Dominikanische Republik
s15_04Die Insel der Buckelwale
Von Johann N. Atzenbacher

Bekannt ist die Insel bei Tauchern vor allem wegen der spektakulären
Buckelwalbegegnungen. Doch auch darüber hinaus gibt es ganz viel zu entdecken, besonders die kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die Hauptstadt Santo Domingo wurde kürzlich zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Dominikanische Republik nimmt die östlichen zwei Drittel der Insel Hispaniola ein. Im Nationalpark La Caletta liegen zwei Wracks. Während die „Hickory“ in 20 Meter Tiefe in den letzten Jahren arg gelitten hat und teilweise zerfallen ist, zeigt sich nicht weit davon der kleine Schlepper „El Limon“ recht intakt. Rundherum gibt es die für die Karibik typische Korallenlandschaft mit Yellow Stingrays, Schwämmen und Kleinlebewesen wie Garnelen. Sogar im Landesinneren warten kleine Sensationen auf Taucher: Es gibt mehrere Süßwasserhöhlen, in denen sogar Anfänger leicht und sicher tauchen können. Ein anderes großes Tauchreiseziel der Insel liegt bei Punta Cana. Höhlentauchen ist dort auch möglich, mit der „Astron“ liegt aber ein Wrack anderer Art vor der Küste. Vor vielen Jahren auf Grund gelaufen, schaut der riesige Frachter zur Hälfte rostig aus dem Wasser. Riffe mit Canyons gibt es auch dort auch und in Korallengärten nicht weit vor der Küste tummeln sich viele Jungfische. Die locken auch schon mal den ein oder anderen großen Barrakuda an. Im Frühjahr ziehen Buckelwale nur wenige Meter vor den Hotelstränden entlang.

Busse in den Süden

Nicht zuletzt zeigt hat auch die Nordküste ihre Tauchreviere. Die First Class Divers fahren Plätze ganz im Westen des Landes an der Grenze zu Haiti an. Das unbekannte Wrack, das dort auf ungefähr 35 Meter Tiefe liegt, wird sonst nie betaucht. Andere Spots, die die Basis mit dem schnellen Boot von der neuen Marina in Cofresi aus anläuft, liegen in der Nähe von Puerto Plata. Dort gibt es mit der „Zingara“ ein weiteres Wrack. Einige Tauchplätze werden mit dem Auto angefahren, so zum Beispiel die Höhle Dudu Cave in Richtung Samana. Zum Tauchen vor der Halbinsel selbst werden regelmäßig Ganz- und Zweitagesfahrten mit dem Bus organisiert.
Alle Tauchbasen unternehmen Tagesfahrten mit Bussen in den Südosten der Insel. In Bayahibe legen schnelle Fiberglasboote ab und fahren zu den Inseln Catalinita, Catalina und Saona. Vor Catalinita zieht sich eine Steilwand entlang. Haien und größeren Rochen begegnet man an dem bis zu 25 Meter tiefen Korallenriff auch schon mal. Mittags wird auf Saona Pause gemacht und gegessen. Nichttaucher können den ganzen Tag dort verbringen.  
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In die große Bucht von Samana ziehen in den ersten Wochen des Jahres die zu den Bartenwalen gehörenden Buckelwale. Die Bucht ist ein mehrere Kilometer langer und nicht ganz so breiter Einschnitt in die Insel und verläuft fast genau in Ost-West Richtung. In diesen ruhigen Gewässern lassen sich die bis zu 18 Meter langen und bis 45 Tonnen schweren Meeressäugetiere von Schiffen aus beobachten. Unter der Aufsicht von Biologen, die das Treiben der Boote kontrollieren, haben Touristen während der entsprechenden Monate fast täglich die Gelegenheit zum Whalewatching. Bei der Tour ist ein nachmittäglicher Abstecher zur berühmten Bacardi-Insel Cayo de Levantado eingeschlossen.
Vielfach wird die DomRep falsch eingeschätzt. Einerseits vielleicht, weil die Reise nicht unbedingt teuer ist, zum anderen sicher auch, weil sich die Urlauber oft nicht die Mühe machen über die Hecke ihres Hotels hinauszuschauen.
Dabei lohnt ein Ausflug zum Lago Enriquillio ebenso wie etwa ein Besuch der kolonialen Altstadt Santo Domingos. In dem restaurierten Viertel findet man neben der ältesten Kirche der neuen Welt auch die älteste Universität, das Haus von Christoph Columbus‘ Sohn Diego und vieles mehr.