch erschienen ist, obwohl Kinder dem Text nicht folgen können. In Wirklichkeit ist das Buch dagegen für ältere Jugendliche gut geeignet, und es ist gleichermaßen auch allen Erwachsenen zu empfehlen, die mehr über die Tiefsee wissen möchten.    


 
Britta Teckentrup: Fische, Fische überall PDF Drucken E-Mail

Teckentrump, Britta:

Fische, Fische überall

Geprägter fester Einband, Format ca. 24 x 30,5 cm

28 S. mit vielen farbigen Zeichnungen

Prestel Verl., München, London, New York, 2018

ISBN 978-3-7913-7386-7

Preis: 20.00 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Dezember 2019):

Eines der schönsten Kinderbücher, das mir in letzter Zeit unter gekommen ist! Das fängt bereits beim Einband an, der sich richtig erhaben anfühlt, sodass man die die einzelnen Fischleiber, ja den ganzen Schwarm einwandfrei spüren kann. Dazu erscheinen die einzelnen Fische in wunderschönen, irisierenden Farben. Einfach zauberhaft. Derart geprägte Einbanddecken gab es früher öfter bei wertvollen Bänden, heute sind sie leider sehr selten geworden. Und so steigt die Spannung, wie es wohl im Inneren des Buches aussehen mag. Besonders bestechend, dass es sich nicht, wie bei den meisten Kinderbüchern, um eine erfundene Geschichte handelt, sondern es orientiert sich ganz einfach an der Natur selbst. Das derart ausgezeichnet, dass sich keinerlei Fehler finden lassen. Es geht ausschließlich um Fische, die im Meer oder Süßwasser leben, die manchmal aber auch eine bestimmte Lebensspanne in beiden Gewässern zubringen. Wie viele Knochen- und Knorpelfische es überhaupt gibt, sagt uns der Text genauso, wie viele andere Besonderheiten oder statistische Werte, die selbst uns Erwachsenen nicht immer geläufig sind. Alle Bilder sind so gezeichnet, dass Sporttaucher die einzelnen Arten sofort erkennen. Insgesamt haben wir also ein wunderbares Kinderbuch vor uns, das man bereits schenken kann, wenn die Kinder noch nicht zur Schule gehen. Dann wird halt vorlesen. Die knapp gehaltenen Texte sind dazu bestens geeignet, zudem können interessierte Fragen beantwortet werden und es lässt sich noch vieles weitere erzählen, was zum Thema passt, so dass das Buch richtig lebendig wird. Obwohl gerade Mal 26 Seiten stark, reicht der Lesestoff gleich für mehrere Wochen oder gar Monate. Zudem sind die Bilder jeweils mit Suchspielen ausgestattet, was unsere Kleinen genauso beschäftigen wird. Vieles ist so spannend, dass sie kaum erwarten können, selbst mitschnorcheln zu dürfen. So geht es darum, was Fische überhaupt für Wesen sind, wie sie leben, wie es mit der Nahrungssuche ist und wie sie sich tarnen und schützen. Einzeln oder im Schwarm, in Korallenriffen oder auch in allen anderen Lebensräumen, selbst in der offenen See oder tief unten, wo kein Lichtstrahl mehr hingelangt. Selbst der Wechsel der Geschlechter wird zum Thema, oder warum z.B. bei Seepferdchens der Papa zur Mama wird. Fische gibt es schließlich schon seit Jahrmillionen Jahren. Im Devon – einem der frühen Erdzeitalter – wo  erste Pflanzen bereits das Festland besiedelten, aber noch lange vor den allgemein bei Kindern beliebten Dinosauriern, spricht man gar vom Zeitalter der Fische. Was sie heute für uns Menschen bedeuten, findet sich natürlich ebenso, und so ergibt sich ein besonders reizvolles Buch, dem ich eine möglichst große Verbreitung wünsche!

 

 
Ninon Ammann: Wundertier Schwamm PDF Drucken E-Mail

Ammann, Ninon:

Wundertier Schwamm

Fester Einband mit schönem Titelbild, Format ca. 21,7 x 30,2 cm

Ohne Seitenangabe und zahlreichen farbigen Zeichnungen

Atlantis Verl., Imprint von Orell Füssli Verl., Zürich 2019

ISBN 978-3-7152-0749-0

Preis:  14.95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Dezember 2019):

