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Kinder- und Jugendbücher
Hans Christian Andersen: Die kleine Meerjungfrau PDF Drucken E-Mail

Andersen, Hans Christian:

Die kleine Meerjungfrau

Fester Einband mit sehr schöner Titelzeichnung, Format ca. 22 x 28,6 cm

Ohne besondere Seitenangabe mit farbigen Zeichnungen von Bernadette

NordSüd Verlag, Zürich, 2020

ISBN 978-3-314-10522-7

Preis: 15,00 € 

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Mai 2020):

Ein Märchenbuch aus der Weltliteratur für etwas ältere Kinder, die schon sehr gut lesen können, und die vor allem Spaß auch an längeren Texten entwickeln. Höchstwahrscheinlich muss man sie z. B. schon früh darauf vorbereiten. Das geschieht am besten dadurch, dass man seinen Kindern über mehrere Abende verteilt diese reizvolle Geschichte vorliest, und dabei gleichzeitig auch die Bilder bespricht. Immerhin ist das Märchen bereits im vorletzten Jahrhundert entstanden, und es füllt mehrere Seiten. Damals waren Märchen zunächst kürzer und vor allem auch in sehr viel deftigere Worte gekleidet. Auch in diesem Buch ist der Text leicht gekürzt, was jedoch nicht besonders ins Gewicht fällt. Hans Christian Andersen aus Odense in Dänemark verstand es jedenfalls, alle möglichen Details sanfter, zarter und vor allem ausführlicher zu gestalten, sodass diese Erzählung auch heute noch hervorragend ankommt. Es gab und gibt eine ganze Reihe von Kinderbüchern des gleichen Autors, mit gleichem Inhalt, doch setzt sich diese Neuausgabe durch die mitgegebenen Zeichnungen in hellen, freundlichen Farben davon ab. Alle Zeichnungen, die sehr schöne Details enthalten, gehen jeweils über die gesamte Doppelseite. Das markiert eine enge Zusammenarbeit zwischen Herausgeber, Zeichnerin und Verlag, denn Bernadette Watts, die lediglich unter ihrem Vornamen firmiert, lebt in Großbritannien. Dort hat sie Illustration und Kunst studiert und arbeitet seit 1968 als freie Illustratorin. Sie lebt heute in Kent und hat für den NordSüd Verlag bereits mehrere Märchen illustriert. Insgesamt ein sehr anspruchsvolles Kinderbuch, das man nur empfehlen kann.

 
Sam Haynes / Jago: Der Tag, an dem das Meer verschwand PDF Drucken E-Mail

Haynes, Sam und Jago:

Der Tag, an dem das Meer verschwand

Fester Einband mit farbigem Titel, Format ca. 23,5 cm quadratisch

Ohne Seitenangabe mit vielen doppelseitigen, farbigen Zeichnungen von Jago

Knesebeck Verl., München, 2018

ISBN 978-3-95728-2398-6,  Preis: 14,00 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen, (April 2020):

Ein besonders reizvolles Kinderbuch, das sich mit einem der größten Umweltprobleme unserer Zeit auseinandersetzt, und von dem der Verlag für jedes gedruckte Exemplar 1.-- € dem gemeinnützigen Verein „Pacific Garbage Screening“ (PGS) überweist. Um die Plastik-Verschmutzung von Flüssen und Ozeanen zu minimieren, wird die Öffentlichkeit durch entsprechende Kampagnen für die globale Kunststoffproblematik sensibilisiert, und gleichzeitig entwickelte PGS eine schwimmende Plattform, die auch kleinteiliges Plastik aus den Flüssen entfernt. Das Buch selbst entstand durch die Initiative des schwedischen Automobilherstellers Volvo, der seinen ökologischen Fußabdruck deutlich verringern möchte: So soll das Unternehmen klimaneutral werden, indem bis 2025 die CO2-Bilanz für jedes Neufahrzeug um 40% sinkt. Gleichzeitig soll der Anteil recycelter Kunststoffe um 25% gesteigert werden. Auch der Verlag verfolgt durch den Druck dieses Kinderbuches gleiche Ziele mit dem ersten weltweit zertifizierten Anbieter von Cradle to Cradle-Druckprodukten: Schließlich werden es unsere Enkel und Urenkel sein, die den Dreck ernsthaft zu beseitigen haben, den wir ihnen hinterließen.  

