Torolf, E. Kroglund: Reise mit Aal, auf den Spuren einer aussterbenden Art

Kroglund, Torolf E.:

Reise mit Aal

Auf den Spuren einer aussterbenden Art

Fester Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 14,5 x 21,5 cm

224 S.

Edel Verlag, Hamburg, 2019

ISBN 978-3-8419-0681-6

Preis: 19,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2020):

Aale leben sowohl in den Meeren als auch im Süßwasser. Wir wissen nicht viel über diese Grundfische. So haben wir sie z. B. noch niemals laichen gesehen. Wir kennen wohl ihre verschiedenen körperlichen und farblichen Verwandlungen und wissen seit 1920, dass ihre Kinderstube in der Sargassosee zu suchen ist. Was allerdings von dort bis zu unseren Küsten geschieht, ist größtenteils unbekannt. Dabei existieren sie schon seit rund 50 Millionen Jahren, waren also bereits vor den Dinosauriern da. Heutzutage stehen alle 16 Aalarten auf der Roten Liste, wobei unser Europäischer Aal als besonders gefährdet gilt. Er ist vom Aussterben bedroht, in Norwegen allerdings ist er noch etwas häufiger anzutreffen, sodass er dort lediglich als gefährdet gilt. Dass die Zukunft der Aale so trübe ausschaut, ist heimgemacht, liegt leider genauso an uns Menschen, wie vieles andere auch. Denken wir dabei  allein an den Plastikmüll und all das Mikroplastik. Besonders eklatant wirken sich Fang und Schwarzhandel von Glasaalen aus, wenn sie die Küsten erreichen und anschließend in Riesentanks für den Verkauf gezüchtet werden. Dies macht eine Rückwanderung in die Sargassosee genauso unmöglich, wie Querverbauungen zum Aufstau von Flüssen, wie Talsperren und der und Ausbau der Wasserkraft ganz allgemein. Verbauungen wirken sich in beiderlei Richtung störend aus: Zunächst verhindern sie das Aufsteigen der Tiere in die Flüsse. Dabei hilft auch kein Aussetzen, denn bei der Rückwanderung erweisen sich dann wiederum die Turbinen als tödliche Fallen. Hier gehört endlich alles verbessert, an was man beim Bau solcher Anlagen nicht gedacht hat, um den Fischen ein weiteres Überleben zu sichern. Der Autor hat sich sehr intensiv mit Aalen beschäftigt, und er hat alle europäischen Staaten bereist, um dort bekannte Aal-Fachleute aufzusuchen. Dadurch ist ein außerordentlich interessantes Buch entstanden, das von ihm selbst, seinen Reisen und den Aalen berichtet. Der Autor ist Journalist und Sportangler. Leider enthält das Buch keinerlei zusätzliche Fotos, um das Ganze abzurunden, und auch das Lektorat hat leider nicht alle Druckfehler ausgemerzt. Trotzdem ein Buch, dem ich eine möglichst große Verbreitung wünsche.