Kärnten
Tauchen zwischen Alpen und Adria

Von Harald Slauschek
KA96E7_1Die österreichische Bundeshymne beginnt mit den Worten „Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome...“. Eine an Kärnten angepasste erste Strophe würde auch die Zeile „Land der Seen“ beinhalten. 1270 trinkwasserreine Seen glitzern an Berghängen oder werden von imposanten Gebirgen umrahmt.



Wenn über das Tauchen in Österreich geplaudert wird, drehen sich fast alle Gespräche um die Gewässer im Salzkammergut und die Bergseen Tirols. Kärnten scheint nur wirklichen Insidern bekannt.
Dabei besitzt Österreichs südlichstes Bundesland viele Naturschönheiten, die Herzen höher schlagen lassen: Mit dem Großglockner über den höchsten (3798 m), mit den Nockbergen über die rundesten und mit den Karnischen Alpen und Karawanken über die südlichsten Gipfel der österreichischen Alpen. Mit seinen 1270 Seen (davon 200 bis zu 28 Grad Celsius warmen Badeseen) hat es den höchsten Badewasseranteil Österreichs. Ergänzt durch mehr als 1000 Flüsse, ergeben sich schier unendliche wassersportliche Möglichkeiten.

Kärnten bietet vielfältige Möglichkeiten
KAB830_1Rund zehn Prozent der Gewässer sind fürs Tauchen geeignet. Wassersport ist jedoch bei weitem nicht alles: Ob mit Straßenrad oder Mountainbike, mit Nordic-Walking-Stöcken, in Bergschuhen oder auf Skiern, hoch zu Ross oder auf eigenen Beinen – in Kärnten ist‘s gut aktiv sein. Und mit 2000 Sonnenstunden im Jahr, weit über dem österreichischen Durchschnitt, ist man auch in punkto Wetter auf der Sonnenseite Europas.
Darüber hinaus werden auch jene Kärntenurlauber auf ihre Rechnung kommen, die auf der Suche nach kulturellen Schätzen und Erlebnissen sind. Auch diese füllen das Land und dessen Veranstaltungskalender in einer beeindruckenden Art und Weise.
In Österreich gibt es nirgends mehr Kultur- und Gesangsvereine, Blasmusikkapellen oder Volkstanzgruppen. Das Brauchtum ist aus Kärnten nicht wegzudenken und extrem tief in den Kärntnern verwurzelt. Es gibt fast kein Fest ohne Tracht, die je nach Region, natürlich sehr unterschiedlich aussieht.
Prominente Kärntner gibt es in Hülle und Fülle: Udo Jürgens, die Schriftsteller Robert Musil, Peter Handke und Peter Turrini, den Maler Arnulf Rainer. Im Sportbereich ist das Skiass Franz Klammer die berühmteste Erscheinung. Die riesige Anzahl an Betätigungsmöglichkeiten impliziert die Frage, ob man sich diese auch leisten kann. Dies ist durch die Kärnten Card und familienfreundliche Angebote gewährleistet: Die Kosten für Eintritte zu mehr als 100 Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen, aber auch für Transportmittel wie Bergbahnen, Schiffe usw. sind dadurch abgedeckt.
Tauchen ist in Kärnten zwar eine beliebte Freizeitbeschäftigung, trotzdem sind die meisten Tauchplätze fast nie überlaufen, strenge Reglementierungen daher nicht notwendig. Eventuell herrschende Tauchverbote in wenigen Gewässern oder an bestimmten Plätzen, basieren auf der Tatsache, dass sich manche Gewässer in Privatbesitz befinden oder unter Natur- und Denkmalschutz stehen. Entsprechende Erkundigungen vor Ort ersparen Unannehmlichkeiten. Probleme können auch entstehen, wenn versenkte Waffen gefunden werden. Die Gründe von Kärntens Seen sind manchmal von Waffen übersät, insbesondere solche aus dem Dritten Reich. Dazu gilt: Waffentauchen ist nicht nur gefährlich, es ist in Österreich schlicht per Gesetz untersagt.

Waffentauchen ist gesetzlich untersagt
KAC4E1_1Die Unterwassertopografie ist vielfältig. Liebhaber von sanft abfallenden Uferbereichen, die schön bewachsen und sehr belebt sind, kommen genauso auf ihre Rechnung, wie die Enthusiasten des Steilwandtauchens. Kärntens Gewässer haben durchwegs angenehme Wassertemperaturen, wenn man von den Bergseen absieht. Bis zu 28 Grad Celsius an der Oberfläche werden im Sommer erreicht, grundsätzlich kann man zwischen April und Oktober mit zwölf bis 22 Grad während der ersten Meter beim Abstieg rechnen. Die Sichtweiten schwanken sehr stark, im Schnitt kann man zwischen fünf und zehn Meter weit sehen.
Verschiedene Pflanzenarten wie das Tausendblatt oder die Seerose gedeihen zu meterhohen Giganten. Armleuchteralgen, Schleimalgen und Laichkraut sind weit verbreitet. Der Fischreichtum der Kärntner Gewässer ist legendär. Mit ein wenig Glück, können sogar imposante Fischschwärme beobachtet werden – und das nicht nur von Kleinfischen. 20 großformatige Zander mit Exemplaren ab 60 Zentimeter Länge wurden schon gesichtet. Hervorzuheben sind auch riesige Hechte, armdicke Aale, überdimensionale Waller und fette Karpfen. Natürlich werden auch diverse Kleinfische und Barsche regelmäßig angetroffen. Auch unterschiedlichste Krebsarten, in Farbtönen von Rot bis Blau, lassen die Tauchgänge sehr kurzweilig erscheinen.