Obwohl von Volvo gesponsert, findet sich keinerlei Hinweis auf Autos, sondern der Inhalt dreht sich ausnahmslos um Kunststoffmüll. Jack, unser kleiner Titelheld wohnt an der Küste, und das Fenster seines Kinderzimmers ist direkt auf das Meer gerichtet. Eines Tages ist es einfach fort, nicht mehr zu sehen. Nur noch Sand und Schlick breitet sich da aus, wo einst Wasser gewesen ist. Bei seiner neugierigen Wanderung stößt er wiederholt auf ganze Müllberge – alte Fischernetze, Flaschen, Trinkhalme, Einkaufsbeutel oder die Ringe einer Getränkeverpackung, in der sich gleich sechs Möwen verfangen haben usw. Nun, solche Plastikberge gibt es vor unseren Küsten glücklicherweise nicht, und auch Nixen entspringen nur der Phantasie, aber ansonsten ist das Buch schon recht realitätsnah. So wird von einem Blauwal berichtet, der lauter Plastik gefressen hat und auch von einer Schildkröte, der ein Plastik-Trinkhalm in der Nase steckt. Nachdem der vorsichtig herausgezogen wurde, kommt durch ihn das Meer zurück – erst in Form einzelner Tropfen, dann in einem dünnen Wasserstrahl und schließlich mit aller Gewalt. Das Meer kehrte also zurück, und die dankbare Schildkröte bringt Jack ans Ufer zurück. Zum Schluss findet sich noch eine Liste, was jeder einzelne zur Müllvermeidung beitragen kann. Solche Kinderbücher, die sich an der Realität orientieren, sind ein besonders reizvolles und auch nützliches Geschenk für unsere Kleinen, denen man die Geschichten natürlich auch vorlesen kann. Schließlich werden ausgerechnet sie es sein, die auf jede Kleinigkeit zur Müllvermeidung besser achten als wir Erwachsene. Insgesamt ein außerordentlich empfehlenswertes Kinderbuch!

 
Tom Hird: Ozeanopädie 291 unglaubliche Geschichten vom Meer PDF Drucken E-Mail

Hird, Tom:

Ozeanopädie

291 unglaubliche Geschichten vom Meer

Fester Einband, Format ca. 15,5 x 21,5 cm, 2. Auflage

350 S. mit zahlreichen schwarzweißen Zeichnungen und einem farbigen Fototeil

Terra Mater Books, Wals bei Salzburg, 2018

ISBN 978-3-99055-004-5

Preis: 24,-- €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen, (April 2020):

Ein sehr aufwändig und gut gestaltetes Jugendbuch mit schönem Schutzumschlag, reizvollen Abbildungen und immerhin 291 Kapiteln. So macht es zunächst einen ausgezeichneten Eindruck. Beim Lesen stellt sich jedoch schnell heraus, dass einige Kapitel zu kurz geraten sind, wobei wir uns allerdings nur auf die wesentlichsten Stellen konzentrieren wollen: So hätte ich zu gerne erfahren, warum ganz normale Algen nicht (mehr?) zu den Pflanzen gezählt werden, und wieso Phytoplankton auch nachts Sauerstoff ohne Sonnenlicht erzeugen kann. Dann wird beim Rückstoßprinzip der Tintenfische von 4000°C geredet. Das ist jedoch schon wegen des hohen Energieaufwandes unmöglich, und diese Temperatur müsste auch vom Körpergewebe vertragen werden. Was also passiert da tatsächlich? Ebenso ist es seltsam, dass ausgerechnet ein Biologe beim Vergleich, wieviel Sauerstoff im Meer und an Land erzeugt wird, von falschen Prozentzahlen ausgeht und dann auch noch behauptet, dass man alle Bäume fällen könnte, ohne dass Großartiges dabei passiert – gleichzeitig aber die immense CO2-Speicherung der Wälder völlig unbeachtet lässt. Das ausgerechnet in der Zeit des gegenwärtigen Klimawandels! Weiters ist es unglaublich, wenn er meint, dass Wissenschaftler noch immer nicht ergründen konnten, wieso sich Clownfische zwischen den Fangarmen von Seeanemonen bewegen können, ohne dass ihnen dabei etwas passiert – oder   andererseits darauf zu hoffen, dass Haie in der Karibik einen solchen Appetit auf die dort eingeschleppten Rotfeuerfische entwickeln könnten, um die vordem vorhandene natürliche Balance wieder herzustellen. Einige solcher Aussagen können allerdings auch auf Übersetzungsfehler von Nadine Lipp zurückzuführen sein: Sie scheint offenbar keine Biologin zu sein. Sonst könnten unmöglich Kegelschnecken sprachlich zu Muscheln werden, und vor allem scheint ihr bei den Tintenfischen einiges durcheinander zu geraten: Schließlich sind Kraken, Kalmare und Sepien allesamt Tintenfische, wobei nur die Sepien einen Schulp, die Kalmare dagegen einen anders aussehenden Gladius  haben – jeweils evolutionäre Überbleibsel der ehemals vorhandenen äußeren Schale. Dementsprechend sollte die Abbildung im Buch dringend in Sepia umbenannt werden. Die Liste solcher Ungereimtheiten ließe sich ohne weiteres fortsetzen – ein Zeichen dafür, dass auch Jugendbücher, selbst wenn sie mittlerweile in den 2. Auflage erschienen sind, deutlich mehr Sorgfalt erfordern.