Das erste Kinder-Sachbuch über Schwämme! In der Tat, da haben der Klappentext Recht und der Verlag sich sehr viel Mühe gegeben. Mit einer äußerst gefälligen Aufmachung und ausgesprochen schönen Zeichnungen, die – wie das erste große Bild – biologisch nicht unbedingt exakt sein müssen. Beim Text allerdings hätte ich ein wenig mehr erwartet: Bei nur drei Unterordnungen wäre es erwähnenswert, wieviel Arten jeweils dazu gehören. Es reicht auch nicht, dass die Schwämme die Meere und das Süßwasser besiedeln. Schließlich gibt es Sand-, Schlick- und auch felsige Böden. Und in der Nord- und Ostsee wird man die auffälligsten und besonders schönen Arten, wie auf den Zeichnungen dargestellt, leider nicht zu sehen bekommen. Insgesamt gäbe es eine ganze Menge mehr zu berichten und zumindest die wichtigsten Eckpunkte sollten auch in Kinderbüchern nicht unerwähnt bleiben. Insgesamt hätte der Text ruhig ein wenig mehr in die Tiefe reichen können.

weiter …
 
Bernd Hill: Bionik Schwimmen und Tauchen PDF Drucken E-Mail

Hill, Bernd:

BIONIK

Schwimmen und Tauchen

Fester Einband mit farbigem Titelbild, Größe ca. 17,5 x 24,5 cm

149 S. mit vielen Zeichnungen

Knabe Verl., Weimar, 2016

ISBN 978-3-944575-37-7

Preis: 16,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Dezember 2019):

Ein Jugendbuch, in dem der Autor versucht, anhand einiger physikalischer Gesetze die Grundlagen der Bionik zu erläutern. So ist von Schiffen und U-Booten die Rede und von deren Antrieben. Es geht dabei vor allem um hydrostatische Gleichgewichtszustände und um die Bewegungsmöglichkeiten der Schiffe. Dementsprechend heißt der Untertitel „Schwimmen und Tauchen“, was allerdings die Geschichte nur äußerst einseitig beleuchtet, denn das Schnorcheln, das Berufs- und Sporttauchen werden komplett ausgeschlossen. Das ist verwunderlich, da das Buch mit einem Zitat Cousteaus beginnt.   Verschiedene Abbildungen lassen vermuten, dass der Autor selber kein Sporttaucher ist. Sonst wären ihm einige Zeichenfehler nicht unterlaufen: So sehen z.B. alle Taucherglocken auf S. 38 so aus, als seien sie total mit Luft gefüllt. Man sieht also nicht, wie der Wasserdruck mit zunehmender Tiefe die darin befindliche Luft immer weiter zusammendrückt. Weiters spielt es keine Rolle, wenn eine kleine Larve ihren Schnorchel immerhin auf das 15-fache ihrer Körperlänge ausdehnen kann. Daraus auf einen Vergleich mit frühen Abbildungen aus der Tauchgeschichte (S.39) abzuleiten, ist jedoch unsinnig. Längere Schnorchel haben nämlich niemals funktioniert, sind zudem gefährlich, und so sollten unsere Schnorchel keinesfalls über die üblichen 30 cm verlängert werden. Weiters ist der Hinweis auf die Luftmoleküle in den Abbildungen auf S.79 unsinnig: Schwimmblasen von Fischen verändern ihr Volumen beim Tiefer- und Höhertauchen durch Muskelkraft. So sollte das auch gezeichnet werden, und auch die nebenstehenden Ballons sollten besser keine „Molekül“-Pünktchen enthalten. Ebenso kann bei der Abbildung des frühen U-Bootes „Steinhuder Hecht“ (S.42) die Besegelung keinesfalls der Rückenflosse eines Hechtes abgeschaut worden sein. Auch an einigen anderen Stellen, hätte ich insgesamt gerne ein wenig mehr Akkuratesse gesehen. Eigentlich schade, denn das Buch ist im Großen und Ganzen innerhalb einer Bionik-Serie recht sorgfältig ausgearbeitet, und es enthält neben vielen erklärenden Zeichnungen auch solche, die zu Experimenten anregen. 

 
 
Verne, Jules: 20.000 Meilen unter dem Meer PDF Drucken E-Mail

Verne, Jules:

20.000 Meilen unter dem Meer

Leinen mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 21 x 24 cm

328 S. mit vielen schwarzweißen und farbigen Abb.

Knesebeck Verl. , München, 2017

ISBN 978-3-95728-045-9

Preis: 29,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (April 2018):

