Trümmer und Plastikmüll verbreiten Lebewesen

Der 2011 aufgetretene Tsunami, der in Japan nicht nur ganze Küstenstädte ausradierte sondern auch das Atomkraftwerk Fukushima pulverisierte, ist darüber hinaus für eine Langzeitwirkung verantwortlich, deren Folgen von Fachleuten heute noch gar nicht eingeschätzt und bewertet werden können: Trümmerteile und Plastikmüll, von den ins Meer zurückströmenden Wassermassen mitgerissen, dienten Lebewesen wie Pflanzen und Kleintieren als Rettungsinseln. Diese überlebten nicht nur auf den Trümmern und dem Müll, sondern vermehrten sich dort sogar. Meeresströmungen sorgten dann dafür, dass die Teile samt ihren Passagieren aus Asien auf pazifische Inseln und an die Westküste des amerikanischen Doppelkontinents angespült wurden. Dort gingen die Passagiere dann quasi von Bord und nahmen ihren neuen Lebensraum in Besitz. Sie werden jetzt als so genannte Neophyten (wie hierzulande beispielsweise der Ochsenfrosch oder der Rotfeuerfisch in der Karibik) ihr Leben fristen.

Unter den identifizierten Arten waren Algen und Gräser, Schnecken, Würmer und Krebstiere. Insgesamt wurden auf Hawaii, in Nord- Mittel- und Südamerika 289 neu eingewanderte Asiaten gezählt. Wie diese die einheimische Flora und Fauna beeinflussen werden, wird jetzt Objekt einer langanhaltenden Studie werden.   H. K.