Baselworld 2016

Crisis? What Crisis?

aufmacherVon Gabriele Curschmann-Käsinger

Mit gedämpften Erwartungen reiste man an – und nahezu euphorisch wieder ab: Die Baselworld 2016 ließ Aussteller wie Besucher die Krise vergessen. Der Welt wichtigster Gradmesser in Sachen Uhren und Schmuck bewies einmal mehr, dass der Markt für Luxusgüter nahezu unabhängig von der gerade herrschenden Konjunktur läuft.    Nicht zuletzt liegt der Erfolg der Basler Uhren- und Schmuckmesse in der Qualität der angebotenen Produkte. Wobei sich Qualität nicht unbedingt über den Preis definiert. Pfiffige Lösungen und ausgefallenes Design müssen nicht unbedingt teuer sein.

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Für tauchendes Fachpublikum ist die Messe vor allem interessant, weil hier die Trends in Sachen wirklich hochwertiger Taucheruhren gesetzt werden. Kaum ein Edelhersteller, der sein Sortiment nicht um mindestens eine edle Tauchtaugliche erweitert hat. Auffallend ist hier vor allem der Ehrgeiz, mit dem die Hersteller die maximalen Einsatztiefen ihrer Pretiosen weiter vorantreiben. Sinn machte in dieser Hinsicht vor einigen Jahren den Anfang und präsentierte mit seiner U-Reihe Modelle, die druckfest bis 1000 Meter sind. Andere Hersteller, zum Beispiel Kenzo (mit der Kazimon Eintausend), zogen nach. Vorläufiger Höhepunkt ist eine Taucheruhr vom spanischen Uhrmacher Pita, die gänzlich ohne Durchführungen auskommt und die bis sagenhafte 5000 Meter reicht. Indes, kein Taucher wird in nächster Zeit solche Tiefen erreichen können. Lothar Schmidt, der Geschäftsführer von Sinn: „So spektakuläre Tauchtiefen dienen vor allem der Imagebildung beim Endverbraucher und innerhalb der Branche signalisiert es dem Mitbewerb: «Schau mal, was wir alles draufhaben.»“ ( Foto links unten: Ulysse-Nardin für Damen) Die Lady Diver von Ulysse Nardin ist zum Tauchen eigentlich zu schade. An vielen Stellen der Uhr funkelt und glitzert ein Brilli, fast zerbrechlich wirkt die Uhr, die es in vielen möglichen Farben, auch und vor allem Pastelltönen, gibt. Zur Technik: Die Lady Diver ist bis 100 Meter Tiefe dicht. Herzstück der Uhr ist das Automatik-Kaliber UN-810, das die Werkstechniker in ein 40 Millimeter Durchmesser aufweisendes Stahlgehäuse gepackt haben, das mit einem Saphirglas gedeckelt wurde. Besonders gut gefallen hat uns die Farbvariante in Klogrün. Ab 7000 Euro geht’s los, das Spitzenmodell mit besonders vielen Diamanten besetzt kostet rund 16000 Euro. www.ulysse-nardin.com