Sy Montgomery: Rendezvous mit einem Oktopus Extrem schlau und unglaublich empfindsam

Montgomery, Sy:

Rendezvous mit einem Oktopus

Extrem schlau und unglaublich empfindsam:

Das erstaunliche Seelenleben der Kraken

Fester Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 15 x 22 cm

336 Seiten

mareverlag, Hamburg, 3. Auflage, 2017

ISBN 978-3-86648-265-4

Preis: 28.00 Euro

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2018):

Ein sehr interessantes Buch, das über Schauaquarien, eigene Lebensabschnitte und vor allen Dingen aus dem Leben und der Sinneswelt von Kraken berichtet. Es ist ein sehr empfehlenswertes Buch, hervorragend ausgearbeitet, Spiegel-Bestseller und schon in der 3. Auflage erhältlich. In Amerika war es ein New-York-Times-Bestseller, und es schaffte es gar bis unter die Finalisten des National Book Award 2015. Es ist leicht und interessant zu lesen, bietet weit mehr als lediglich Unterhaltung: Ein Tatsachenbericht, der Einblicke in das Seelenleben und die Biologie von Kraken gibt, wie wir es in dieser Komplexität nirgendwo anders lesen können. Der persönliche Kontakt zu Wissenschaftlern, aber auch zu Pflegern von Schauaquarien, das Studium fachbezogener Bücher und wissenschaftlicher Aufsätze zu diesem Thema, die im Text anklingen und nochmals im Anhang aufgeführt sind, zeigen das enorme Interesse, das die Autorin diesen Tieren entgegenbringt. Immerhin geht es dabei weder um Wirbeltiere oder gar Primaten, sondern um Weichtiere mit drei Herzen und Saugnäpfen an den Fangarmen, die Superkräfte entfalten können. Es geht um Tiere, die die Färbung und Struktur ihrer Haut ändern, sich fast unsichtbar machen können und durch kleinste Öffnungen zwängen. Es geht um Tiere, die kaum etwas mit uns gemeinsam haben, aber dennoch in Gefangenschaft mit uns Kontakt aufnehmen. Sie sind außerordentlich intelligent und können sogar richtig spielen. Nein, das hatte ich, der viele Kraken im Mittelmeer fotografierte, nicht erwartet. Denn der Titel des Buches erinnerte mich zunächst an einen Sience-fiction-Roman, bis ich den dünn gedruckten Untertitel gelesen hatte. Ehrlich gesagt, gefällt mir dieser Titel überhaupt nicht, denn es geht nicht um das Rendezvous mit einem Oktopus, sondern es sind mehrere, mit denen die Autorin über Jahre hinweg im New-England-Aquarium in Boston Freundschaft schloss. Wegen dieser Tiere lernte sie sogar Tauchen - was ihr offenbar nicht leicht fiel - um sie auch im Freileben studieren zu können. Insgesamt ist das Buch ein absolutes Muss für jeden Tauchsportler, Aquaristik-Liebhaber oder Naturfreund.