 
Britta Teckentrup: Fische, Fische überall PDF Drucken E-Mail

Teckentrump, Britta:

Fische, Fische überall

Geprägter fester Einband, Format ca. 24 x 30,5 cm

28 S. mit vielen farbigen Zeichnungen

Prestel Verl., München, London, New York, 2018

ISBN 978-3-7913-7386-7

Preis: 20.00 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Dezember 2019):

Eines der schönsten Kinderbücher, das mir in letzter Zeit unter gekommen ist! Das fängt bereits beim Einband an, der sich richtig erhaben anfühlt, sodass man die die einzelnen Fischleiber, ja den ganzen Schwarm einwandfrei spüren kann. Dazu erscheinen die einzelnen Fische in wunderschönen, irisierenden Farben. Einfach zauberhaft. Derart geprägte Einbanddecken gab es früher öfter bei wertvollen Bänden, heute sind sie leider sehr selten geworden. Und so steigt die Spannung, wie es wohl im Inneren des Buches aussehen mag. Besonders bestechend, dass es sich nicht, wie bei den meisten Kinderbüchern, um eine erfundene Geschichte handelt, sondern es orientiert sich ganz einfach an der Natur selbst. Das derart ausgezeichnet, dass sich keinerlei Fehler finden lassen. Es geht ausschließlich um Fische, die im Meer oder Süßwasser leben, die manchmal aber auch eine bestimmte Lebensspanne in beiden Gewässern zubringen. Wie viele Knochen- und Knorpelfische es überhaupt gibt, sagt uns der Text genauso, wie viele andere Besonderheiten oder statistische Werte, die selbst uns Erwachsenen nicht immer geläufig sind. Alle Bilder sind so gezeichnet, dass Sporttaucher die einzelnen Arten sofort erkennen. Insgesamt haben wir also ein wunderbares Kinderbuch vor uns, das man bereits schenken kann, wenn die Kinder noch nicht zur Schule gehen. Dann wird halt vorlesen. Die knapp gehaltenen Texte sind dazu bestens geeignet, zudem können interessierte Fragen beantwortet werden und es lässt sich noch vieles weitere erzählen, was zum Thema passt, so dass das Buch richtig lebendig wird. Obwohl gerade Mal 26 Seiten stark, reicht der Lesestoff gleich für mehrere Wochen oder gar Monate. Zudem sind die Bilder jeweils mit Suchspielen ausgestattet, was unsere Kleinen genauso beschäftigen wird. Vieles ist so spannend, dass sie kaum erwarten können, selbst mitschnorcheln zu dürfen. So geht es darum, was Fische überhaupt für Wesen sind, wie sie leben, wie es mit der Nahrungssuche ist und wie sie sich tarnen und schützen. Einzeln oder im Schwarm, in Korallenriffen oder auch in allen anderen Lebensräumen, selbst in der offenen See oder tief unten, wo kein Lichtstrahl mehr hingelangt. Selbst der Wechsel der Geschlechter wird zum Thema, oder warum z.B. bei Seepferdchens der Papa zur Mama wird. Fische gibt es schließlich schon seit Jahrmillionen Jahren. Im Devon – einem der frühen Erdzeitalter – wo  erste Pflanzen bereits das Festland besiedelten, aber noch lange vor den allgemein bei Kindern beliebten Dinosauriern, spricht man gar vom Zeitalter der Fische. Was sie heute für uns Menschen bedeuten, findet sich natürlich ebenso, und so ergibt sich ein besonders reizvolles Buch, dem ich eine möglichst große Verbreitung wünsche!

