Latour Francoise: Ozeane
Latour, Françoise:

Ozeane

Geheimnisvolle Meereswelten verstehen und schützen

Harter Einband mit farbigem Titelfoto und ebensolchem Schutzumschlag, ca. 27,5x37 cm

224 Seiten mit sehr vielen Abbildungen

Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2011

ISBN 978-3-7688-3325-7

Preis: 44.-- Euro

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen

Ein ganz besonders schönes Umweltbuch im Großformat mit sehr guten Fotos, die durch ihre Größe besonders zur Geltung kommen. Einfach großartig. Die Kapitel sind gut gegliedert, und der fundierte Text wartet mit einem enormen Detailreichtum auf. Wenn ich trotzdem nicht ganz zufrieden bin, so vor allem wegen der schlechten Übersetzung aus dem Französischen.

 

Zahlreiche sprachliche Mängel lassen die notwendige Exaktheit im Ausdruck vermissen: Wenn z.B. (S. 36) die Oberfläche nicht zur Masse, sondern Größe ins Verhältnis gesetzt wird, ergibt das keinen Sinn. Die Überschrift, Korallen könnten Krebs, Alzheimer und AIDS heilen (s. 52), erweckt übergroße Erwartungen. Sie ist ebenso irreführend wie die mehrfach auf (S. 87/88) wiederholte Behauptung, Haie hätten gleich fünfmal das Auslöschen „allen Erdenlebens“, beziehungsweise „sämtlicher Arten“ miterlebt. Wäre dem so, dann wären sie letzten Endes ebenso ausgestorben, und auch wir würden nicht existieren: Das Buch wäre nie geschrieben worden… Wale (S.119) sind weder unsere Vorfahren, noch können (S. 115) Spitzenleistungen physikalischen Gesetzen widersprechen. Komplett unsinnig schließlich die Feststellung (S. 197), Plankton reduziere die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um „mindestens das Vierfache“. Gemeint ist ein Viertel. Noch mehr solcher Stilblüten ziehen sich durch das ganze Buch. Ein biologisches Fachlektorat wäre richtig gewesen, zumal die „normalen“ Lektoren weder die unglückliche Wortwahl, noch falsch beschriftete Bilder moniert haben: So sind die vermeintlichen Orcas auf der Doppelseite (83/84) in Wirklichkeit kleine Commerson-Delfine, zu denen ein ganz anderer Text gehört hätte, und auf (S. 117) haben wir keinen Pottwal, sondern einen Buckelwal vor uns. Wenn ich Ihnen das Buch trotzdem ganz besonders ans Herz legen möchte, so deshalb, weil es trotz all solcher Mängel äußerst lesenswert ist.