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Umwelt
Fohrer (Hrsg.) / Bormann / Miegel / Casper / Bronstert / Schumann / Weiler: Hydrologie PDF Drucken E-Mail

Fohrer (Hrsg.) / Bormann / Miegel / Casper / Bronstert / Schumann / Weiler:

Hydrologie

Broschiert mit farb. Titel, Format: 15 x 21,5 cm

389 S. mit rund 200 teils farb. Abb. und 45 Tabellen

utb-Band Nr. 4513

Haupt Verl. Bern, 2016

ISBN 978-3-8252-4513-9

Preis: 24,99 Euro

Buchbesprechnung von Wolfgang Freihen (Juli 2016):

Ohne Wasser ist Leben unmöglich, und außerdem kommt nur Wasser gleichzeitig in allen drei Aggregatzuständen auf unserer Erde vor – fest, flüssig und auch gasförmig. Wasser ist also ein ganz besonderer Stoff. Darüber hinaus verfügt es über zusätzliche Eigenschaften physikalischer und chemischer Natur, die ökologisch wichtig und für die Biosphäre von herausragender Bedeutung sind. Die Hydrologie setzt sich mit all diesen Gegebenheiten auseinander und stellt die Wissenschaft vom Wasser mit den verschiedenen Komponenten seines Kreislaufs dar. Viele Gegebenheiten der Geophysik, wie u.a. auch die Geologie und die geographische Gestalt unserer Erdoberfläche, spielen dabei eine entscheidende Rolle mit. Das Temperaturgeschehen, die Winde und die verschiedenen Klimagürtel sind weltweit ebenso wichtig, wie die natürliche Vegetation. Für die unmittelbare Praxis bedeutender sind jedoch regionale Verhältnisse, die ebenfalls in Einzeldarstellungen detailliert vorgestellt werden. Dazu gehören auch anthropogene Gegebenheiten, die sich durch den Einfluss von Landnutzung, Landwirtschaft und Forsten, Straßen- und Städtebau und viele andere technische Baumaßnahmen ergeben. Nicht dabei zu unterschätzen ist der Einfluss des Klimawandels, der in diesem Buch ebenfalls Beachtung findet, dem wir bereits örtlich begrenzte und besonders heftige Niederschläge und häufiger wiederkehrende „Jahrhundertkatastrophen“ verdanken. Gerade der Risikovorsorge hinsichtlich des Hochwasserschutzes – soweit dies beim Flussgebietsmanagement infolge vorhandener Bebauung noch möglich ist – kommt neben Bewässerungsmodellen und einem nachhaltigen Wassermanagement besondere Bedeutung zu. Das Buch gibt einen Einblick in Messmethoden zur Quantifizierung hydrologischer Prozesse, es berichtet über Tracer Studien und aus der hydrologischen Praxis, beschreibt Computer-Programme und berichtet bis hin zur modernen Fernerkundung aus dem Weltall. Alle Fragen rund ums Wasser, seinen globalen und regionalen Kreisläufen, dem Bodenwasserhaushalt, dem Grundwasser, den unterschiedlichen Oberflächengewässern, aber auch der Verdunstung und die Interaktion zwischen Pflanzen, Boden und Atmosphäre werden im Detail besprochen. Der Klappentext weist wohl auch auf ein zusätzliches Glossar hin, das jedoch in seiner gewohnten Form nicht vorhanden ist: Die Erklärungen einzelner Begriffe finden sich vielmehr im Text selbst, wo die Stichworte jeweils fett gedruckt erscheinen. Aufsuchen kann man sie mit Hilfe des Registers. Ansonsten ist das Buch gut illustriert und wendet sich vor allem an Studienanfänger der Natur- und Ingenieur-Wissenschaften. Es handelt sich um einen utb-Band, der dem Ziel dient, besondere Lehrbücher und Lernmedien für ein erfolgreiches Studium zu veröffentlichen. Es wird kein hydrologisches Vorwissen vorausgesetzt. Dadurch kann das Buch auch allen anderen interessierten Lesern empfohlen werden, die mehr hydrologisches Verständnis zumindest für die groben Zusammenhänge gewinnen möchten und sich nicht scheuen, in eine nicht  immer leicht zu lesende Materie einzusteigen.