Ein großartiges Buch für Jugendliche und Erwachsene – ein Werk der Weltliteratur eben. Jules Verne war durch andere Zukunftsromane quasi über Nacht weltberühmt geworden, und heute gilt er als einer der Väter der Sciencefiction-Literatur. Der vorliegende Band orientiert sich an seiner Originalfassung und vereinigt beide Teile in sich. Er ist deutlich dicker als die meisten seiner anderen, weltweit immer wieder neu aufgelegten Bücher, die jeweils stark gekürzt wurden und dadurch vor allem Jugendliche ansprechen. Originalzeichnungen wurden bewusst außeracht gelassen. Dafür enthält es zahlreiche, hervorragende neue Zeichnungen in schwarzweiß und Farbe von William O`Connor, der in New York lebt für den Chesley Award nominiert wurde. Ebenso wurde der Wortlaut unserem heutigen Deutsch angepasst, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt. Die künstliche Bräunung der Seiten ist einer Vergilbung nachempfunden, um das tatsächliche Alter des Buches zu zeigen. Ursprünglich sind nämlich beide Bände schon 1869 und 1870 geschrieben worden. Damals gab es nur etwa 15 U-Boote weltweit, und über die Meere wusste man sehr wenig. Aber kurz zuvor wurden bereits die ersten brauchbaren autonomen Atemgeräte von Rouquayrol-Denayrouze für Helmtaucher entwickelt, die später weltweite Verbreitung erfuhren, und grottenartige Aquarien ließen sich auf der Weltausstellung in Paris bewundern. So ist denn diese Geschichte um ein komfortables Wohn-U-Boot mit Elektroanrieb und UW-Ausstieg entstanden, damit die Mannschaft alles Notwendige direkt aus dem Meer erlangen kann. Die normale Welt war für Kapitän Nemo abgemeldet. Hin und wieder wurde das Boot von anderen gesichtet. Man hielt es zunächst für einen noch unbekannten Narwal. Um dieses Geheimnis endlich zu lüften, startet ein amerikanisches Schiff, auf dem sich u.a. der französische Wissenschaftler Prof. Aronnax befindet. Man findet dieses Untier schließlich im Pazifik. Unerwartet wehrt es sich gegen die Beschießung, wobei drei Mitglieder der Expedition – darunter Prof. Aronnax – über Bord gespült werden. Sie werden jedoch gerettet und gelangen so an Bord des U-Bootes, wo sie wie Gäste behandelt werden und an einer Rundfahrt von 20.000 Meilen durch alle Weltmeere teilnehmen. Prof. Aronnax erlebt dabei durch große UW-Fenster die Schönheiten dieser bis dahin unberührten UW-Welt, und er kann auch die arbeitenden Taucher beobachten. Das Buch berichtet aus seiner Sicht und einer Zeit, als die Meere noch voller Fische und die Korallenriffe unversehrt waren. Getaucht wurde freilich aufrecht gehend, da Verne sich das heutige Schwimmtauchen nicht vorstellen konnte. Insgesamt ein großartiges Werk nicht nur für Verne-Fans, die entsprechenden Clubs angehören oder in besonderen Gaststätten wie z.B. auf Rügen speisen können, die dem U-Boot nachempfunden sind, sondern jeder, der die UW-Welt liebt, sollte dieses Buch unbedingt kennen!

 

 
John Woodward: Ozeane für clevere Kids PDF Drucken E-Mail

Woodward, John:

Ozeane für clevere Kids

Harter Einband mit farbigem Titelbild,  Format ca. 22 x 28 cm

256 S. mit sehr vielen farb. Abb.

Dorling Kindersley Verlag, München, 2015

ISBN 978-3-8310-3209-9

Preis: 19,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (März 2018):

