Brand auf russischem Spionage-U-Boot tötet hochrangige Marineoffiziere

Das U-Boot wurde zwischenzeitlich zu einer Marinebasis in Severomorsk an der Barentssee gebracht. Dort soll der Zwischenfall jetzt näher untersucht werden. Vierzehn russische Seeleute starben, als ein Feuer auf einem streng geheimen Tiefsee-U-Boot ausbrach, von dem Präsident Putin sagte, dass es mehrere hochrangige Marineoffiziere trug. Putin nannte nicht den genauen Typ des betreffenden Schiffes, aber unabhängige russische Medienberichte, die sich auf militärische Quellen beriefen, sagten, es handele sich um ein nuklearbetriebenes Spionage-U-Boot mit dem Spitznamen Losharik. Die Besatzungsmitglieder wurden durch Dämpfe vergiftet, sagten Beamte des Verteidigungsministeriums.

Zwischenzeitlich hat Putin im russischen Fernsehen Stellung bezogen. In der Sendung sagte er: „Das ist ein großer Verlust für die Marine und für die Armee als Ganzes. Es ist kein gewöhnliches Schiff, wie wir wissen. Es ist ein wissenschaftliches Forschungsschiff, seine Crew ist hochprofessionell.“ Er sagte, dass sieben der Opfer auf dem höchstmöglichen Niveau – Kapitän ersten Ranges – im Stab der russischen Marine waren. Zwei der getöteten Matrosen waren Helden des Vaterlandes. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass sich das betroffene Schiff nun auf der Basis der russischen Nordflotte in Severomorsk an der Barentssee befindet. Es wurde nicht geklärt, wie viele Seeleute an Bord waren, als das Feuer ausbrach und ob es Überlebende gab. Unbestätigte Berichte besagen, dass fünf Seeleute überlebt haben. Putin sagte, er habe eine Untersuchung des Unfalls angeordnet und den Familien der Opfer sein Beileid ausgesprochen.

Norwegische Behörden gaben an, dass sie nach dem Brand keine ungewöhnlich hohen Strahlungswerte in der Barentssee festgestellt hätten. „Wir haben Kontrollen durchgeführt und finden nicht zu hohe Strahlungswerte in der Region“, sagte Per Strand, ein Direktor der norwegischen Behörde für Strahlung und nukleare Sicherheit, gegenüber westlichen Nachrichtenagenturen. Er berichtete außerdem, dass russische Beamte seiner Behörde mitgeteilt hätten, dass eine Gasexplosion an Bord des Schiffes stattgefunden habe. Die Losharik trägt keine Waffen und kann bis zu 25 Matrosen aufnehmen. Es soll die Fähigkeit haben, Unterwasserkabel anzuzapfen und zu trennen und Spionagemissionen in Tiefen durchzuführen, die für normale U-Boote nicht zugänglich sind. Kein Bild des Geheimschiffes wurde jemals von der russischen Marine veröffentlicht.

Experten gehen davon aus, dass die Losharik, die 2010 in Betrieb gegangen sein soll, in der Lage ist, bis zu 6000 Meter tief zu tauchen. Normale U-Boote können nicht unter die 600-Meter-Grenze tauchen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass sich der Unfall am Montag ereignet hat, als die Besatzung biometrische Messungen am Meeresboden in russischen Hoheitsgewässern durchführte. Es gab keine Erklärung für die Verzögerung bei der Bekanntgabe des Unfalls. Es hieß auch, dass das Feuer nur „dank der Selbstaufopferung“ der Seeleute gelöscht wurde. „An Bord eines Tiefsee-Forschungsschiffes, das im Auftrag der russischen Marine die Umwelt der Ozeane untersuchte, brach Feuer aus“, teilte das Ministerium lapidar mit.

In den eisigen Gewässern der Barentssee im hohen Norden Russlands sank schon die „Kursk“ im Jahr 2000. Damals explodierte ein Torpedo während einer Übung. Alle 118 Menschen an Bord wurden damals getötet.H.K.