Feilenmuscheln in schottischer Bucht

feilenmuschel(Foto: Feilenmuschel mit rotem Tentakelsaum (Lima Scabra) von Matthew Hoelscher/Wikipedia; Text: H.K.)

Die, soweit bekannt, weltgrößte Kolonie an Feilenmuscheln befindet sich in einer schottischen Bucht. Rund 250 000 000 (250 Millionen) dieser Tiere wurden jetzt während eines Forschungstauchgangs in Loch Carron entdeckt. Bereits 2012 stieß man in der Nähe, in Loch Alsh, auf mehr als 100 Millionen Feilenmuscheln. Beide Lochs liegen in einem so genannten Marine Protected Area (MPA), das diesen Status jedoch nur für die Dauer von zwei Jahren verliehen bekam. Im englischen Sprachraum werden die Mollusken Flammenmuscheln genannt.

Dr. Dan Harris von der Hariot-Watt-Universität betont die Großartigkeit dieser Entdeckung. Harris leitete die Feldarbeiten, die zum Auffinden dieser Muschelkolonie führte und er sagte: „Es scheint, dass Schottland und die Gewässer um Schottland noch so manches Geheimnis hüten.“ Harris betonte auch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der schottischen Naturparkverwaltung, Regierungsstellen und der Universität, die zum Auffinden der Kolonie führte. Er erhofft sich nun die Gelegenheit, die Muschelansammlung ausreichend erforschen zu können.

Feilen- oder Flammenmuscheln sind kleine, doppelschalige Muscheln, die gerne in Kolonien zusammen leben. Gekennzeichnet sind die Mollusken durch einen Saum aus auffällig orange, rot oder gelb gefärbten Tentakeln, der die Schalenränder umgibt.

Die Massenansammlung dieser Tiere in Loch Carron bedeckt 185 Hektar Meeresboden. Ursprünglich handelte es sich wohl um verschiedene einzelne Kolonien, die durch überdurchschnittlich gute Vermehrung zu einer Kolonie zusammengewachsen sind.

Die Umweltstaatssekretären Roxeanne Cunningham will sich nun dafür einsetzen, dass die Gegend um Loch Carron den Status eines Naturschutzgebiets dauerhaft erhält. Feilenmuscheln sind die (Nahrungs-) Grundlage für viele andere küstennah lebende Tiere und somit der Garant für eine hohe Biodiversität. Doch die Kolonien sind auch äußerst anfällig für mechanische Beschädigungen und erholen sich danach nur sehr langsam. 

Biologisches Stichwort:

Feilenmuscheln

Feilenmuscheln sind zweischalige Muscheln, die man leicht am auffällig gelb, orange oder rot gefärbten Manteltentakel erkennt – je nach Art. Manche Arten besitzen primitive Augen am Mantel. Die Muschel ist weltweit verbreitet und siedelt vom Flachwasser bis hinunter auf 4000 Meter Tiefe. Meistens lebt die Muschel in Kolonien, wobei sich die einzelnen Tiere mit so genannten Byssusfäden untereinander verbinden und/oder mit ebensolchen Fäden an Hartsubstrate wie Felsen, Steine oder Wracks heften. Manchmal lösen sich einzelne Tiere aus diesem Verbund und bewegen sich durch auf- und zuklappen der Schalen schwimmend durchs Meer (Rückstoßprinzip).

Systematik:

Klasse: Muscheln; Unterklasse: Autolamellibranchiata; Ordnung: Limida; Familie: Feilenmuscheln