 
Hinrichsen Don: Atlas der Küsten und Meere PDF Drucken E-Mail
Hinrichsen, Don:

Atlas der Küsten und Meere

Bedrohte Lebensräume unter der Lupe

Harter Einband mit farbigen Titelbildern, ca. 19,5x25 cm

128 Seiten mit vielen Abbildungen

Haupt Verlag, Bern, 2011

ISBN 978-3-258-07642-3

Preis: 24,90 Euro

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen 

Ein Buch, das sich mit Umweltschäden auseinandersetzt. Angesichts dessen hätte ich mir als einleitendes Kapitel eine Übersicht über die demographische Entwicklung der gesamten Erdbevölkerung gewünscht, bevor damit begonnen wird, wie viel Menschen schon jetzt an den Küsten leben.
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Mertens/Bösinger/Imhof/Knutti/Küry/Staub: Der Lachs PDF Drucken E-Mail
Mertens / Bösinger / Imhof / Knutti / Küry / Staub:

Der Lachs

Ein Fisch kehrt zurück

Harter Einband mit farbigem Titelfoto, ca. 24x26,5 cm

264 S. mit vielen Fotos, Grafiken und Karten

Haupt Verlag, Bern, 2011

ISBN 978-3-258-07615-7

Preis: 39,90 Euro

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen

Die Rede ist vom Rheinlachs, der noch vor 100 Jahren regelmäßig über 1300 km den Rhein hinauf wanderte, um auch in der Aare und anderen Schweizer Flüssen zu laichen. Doch dann fing man an, alles „besser“ machen zu wollen. Abwässer gingen sowieso in den Rhein, der Fluss und seine Nebengewässer wurden zudem begradigt und mit Staustufen verbaut. Ganze Lebensräume verarmten biologisch, und jährlich erneut auftretende Hochwasser drangsalierten die Bevölkerung.
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Naomi Klein: Die Entscheidung Kapitalismus vs. Klima PDF Drucken E-Mail

Klein, Naomi:

Die Entscheidung

Kapitalismus vs. Klima

Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 15 x 22 cm

699 Seiten

S. Fischger Verlag, Frankfurt am Main, 2015

ISBN 978-3-10-002231-8

Preis: 26,99 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen:

Es ist kein Tauch- oder UW-Buch, das ich dieses Mal vorstelle, sondern ein Umweltbuch, das sich mit dem Klimawandel auseinandersetzt – eines der bemerkenswertesten Bücher zu diesem Thema überhaupt. Ich kann es nicht warm genug empfehlen, denn dieses Thema betrifft jeden einzelnen von uns, und zwar weltweit. Wichtig dabei, dass dieser Wandel durch die Verbrennung fossiler Energieträger und das dabei anfallende CO2 hervorgerufen wird. Ohne Zweifel ist der Klimawandel damit anthropogener Natur, wird durch uns selbst verursacht, und deshalb können wir ihm auch nur selbst entgegenwirken, indem wir den weiteren ungebremsten CO2-Austoß durch entsprechende Maßnahmen unterbinden. Sollten wir das nicht schaffen, wird sich unser Leben, wie wir es heute kennen, total verändern, und der Klimawandel wird sich zur größten Herausforderung entwickeln, der sich die Menschheit je gegenübergesehen hat.

Fünf Jahre hat die Autorin für die Ausarbeitung dieses Buches benötigt. Herausgekommen ist ein umfangreiches Werk, in dem die Zusammenhänge hervorragend dargestellt werden. Auch die Verknüpfungen der Fossilindustrie (Kohle, Erdöl und Erdgas) mit anderen Wirtschaftszweigen, der Politik und unserer Art zu leben werden deutlich. Um diese gewaltige Sisyphusarbeit überhaupt bewerkstelligen zu können, waren mehrere Mitarbeiter/innen erforderlich. Einen Eindruck davon bietet schon ein Blick ins Literaturverzeichnis, das an die 100 Seiten umfasst und nicht nur Hinweise auf wichtige Bücher enthält, sondern in dem – da besonders aktuell – auch  Einzelbeiträge aus überregionalen Zeitungen, wissenschaftlichen Zeitschriften und ähnliche Publikationen aufgeführt sind. Außerdem arbeitete Naomi Klein mit mehreren Universitäten und Forschungsstationen zusammen, sodass selbst neueste Erkenntnisse aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen mit einfließen konnten. Die einzelnen Kapitel wurden vor Drucklegung nochmals von verschieden Professoren gegengelesen, sodass wir hier ein Buch in Händen halten, das sich umfassend mit der ganzen damit verbundenen Themenvielfalt auseinandersetzt. Dabei wird auch deutlich, dass der Klimawandel nicht nur auf unsere Atmosphäre beschränkt ist und das Wettergeschehen beeinflusst,  sondern durch die Versauerung der Meere, durch ihre Erwärmung, das Ausgasen von Methanhydraten und das Ansteigen der Meeresspiegel auch immense Auswirkungen auf unsere Ozeane hat, was wiederum enorme, nicht gewollte Rückwirkungen auf unseren menschlichen Lebensraum und unser Leben verursacht.

