Bio-News 14.04.20
Text: Heinz Käsinger
 
gelbbauchKünstliche Gewässer helfen bedrohten Tierarten 
Seit dem Jahr 2011 wurden vor allem in Niedersachsen und Nordrhein Westfalen mehr als 7000 neue Kleinstgewässer geschaffen, die die Bestände an Gelbbauchunken wieder vermehren sollen. Die Art ist stark gefährdet, weil die einzelnen Kleinbestände, die es noch gibt, viel zu weit voneinander weg sind oder die Gewässer, in denen die Amphibien leben, durch Straßen oder Bauwerke getrennt wurden.
Die Maßnahmen, die unter Federführung des Nabu jetzt abgeschlossen wurden, waren äußerst erfolgreich. Gleich zu Anfang wurden fast 70 Teiche als Lebensraum angenommen, mittlerweile hat die Gelbbauchunke mehr als 100 der künstlichen Tümpel akzeptiert.
Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts zeigt, warum die Gelbbauchunke ihren Namen trägt (Foto: Christian Fischer/Wikipedia Commons)

 

Tod durch geschlossene Reusen?

An der Ostsee sterben immer mehr Robben. Die Tiere werden an den Strand gespült, sind äußerlich unversehrt und Untersuchungen ergaben, dass sie weder an Viren noch an Bakterien verendet sind.

Fachleute vermuten nun, dass die Tiere in Reusen hinein tauchen, um sich dort Beutetiere oder Köder zu schnappen – und dann nicht mehr heraus können. So ertrinken die Lungenatmer ganz einfach. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Sollte sich die Vermutung bewahrheiten, müsste man schleunigst über neue Reusenformen nachdenken.

 

axolotlNachwachsende Extremitäten interessiert Forscher schon seit 150 Jahren

Der mexikanische Schwanzlurch Axolotl hat eine besondere Fähigkeit. Das fast 25 Zentimeter lange Tier kann seine Arme und Beine wieder nachwachsen lassen, wenn diese verloren gehen. Doch nicht nur das. Auch verletzte Augen heilt es selbst und sogar durchtrenntes Rückenmark wird regeneriert. Die Wissenschaft spricht in diesem Fall von einem Selektionsvorteil. Eine durchaus sinnvolle Fähigkeit, lebt der Axolotl doch kannibalisch und die bissige Verwandtschaft hat es vorwiegend auf die schmackhaften Gliedmaßen abgesehen.

Wissenschaftler aus Deutschland, Tschechien und Österreich sind dem Phänomen jetzt nachgegangen. Es ist ihnen gelungen, das vollständige Genom des Schwanzlurchs zu entschlüsseln, was eine wahre Mammutaufgabe war. Denn mit 32 Milliarden Basenpaaren ist dieses Genom das umfangreichste aller bislang gefundenen und zehnmal so groß wie das des Menschen.

Die Forscher vermuten, dass vielleicht auch andere Wirbeltiere diese Fähigkeit gehabt haben könnten, die entsprechende Erbinformation jedoch verkümmert ist. Jedenfalls forscht man schon seit mehr als 150 Jahren am Lurch herum, was dazu führte, dass in den Laboren weltweit mehr Axolotls leben als in Freiheit. Axolotl in den Labors der Universität Konstanz (Foto: Faldrian/Universität Konstanz)