Plansee, Lechausee, Immenhofer See
Flotter Dreier

Von Sybille Gerlinger (Text) und Gerald Nowak (Fotos)
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Taucher in Südbayern haben es gut. Jede Menge toller Seen direkt vor der Haustür. Drei von ihnen stellt Ihnen ATLANTIS vor – und empfiehlt sie wärmstens für einen coolen Sommertrip. Denn hier heißt es: „Taucher willkommen!“



Plansee
Saftig knackt die Currywurst beim Zubeißen und verteilt ihre herzhaften Aromen in der Mundhöhle. Ein Stopp an Doris’ Imbissbude ist einfach Pflicht zwischen den Tauchgängen am Plansee. Da zeigt sich eben, dass die Berliner Erfindung auch jenseits der Grenze noch munden kann. Dann den Korpus in die warme Alpensonne gelegt, so lässt sich der Vormittag am schönsten Revue passieren: Der Morgen begann mit einer märchenhaften Fahrt durch den Oberammergau. Vorbei an Märchenkönig Ludwigs Schloss Linderhof, schraubt sich die Straße durch den Ammerwald immer höher und erreicht auf knapp tausend Höhenmetern das Nordostufer des Plansees – einem der größten und schönsten Bergseen Österreichs. Der Plansee hat Trinkwasserqualität, bietet Sichtweiten bis zu 30 Meter und hat eine maximale Oberflächentemperatur von 18 Grad. Hinzu kommt eine auf die Bedürfnisse der Taucher abgestimmte Infrastruktur. Neben der Currywurst und einem Campingplatz sind es vor allem das Planseecamp und das Hotel „Forelle“ nebst Tauchbasis Edelweiss, die ein Tauchwochenende hier zum reinsten Erholungsurlaub werden lassen. Vor das Tauchvergnügen hat der Herrgott am Plansee allerdings die Agrargenossenschaft Breitenwang gestellt. Und die hält die Hand auf: Die Genehmigungen für Tauchen, Parken und Liegewiese summieren sich auf immerhin 13, 50 Euro. GN_03298
Seit einigen Jahren besteht das Planseecamp als Ableger von Harald Zellers „Allgäuer Taucherhof“. Mittlerweile sind die einstigen Wohnwagen vier komfortablen Bungalows gewichen, die insgesamt 20 Taucher beherbergen können. Da mutet das Camp schon fast wie ein kleines Dorf an, zu dem neben der Tauchbasis mit gewärmtem Trockenraum und Almstube sogar ein russisches Dampfbad gehört. Harald Zeller, der alte Recke, lässt es sich da natürlich nicht nehmen, an schönen Sommerwochenenden den Grill persönlich anzuschmeißen. Zeit dazu hat er nun wieder, die Leitung des Taucherhofs, unten in Aitrang im Allgäu, haben schon Anfang 2005 Thomas Müller-Wegner und seine Frau Marion übernommen.
Wer lieber in einem Hotelzimmer nächtigt, quartiert sich einige Meter weiter im Hotel „Forelle“ ein und wird von der Tauchstation Edelweiss gut betreut. Drei zulässige Tauchzonen gibt es im Plansee. Die eine befindet sich direkt vor der Tür des Planseecamps. Die zweite liegt zwischen dem Badestrand des Hotels „Forelle“ und dem Zulauf des Torsäulenbaches. Die dritte zwischen Reutte und dem Plansee, am Kaiserbrunnen. Gäste des Camps und des Hotels erreichen ihr Hausriffe also bequem zu Fuß.
Das flach abfallende Ufer ermöglicht an beiden Plätzen einen leichten Einstieg. Ein alter Heuwagen und ein Ruderboot stehen bei 15 und gut 20 Meter zwischen dem Laichkraut, einige Flussbarsche und Forellen huschen durchs meist klare Wasser. In der Dämmerung trauen sich auch noch etliche stattliche Edelkrebse aus ihren Verstecken. Am Einstieg „Camp“ fallen zunächst die zwei Übungsplattformen ins Auge und die Überreste einer alten Kutsche. Ein riesiger Haufen Holzstangen liegt wie das vergessene Mikado eines Riesen im Wasser und etwas weiter hat ein Allgäuer Künstler Unterwassergeister aus Metall aufgestellt. Die skurrilen Schrottfiguren sind stets für ein Schmunzeln hinter dem Atemregler gut.
Viel schöner als die von Menschenhand gemachten Attraktionen sind jedoch die wirklich beeindruckenden Schwärme von Flussbarschen. Wenn sie bei guter Sicht und Sonnenschein scharenweise übers Laichkraut sausen, könnt man fast glauben, man wär’ am Mittelmeer.

