Balcombe, Jonathan: Was Fische wissen, wie sie lieben, spielen, planen

Balcombe, Jonathan:

Was Fische wissen

Wie sie lieben, spielen, planen: Unsere Verwandten unter Wasser

Harter Umschlag und schön gestalteter Schutzumschlag, Format ca. 15 x 22 cm

336 S. mit 3 Abb. und ausführlichem Stichwortverzeichnis

Mare Verlag, Hamburg, 2018

ISBN 978-3-86648-283-8

Preis: 28.-- €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2020):

Eines der interessantesten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Da geht es nicht nur um die Gesamtzahl von allen vordem und gegenwärtig vorhandenen Fischen, die insgesamt mehr Arten bilden als alle anderen Wirbeltiere zusammen, wie Amphibien, Reptilien, Vögel und auch Säugetiere. Noch mehr faszinierte mich allerdings die Tatsache, dass ich in all den Jahren als vielfacher  Aquarianer und vor allem als langjähriger Tauchsportler und begeisterter UW-Fotograf die meisten Dinge nicht erkannt habe, von denen in diesem Buch die Rede ist. Wissenschaftliches Beobachten ist in der Tat weit mehr als einfaches Betrachten der UW-Welt, wobei man als UW-Fotograf vor allem darauf achtet, seine Motive besonders gut in den Sucher zu bekommen. Es gehört in der Tat viel Wissen dazu, um darauf aufbauend seine Versuche im Aquarium und/oder Freileben durchzuführen. Und man muss genügend Zeit mitbringen, die man als normaler Sporttaucher meist nicht zu besitzen glaubt. Das Buch beschäftigt sich ausführlich damit, wie Fische sehen, hören, riechen und schmecken können, wie sie durch Farbwechsel Stress und Freude ausdrücken. Sie sehen u. a. die Farben ganz anders als wir, manchmal sogar deutlich mehr, und sie haben außerdem mitunter völlig andere, weiterführende Sinnesorgane. Zweifellos reagieren auch sie auf Schmerzen, die beim Harpunieren und Angeln auftreten. Dabei gilt Angeln nach wie vor als ganz normale Freizeitbeschäftigung. Wir hören nicht ihre Schmerzenslaute, und wir können auch keinen sich verändernden Gesichtsausdruck feststellen. Dabei sind auch Fische ganz normale Tiere mit Bewusstsein wie alle anderen, und selbst wenn sie in einem anderen Umfeld leben, so können sie doch fühlen, haben Pläne und können sogar Gedankensprünge machen. Auch verständigen sie sich durch Laute, die man mit entsprechenden Mikrophonen aufnehmen kann, sie haben ein äußerst abwechslungsreiches Sexualleben und betreiben teilweise sogar Brutpflege, die mitunter, z.B. bei Maulbrütern, weit über die normale Eipflege hinausgeht. Insgesamt ein Buch, das für alle Tauchsportler, auch wenn es keine Fotos enthält, von ganz besonderem Interesse ist.