Bio-News 09.04.20

Text: Heinz Käsinger

seehundSeehundbestände an der Nordsee stabil

Die Schallmauer von 9000 neuen Jungtieren wurde erstmals 2017 gebrochen. Damals erblickten 9167 Seehundwelpen das Licht der Nordsee-Welt. Ein Jahr später waren es schon 9285 Jungtiere und auch in diesem Jahr wird es wohl wieder ein gutes Jahr für die Seehundpopulationen werden.

Zwischen 25 000 und 27 000 Seehunde leben an der Nordsee in Dänemark, Deutschland und der Niederlande, diese Zahl ist seit 2012 konstant. Allerdings gibt es auch eine große Dunkelziffer, da Tiere, die draußen auf See auf Beutezug sind, von den Zählern nicht erfasst werden können. Es könnten nach Expertenschätzungen durchaus 30 000 Tiere und mehr sein. Seehundkolonie auf einer Düne vor Helgoland (Foto: Andreas Trepte/Wikipedia Commons)

 

loligo_vulgarisFarbwechsel beim Denken?

Dass Tintenfische kleine Gehirnathleten sind, ist schon lange bekannt. Frankfurter Forscher wollen jetzt herausgefunden haben, dass das Farbenspiel ihrer Haut darauf schließen lässt, dass das Gehirn gerade besonders aktiv ist. So könnte es beispielsweise der Fall sein, dass der Tintenfisch gerade träumt, wenn er während des Schlafs die Farbe wechselt.

Darüber hinaus aber hat der Farbwechsel der Tiere auch ganz praktische Gründe: Wenn es sich farblich seinem Untergrund anpasst, dass tarnt es sich zu seinem eigenen Schutz. Nimmt es beim Jagen die Umgebungsfarbe an, so dient die Tarnung dem Jagderfolg.

Sind die Farbenspiele des Tintenfisches (hier ein zehnarmiger Kalmar) Ausdruck besonders aktiver Gehirnaktivität?  (Foto Hans Hillewaert/Wikipedia Commons)

 

posidoniaNeptungras besonders geschützt

Viele Mittelmeerländer wie Kroatien und Spanien haben Maßnahmen zum besonderes Schutz des Neptungrases (Posidonia oceanis) eingeleitet. Man hofft, so die immer kleiner werdenden Bestände zu erhalten. Neptungras ist wichtig für das Mittelmeer. Denn es ist sowohl Sauerstofflieferant als auch Kinderstube vieler Fische und Wirbellosen.

In Spanien beispielsweise ist das Ankern von Booten über Posidonia verboten worden, darüber hinaus werden neue Seegraswiesen angesiedelt. Neptungras ist gefährdet, weil es das stetig wärmer werdende Wasser des Mittelmeers nicht verträgt. Dazu kommen Schäden durch die Anker der Sportboote und mancherorts wird Posidonia durch die exotische Algenart Caulerpa taxifolia verdrängt. Auf der Liste der bedrohten Arten ist die Pflanze aber noch in der Rubrik „geringste Gefährdungsstufe“ kategorisiert.

Mehrere Mittelmeerländer stellen Posidonia unter strengeren Schutz (Foto: Albert Kok/Wikipedia Commons)