Ein Sachbuch ganz besonderer Art: Es ist für Kinder und Jugendliche geschrieben, ein Buch, das umfangreicher ist als üblicherweise, dessen hervorragende Texte sich gut lesen lassen, und das mit phantastischen Bildern ausgestattet ist. In didaktisch sehr guter Art und Weise werden die Meerestiefen mit ihren unterseeischen Bergrücken, Tiefsee-Ebenen, Bruchzonen usw. dargestellt. Weiters geht es um die Entstehung und Entwicklung der Ozeane und Kontinente, um die Tektonik ganz allgemein, um den Kontinentalschelf, die Gezeiten und vieles andere mehr – es enthält ganz einfach alles, was die Meere betrifft. Natürlich wird auch über Schwarze Raucher, Tsunamis und den Treibhauseffekt gesprochen, über die Versauerung der Meere und den Anstieg des Meeresspiegels. Es geht ums Wasser selbst, um Schall, Wärme und Licht, um Meeresströmungen, Stürme, Wellen und alle anderen wichtigen Besonderheiten. Es ist jedoch nicht nur ein ozeanographisches Buch, sondern es enthält darüber hinaus auch alles Wesentliche zur Meeresbiologie, beginnend beim Plankton und der Nahrungskette: Es werden Algen, Tange und Mangrovensümpfe ebenso vorgestellt, wie all die anderen, verschiedenen Meerestiere, Seesterne, Fische, Haie, Wale und Korallenriffe. Das Buch beschreibt die von Licht durchfluteten, oberen Flachwasserzonen und Küstenbereiche ebenso, wie die verschiedenen Tiefenzonen der offenen See bis hinunter in die dunkle Tiefsee. Die Tropen werden dabei genauso erfasst wie die gemäßigten und kalten Meere, und nach Pinguinen und Eisbären geht es schließlich zu den Tiefsee-U-Booten. Es wird über das Tauchen selbst gesprochen, über die Meeresforschung und die UW-Archäologie, es geht um die Fischerei, um Bodenschätze und die Energie aus dem Meer, um den Schiffsverkehr und vieles andere. Es endet schließlich beim Schutz der Meere. Ein außerordentlich umfassendes Buch, das auch Erwachsene durchaus begeistert, und das man auch als Nachschlagewerk nutzen kann, um z.B. mehr über die Schwarmbildung bei Fischen zu erfahren oder weil man über Ästuare und Schlickflächen, Deltas usw. nachlesen möchte. Kurz – ein Buch, das man nur wärmstens empfehlen kann!

 
Heiderose und Andreas Fischer-Nagel / Reinhard Radke: Krokodile PDF Drucken E-Mail

Fischer-Nagel, Heiderose und Andreas / Radke, Reinhard:

Krokodile

Harter Einband mit farbigem Titelfoto, Format 22x23,5 cm

45 S. mit vielen farbigen Fotos

Verlag Heiderose Fischer-Nagel, Spangenberg, 2. Aufl., 2014

ISBN 978-3-930038-35-0

Preis: 5,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Jan. 2017):

Das erste Buch dieses Verlages, das für mich nicht unbedingt wie ein Kinderbuch wirkt. Die suchen nämlich für meine Begriffe lieber ein solches von kleinen Tieren oder von Felligem, das man richtig liebhaben und knuddeln kann, nicht aber von Raubtieren, die selbst große Gnus und andere Herdentiere beim Überqueren von Flüssen jagen, töten und verspeisen. Sicher – irgendwann müssen auch die Kinder lernen, dass es in der Natur grundsätzlich ums Fressen und Gefressen werden geht. Das heißt, dass das Buch erst später an größer werdende Kinder verschenkt gehört – oder die Eltern sind unbedingt gefragt, es gleichzeitig mit ihrem Nachwuchs zu betrachten und durchzulesen. Die werden ebenfalls Neues dabei entdecken, denn das Buch lebt nicht nur von phantastischen Bildern und einem Text, der sich dieses Mal gar nicht kindlich liest, dem man aber anmerkt, dass die Autoren Biologen sind. Geschildert werden die Verwandten in Asien und Amerika, und es ist auch von Krokodilfarmen die Rede. Vor allem aber beschäftigt sich das Buch mit den Krokodilen selbst und ihrem sich verändernden Lebensraum in Afrika. Es ist von Überschwemmungen und Trockenzeiten die Rede, von den riesigen Herden, die die Savanne überziehen, von den Gnus und all den anderen, die zur Beute der Krokodile gehören und vor allem – was mir besonders gut gefällt – von einer ungeheuer „netten“ Brutfürsorge, wie man sie diesen wechselwarmen Echsen gar nicht zutrauen möchte. Dabei ist auch von Eiräubern, Waranen und Graufischern die Rede, aber auch von Wellentrielen, anderen Vögeln, die ihre eigenen Nester gerne in der Nähe von Krokodilnestern bauen und die ausgesprochene Feinde der Warane sind. Letzten Endes haben wir ein großartiges Buch vor uns, das weit mehr bietet als der Titel verspricht! Das nicht nur wegen des äußerst geschliffenen Textes, sondern ganz besonders der ausgesuchten Fotos wegen, die keinesfalls während eines kurzen Afrika-Urlaubes, sondern über einen längeren Zeitraum entstanden sind. Ganz besonders empfehlenswert!

