Ein kaiserlicher Tauchgang

kaiserpinguinEines Tages entschied sich ein Pinguin im Rossmeer, Antarktis, einen Tauchgang zu unternehmen. 32,2 Minuten später kam er wieder an die Luft – und stellte damit einen neuen Pinguin-Rekord im Dauertauchen auf.

Warum wir das wissen? Wissenschaftler nahmen den längsten Pinguin-Tauchgang der Welt auf, eine Leistung, die den bisherigen Rekord um fünf Minuten brach. Sie taten dies, nachdem sie im Jahr 2013 20 Kaiserpinguine mit Satellitensendern markiert hatten, um ihre Fütterungsroutinen zu verfolgen. Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift Marine Ecology Progress Series veröffentlicht wurden, haben unser Verständnis der Ausdauer von Pinguinen verändert. Im Laufe von 96 000 Tauchgängen erreichten die Pinguine regelmäßig Tiefen von mindestens 90 Metern – in einem Fall fast 500 Meter! Während die durchschnittliche Tauchzeit nur wenige Minuten betrug, übertrafen 17 Tiere den bisherigen Rekord von 27,6 Minuten. „Es zeigt, wie ausdauernd die Pinguine sind“, sagte Kim Goetz vom National Institute for Water and Atmospheric Research in Neuseeland. Sie fügte hinzu, dass sich die Länge und Tiefe der Tauchgänge je nach Umgebung änderte, wobei die längeren Tauchgänge im offenen Meer durchgeführt wurden. „Das hängt wahrscheinlich mit dem Nahrungsangebot zusammen. Auf dem Schelf deuten die kürzeren Tauchgänge darauf hin, dass sie nach Krill suchen, während es im tieferen Ozean wahrscheinlich Fische sind“, meint Dr. Goetz. „Die Tiere steigen viel weiter ab, als wir dachten. Das Verständnis ihres gesamten Lebenszyklus’ ist entscheidend für die Vorhersage, wie Kaiserpinguine auf Umweltveränderungen reagieren könnten.“  Heinz Käsinger