Natürlich gibt es noch immer zahlreiche, die den Klimawandel nach wie vor leugnen und selbst die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu negieren – eine mächtige Allianz, die vor allem aus Vertretern der Fossilindustrie und deren Verbündeten besteht. Auch auf deren Argumente geht die Autorin im Detail ein. Dass von dort keine Hilfe zu erwarten ist, ist nur allzu verständlich: Schließlich ist sehr viel Geld im Spiel, und so ist die Fossilindustrie bestrebt, diese Pfründe nicht versiegen zu lassen. Das nämlich würde bedeuten, die Förderung fossiler Energieträger immer stärker einzuschränken, was denn in Wirklichkeit die mit Abstand wichtigste Methode darstellen würde, der Klimaerwärmung wirkungsvoll zu begegnen. Gegenwärtig ist jedoch noch das Gegenteil der Fall: So werden immer extremere und gefährlichere Förderwege eingeschlagen. Anzuführen sind da vor allem Tiefseebohrungen, solche in der Arktis und das Fracking. Die Autorin belegt das sehr eindringlich anhand tatsächlicher Gegebenheiten und den dabei entstandenen Unfällen von erschreckendem Ausmaß. Es geht also darum, fossile Energieträger möglichst in der Erde zu belassen und stattdessen auf erneuerbare Energien zu umzusteigen – Techniken, die durchaus bereits verfügbar sind und die im Laufe der Zeit noch sehr viel effektiver werden. Ebenso enthält das Buch auch zahlreiche Hinweise auf die Macht indigener Völker, und wie jeder einzelne von uns dazu beitragen kann, dieser Misere entgegenzuwirken.

Eines freilich kommt mir in diesem Buch zu kurz, was allerdings für die die Gelassenheit spricht, mit der viele bei uns heutzutage diesem Thema nach wie vor begegnen: Gemeint ist, was es heißt, den Temperaturanstieg auf 2 °C bis zum nächsten Jahrhundertwechsel begrenzen zu wollen. Das erscheint nämlich vielen dermaßen gering, dass sie der Überzeugung sind, dies müsse ohne weiteres verkraftbar sein. Ist es aber nicht. Vergessen wird dabei, dass diese 2 °C nicht etwa hier vor Ort gemeint sind, sondern einen globalen Mittelwert darstellen, nach dessen Überschreitung eine Rückkehr zu heutigen Klimagegebenheiten möglicherweise selbst nach mehreren Jahrhunderten nicht mehr gewährleistet ist. Dann wird sich das Leben unserer Kinder und Kindeskinder grundlegend verändern, denn es werden weltweit Gegebenheiten heraufbeschworen, die wir uns heute kaum vorstellen können. Entscheidend dafür ist auch, dass der Klimawandel, in dem wir bereits mitten drin stecken, sich schleichend und im täglichen Einerlei fast unmerkbar vollzieht. Ebenso wird vielfach argumentiert, dass es solche Klimawechsel schon in früheren Jahrmillionen gegeben hat. Das ist sicher richtig, aber da waren wir Menschen noch nicht da, und es geht bei diesem Thema um nichts anderes als um unsere Zukunft! Dem heutigen, immerhin von uns selbst herbeigeführten Klimawandel sollten wir deshalb dringend weit mehr Aufmerksamkeit schenken als gegenwärtig, um auch zukünftigen Generationen ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Greifen Sie deshalb zu diesem aufrüttelnden Buch, lesen Sie es und informieren Sie sich selbst!

 
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