 

 
Ninon Ammann: Wundertier Schwamm PDF Drucken E-Mail

Ammann, Ninon:

Wundertier Schwamm

Fester Einband mit schönem Titelbild, Format ca. 21,7 x 30,2 cm

Ohne Seitenangabe und zahlreichen farbigen Zeichnungen

Atlantis Verl., Imprint von Orell Füssli Verl., Zürich 2019

ISBN 978-3-7152-0749-0

Preis:  14.95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Dezember 2019):

Das erste Kinder-Sachbuch über Schwämme! In der Tat, da haben der Klappentext Recht und der Verlag sich sehr viel Mühe gegeben. Mit einer äußerst gefälligen Aufmachung und ausgesprochen schönen Zeichnungen, die – wie das erste große Bild – biologisch nicht unbedingt exakt sein müssen. Beim Text allerdings hätte ich ein wenig mehr erwartet: Bei nur drei Unterordnungen wäre es erwähnenswert, wieviel Arten jeweils dazu gehören. Es reicht auch nicht, dass die Schwämme die Meere und das Süßwasser besiedeln. Schließlich gibt es Sand-, Schlick- und auch felsige Böden. Und in der Nord- und Ostsee wird man die auffälligsten und besonders schönen Arten, wie auf den Zeichnungen dargestellt, leider nicht zu sehen bekommen. Insgesamt gäbe es eine ganze Menge mehr zu berichten und zumindest die wichtigsten Eckpunkte sollten auch in Kinderbüchern nicht unerwähnt bleiben. Insgesamt hätte der Text ruhig ein wenig mehr in die Tiefe reichen können.

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Bernd Hill: Bionik Schwimmen und Tauchen PDF Drucken E-Mail

Hill, Bernd:

BIONIK

Schwimmen und Tauchen

Fester Einband mit farbigem Titelbild, Größe ca. 17,5 x 24,5 cm

149 S. mit vielen Zeichnungen

Knabe Verl., Weimar, 2016

ISBN 978-3-944575-37-7

Preis: 16,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Dezember 2019):

Ein Jugendbuch, in dem der Autor versucht, anhand einiger physikalischer Gesetze die Grundlagen der Bionik zu erläutern. So ist von Schiffen und U-Booten die Rede und von deren Antrieben. Es geht dabei vor allem um hydrostatische Gleichgewichtszustände und um die Bewegungsmöglichkeiten der Schiffe. Dementsprechend heißt der Untertitel „Schwimmen und Tauchen“, was allerdings die Geschichte nur äußerst einseitig beleuchtet, denn das Schnorcheln, das Berufs- und Sporttauchen werden komplett ausgeschlossen. Das ist verwunderlich, da das Buch mit einem Zitat Cousteaus beginnt.   Verschiedene Abbildungen lassen vermuten, dass der Autor selber kein Sporttaucher ist. Sonst wären ihm einige Zeichenfehler nicht unterlaufen: So sehen z.B. alle Taucherglocken auf S. 38 so aus, als seien sie total mit Luft gefüllt. Man sieht also nicht, wie der Wasserdruck mit zunehmender Tiefe die darin befindliche Luft immer weiter zusammendrückt. Weiters spielt es keine Rolle, wenn eine kleine Larve ihren Schnorchel immerhin auf das 15-fache ihrer Körperlänge ausdehnen kann. Daraus auf einen Vergleich mit frühen Abbildungen aus der Tauchgeschichte (S.39) abzuleiten, ist jedoch unsinnig. Längere Schnorchel haben nämlich niemals funktioniert, sind zudem gefährlich, und so sollten unsere Schnorchel keinesfalls über die üblichen 30 cm verlängert werden. Weiters ist der Hinweis auf die Luftmoleküle in den Abbildungen auf S.79 unsinnig: Schwimmblasen von Fischen verändern ihr Volumen beim Tiefer- und Höhertauchen durch Muskelkraft. So sollte das auch gezeichnet werden, und auch die nebenstehenden Ballons sollten besser keine „Molekül“-Pünktchen enthalten. Ebenso kann bei der Abbildung des frühen U-Bootes „Steinhuder Hecht“ (S.42) die Besegelung keinesfalls der Rückenflosse eines Hechtes abgeschaut worden sein. Auch an einigen anderen Stellen, hätte ich insgesamt gerne ein wenig mehr Akkuratesse gesehen. Eigentlich schade, denn das Buch ist im Großen und Ganzen innerhalb einer Bionik-Serie recht sorgfältig ausgearbeitet, und es enthält neben vielen erklärenden Zeichnungen auch solche, die zu Experimenten anregen. 