 

 
Frank Rossow: Entdecke das Tauchen PDF Drucken E-Mail

Rossow, Frank:

Entdecke das Tauchen

Harter Einband mit farbigem Titelbild,  Größe etwa 20,5 x 28 cm

64 S. mit vielen farb. Abb.

Natur und Tier Verlag, Münster, 2017

ISBN 978-3-86659-287-2

Preis: 12,80 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (November 2017):

Ein phantastisches Titelbild, ein gutes Layout und auch ausgezeichnete Bilder. Der Verlag hat alles getan, das Buch gut zu gestalten. Der Text dagegen lässt viel zu viel zu wünschen übrig. Auch ein Kinderbuch muss fehlerfrei sein und die Wortwahl darf keine Fehlinterpretation zulassen. Weiterhin sind bei einer derart großzügigen Buchgestaltung Wiederholungen möglichst zu vermeiden. Sie sind auch nicht notwendig, denn es gibt mehr als genug zu diesem Thema zu sagen. Als Autor muss man nur wissen, ob das Buch sich an solche Kinder wendet, die bereits ihren ersten Tauchschein machen dürfen oder noch nicht. Im letzteren Fall allerdings werden sie auch keinen Spaß daran haben.

Wenn das „Tauchen entdeckt“ werden soll, dann bitteschön, hat die Gesamtheit des Tauchens im Mittelpunkt zu stehen und im Wesentlichen nicht nur das Sporttauchen mit seiner heutigen Ausrüstung. Man will nicht nur wissen, wie früher getaucht wurde, sondern vor allem, wie der Übergang vom gehenden Helm- zum Schwimmtauchen erfolgt ist. Davon findet sich nichts. Bei der Schilderung fehlen weitere wesentliche Entwicklungsschritte, und die heutigen Möglichkeiten werden bei weitem nicht alle genannt. So fehlt je ein Kapitel über das Höhlen- und das Wracktauchen, die UW-Fotografie, das UW-Filmen- und andere Beschäftigungen mehr. Selbst das Nitrox- und Tech-Tauchen sind jeweils ein Kapitel wert, ebenso wie die UW-Archäologie und die verschiedenen Zweige des ganz normalen Beruftauchens, z.B. als Forschungstaucher oder bei der Polizei, als Rettungstaucher bei der DLRG usw. Die Übergänge sind teilweise fließend.

Nur in der gegebenen Form über das Apnoetauchen zu berichten, reicht nicht! Weder die einzelnen Apnoe-Arten, noch ungewöhnliche Spitzenleistungen werden herausgestellt, und was über das Schatztauchen gesagt wird, ist einfach lächerlich. Hier lassen sich ungeheure geborgene Werte vorstellen, ebenso wie spezielle Museen oder das Tauchen in Panzertauchgeräten und vieles mehr. Ein Kinder-Sachbuch muss doch nur so vor Spannung knistern und darf nicht langweilig wirken!

Ein Kind, das ein solches Buch geschenkt bekommt, kann also bereits mehr als nur lesen. Da ist es unbedingt nötig, an entsprechenden Stellen ein paar Mehrinformationen zu liefern. Der gesamte Schreibstil gefällt mir nicht und Verweise, wie etwas ausgesprochen wird, kann man sich schenken. Ebenso die ewigen Hinweise, einen ersten Tauchkurs durchzuführen zu müssen: Das ist natürlich Voraussetzung, denn sonst kann das Kind an den beschriebenen Unternehmungen nicht teilhaben, die Gerätschaften gar nicht verwenden… Das Buch verliert seinen Sinn. Steht jedoch der erste Tauchschein an, dann ist lediglich eine allgemeine Einführung notwendig, und alles Weitere bekommt es in diesem Kursus gesagt. Es erhält Lehrmaterial und kann sich zudem Notizen machen, muss eine Menge lernen, und am Ende steht eine anspruchsvolle Prüfung. Die Ausrüstung wird ihm zudem zur Verfügung gestellt. Wichtig wäre allerdings, wo man dies lernen kann und welche Tauchscheine und Sonderbrevets es insgesamt gibt. Doch dazu gibt es wieder keine Aussage…

Unschön sind schließlich gravierende Fehler. Hier nur die wichtigsten: Der Begriff „ABC-Ausrüstung“ orientiert sich nicht am Aussehen von Flossen, Maske und Schnorchel, sondern wurde schon sehr früh von Redakteur Peter Müller der 1. deutschen Tauchsportzeitschrift „Delphin“ (Nr.4, 1959) geprägt. Purer Unsinn der Vergleich eines Helmtauchanzuges mit einem Astronautenanzug. Da gibt es keine gegenseitigen Anleihen. Es gibt auch nicht nur „eine Art“ Rettungsweste, und auch an anderer Stelle gehört das „eine Art“ nicht dazu. Wer Madeira schließlich als „spanische“ Insel bezeichnet, macht sich auch an anderer Stelle unglaubwürdig! Da fehlt ganz einfach viel zu viel! Insgesamt ein Buch, nicht nach meinem Geschmack, das ich leider überhaupt nicht empfehlen kann!

 
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