Lechausee Stoer01098
Nur eine knappe halbe Stunde vom Plansee entfernt, liegt der kleine Lechausee. Alleiniger Pächter ist seit langem Harald Zeller, der als einziger die Tauchgenehmigungen für den kleinen, malerischen See ausgibt. Trotz seiner geringen Tiefe von maximal sechs Meter ist er die Anfahrt allemal wert. Der nährstoffarme See ist fast ohne Bewuchs, nur spärlich wachsen Gräser auf dem Grund, der in geschwungenen Wellen kleine Täler und Hügel bildet. Die Sensation ist eigentlich neben der grandiosen Kulisse die Sichtweite, die leicht bis an die Fünfzig-Meter-Marke reicht. Immerhin kann man hier neben Groppen und einigen Forellen auch mal einem Ausflugsdampfer begegnen oder einer schmucken Yacht – der See ist auch bei Modellbootfahrern beliebt.

Immenhofer See
Thomas Müller-Wegner wacht über den Immenhofer See, den Gäste des Taucherhofs exklusiv betauchen dürfen. Kleiner dürfte er allerdings wirklich nicht sein, ähnlich wie bei diesen süßen Nussdingern, die man zum Espresso vernaschen soll. Und genau wie bei denen, ist das Spannende innen drin. Der Privatsee ist ungefähr 200 Meter lang, gerade einmal 60 Meter breit und zudem mit knapp sechs Meter Tiefe auch noch ziemlich flach. Doch im dicht grünen Bewuchs tummeln sich einige ungewöhnliche Bewohner. Neben zahlreichen Hechten in allen Größen und stattlichen Krebsen, die sich mutig jedem Taucher in den Weg stellen, sind die echten Eyecatcher einige Störe, die da eigentlich gar nicht hin gehören.
Die etwa acht Sterlets (Acipenser ruthenus) erreichen eine Maximalgröße von einem Meter und sind normalerweise in den Flüssen und Seen Russlands beheimatet, wo sie als Lieferant eines feinkörnigen Kaviars beliebt sind. Die auffallend schlanken Tiere mit der langen, leicht nach oben gebogenen Schnauze und den befransten Bartfäden ernähren sich von Würmern, Insektenlarven und Krebstierchen und sind im Immenhofer See erstaunlich zutraulich. Natürlich wurden auch diese Tiere ursprünglich einmal dort eingesetzt, genauso übrigens, wie die Störe, die immer wieder im Rhein beobachtet werden.
Hat man sich am Fischreichtum des Gewässers satt gesehen, steht neben dem Wrack eines kleinen Motorboots noch ein Unterwasserlehrpfad auf dem Besichtigungsprogramm. Anschaulich werden auf mehreren fest installierten Tafeln Pflanzen und Fische mit Text und Bild dargestellt. Immen_See

Unterkunft Plansee
1. Hotel „Forelle“, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , www.tiscover.com/forelle oder über www.tauchstation-edelweiss.de. Ü/F pro Pers. 38,50 Euro (HP 52 Euro), Taucherangebot: 2 Tage HP, inkl. Tauchgenehmigung und Parkgebühr 105 Euro/Pers.

2. Planseecamp, Harald Zeller, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , www.planseecamp.de. 2 Übernachtungen, 2 Tage Luft unlimited, 2 Bootsausfahrten, Wochenendtauchgenehmigung je nach Monat zwischen 70 und 100 Euro/Pers.

Unterkunft Allgäuer Taucherhof
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , Web: www.taucherhof.de, 1 Tauchtag inkl. Übernachtung, 2 Tauchgänge, Luft, Transfer zum See 75 Euro, zzgl. Frühstück 6 Euro, Grillen/Heißer Stein 10 Euro.

Tauchen
Tauchen ist im Plansee nur mit Tauchgenehmigung und in drei ausgewiesenen Tauchzonen erlaubt. Die Genehmigung kostet 9,50 Euro und ist im Hotel „Forelle“ erhältlich. Für Gäste des Planseecamps wird die Genehmigung durch die Basisleitung eingeholt. Der Lechausee ist von Harald Zeller, Planseecamp, gepachtet. Er vergibt die Tauchgenehmigung zum Preis von 8 Euro. Der Immenhofer See liegt bei Aitrang im Ostallgäu und dient dem Allgäuer Taucherhof als Haussee, der nur von den eigenen Gästen betaucht werden kann. Der See, dessen Form an eine liegende Acht erinnert, besteht aus zwei Teilen, in deren schlanker Mitte sich eine kleine Insel befindet. Hier ist auch der Einstieg. Der linke Teil ist nur etwa drei Meter tief, verfügt aber über unterirdische Quellen mit schönem Bewuchs. Der tiefere Bereich liegt rechterhand, hier wurde der UW-Lehrpfad installiert.