 
 
Verne, Jules: 20.000 Meilen unter dem Meer PDF Drucken E-Mail

Verne, Jules:

20.000 Meilen unter dem Meer

Leinen mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 21 x 24 cm

328 S. mit vielen schwarzweißen und farbigen Abb.

Knesebeck Verl. , München, 2017

ISBN 978-3-95728-045-9

Preis: 29,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (April 2018):

Ein großartiges Buch für Jugendliche und Erwachsene – ein Werk der Weltliteratur eben. Jules Verne war durch andere Zukunftsromane quasi über Nacht weltberühmt geworden, und heute gilt er als einer der Väter der Sciencefiction-Literatur. Der vorliegende Band orientiert sich an seiner Originalfassung und vereinigt beide Teile in sich. Er ist deutlich dicker als die meisten seiner anderen, weltweit immer wieder neu aufgelegten Bücher, die jeweils stark gekürzt wurden und dadurch vor allem Jugendliche ansprechen. Originalzeichnungen wurden bewusst außeracht gelassen. Dafür enthält es zahlreiche, hervorragende neue Zeichnungen in schwarzweiß und Farbe von William O`Connor, der in New York lebt für den Chesley Award nominiert wurde. Ebenso wurde der Wortlaut unserem heutigen Deutsch angepasst, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt. Die künstliche Bräunung der Seiten ist einer Vergilbung nachempfunden, um das tatsächliche Alter des Buches zu zeigen. Ursprünglich sind nämlich beide Bände schon 1869 und 1870 geschrieben worden. Damals gab es nur etwa 15 U-Boote weltweit, und über die Meere wusste man sehr wenig. Aber kurz zuvor wurden bereits die ersten brauchbaren autonomen Atemgeräte von Rouquayrol-Denayrouze für Helmtaucher entwickelt, die später weltweite Verbreitung erfuhren, und grottenartige Aquarien ließen sich auf der Weltausstellung in Paris bewundern. So ist denn diese Geschichte um ein komfortables Wohn-U-Boot mit Elektroanrieb und UW-Ausstieg entstanden, damit die Mannschaft alles Notwendige direkt aus dem Meer erlangen kann. Die normale Welt war für Kapitän Nemo abgemeldet. Hin und wieder wurde das Boot von anderen gesichtet. Man hielt es zunächst für einen noch unbekannten Narwal. Um dieses Geheimnis endlich zu lüften, startet ein amerikanisches Schiff, auf dem sich u.a. der französische Wissenschaftler Prof. Aronnax befindet. Man findet dieses Untier schließlich im Pazifik. Unerwartet wehrt es sich gegen die Beschießung, wobei drei Mitglieder der Expedition – darunter Prof. Aronnax – über Bord gespült werden. Sie werden jedoch gerettet und gelangen so an Bord des U-Bootes, wo sie wie Gäste behandelt werden und an einer Rundfahrt von 20.000 Meilen durch alle Weltmeere teilnehmen. Prof. Aronnax erlebt dabei durch große UW-Fenster die Schönheiten dieser bis dahin unberührten UW-Welt, und er kann auch die arbeitenden Taucher beobachten. Das Buch berichtet aus seiner Sicht und einer Zeit, als die Meere noch voller Fische und die Korallenriffe unversehrt waren. Getaucht wurde freilich aufrecht gehend, da Verne sich das heutige Schwimmtauchen nicht vorstellen konnte. Insgesamt ein großartiges Werk nicht nur für Verne-Fans, die entsprechenden Clubs angehören oder in besonderen Gaststätten wie z.B. auf Rügen speisen können, die dem U-Boot nachempfunden sind, sondern jeder, der die UW-Welt liebt, sollte dieses Buch unbedingt kennen!

 

 
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