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Sonntag, 5. April 2020

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Fotografieren im Süßwasser PDF Drucken E-Mail
s84_21xRan ans Motiv!
Von Eckhard Krumpholz
Für viele stellt sie die Königsdisziplin dar: Die Unterwasserfotografie im Süßwasser, also in Seen, Teichen und Tümpeln. Ganz so still und starr, wie der See angeblich ruht, ist er fotografisch gesehen bestimmt nicht. Hier leben Fische, Krebse, Schnecken und manchmal wachsen lange Schleimalgen so attraktiv, dass man sich wie in einer Märchenwelt wähnt. In vielen Baggerseen ist das Wasser aber nur eine trübe Brühe, in der die kamerascheuen Motive erst noch zu finden sind.
Die Fotoausrüstung für Aufnahmen im Reich von Hecht, Karpfen und Forelle muss sich den Gegebenheiten unter Wasser anpassen. Das Wasser in den Seen Europas ist überwiegend trüb mit meist bescheidenen Sichtweiten. Wer kann, weicht auf höhergelegene Bergseen aus, die häufig bessere Wasserqualität und damit Sichtweiten besitzen. Um Motive klar abbilden zu können, setzen Unterwasserfotografen bevorzugt kurze Brennweiten ein. Die Devise lautet, so nah zum Objekt hin zu gehen, wie es möglich ist. Durch die Nähe wird die Distanz zum Objekt verringert und weniger Wasser liegt zwischen Kamera und Objekt. Da sich folglich auch weniger Schwebstoffe vor der Linse befinden, erscheinen Fotos weniger getrübt, auch wenn die Sicht nur gering gewesen ist.
Nützlich und beliebt ist deshalb für Landschafts- und Tieraufnahmen das vollformatige Fisheye mit einem Bildwinkel von 180 Grad. Im analogen Kleinbildbereich werden die Brennweiten zwischen 15 und 16 Millimeter sowohl von Original- wie von Fremdherstellern angeboten. Bei den digitalen Kompaktkameras entsteht der Blickwinkel ausschließlich über entsprechende Fisheye-vorsätze beziehungsweise Konverter (z.B. UWL-100 von Inon), die vor das eingebaute Objektiv gesetzt werden.
Schwieriger wird es, für digitale SLR-Kameras mit APS-C Sensor die passende Linse zu finden. Diese Kameras mit 1,3- bis 1,8-facher Brennweitenverlängerung machen aus dem analogen Standard-Fisheye eine unbefriedigende Brennweite von etwa 22 bis 24 Millimeter. Bis jetzt bieten nur wenige Hersteller ein eigenes Fisheyeobjektiv mit etwa 10 Millimeter Brennweite für D-SLR gerechnet. Zu nennen sind hier vor allem Nikon, Pentax und Sigma.
Um kleine Dinge ganz groß abzubilden, sollte auch die Distanz zum Makro-Objekt soweit wie möglich verringert werden. Für den Kleinbildbereich ist deshalb ein Makroobjektiv mit 50 bis 60 Millimeter Brennweite ideal. Längere Brennweiten verdichten nicht nur die Perspektive sondern auch die Schwebeteilchen im Wasser, flache und flaue Bilder sind die Folge.s85_ek66395

Licht ins Dunkel

Um die wenigen Farben im Süßwasser zeigen zu können, muss ein Blitzgerät eingesetzt werden. In so gut wie allen Kompaktkameras ist ein Elektronenblitz bereits integriert, der aber leider für die Unterwasserfotografie kaum taugt. Eingebaute Blitzkanonen machen in der Regel ausreichend hell, bringen aber bei trübem Wasser die störenden Schwebeteilchen heftigst zum Leuchten. Grund dafür ist die Bauweise dieser Kameras, der eingebaute Blitz sitzt immer dicht am Objektiv. Besser ist es, einen wasserdichten, externen Blitz zu verwenden.
Problematisch ist allerdings, dass der nicht nur die Farben, sondern auch die Wassertrübung hervorhebt. Hierbei hilft folgender Trick: Das Blitzlicht darf nicht aus der gleichen Achse auf das Motiv fallen wie die abbildende Linse. Je trüber das Wasser ist, umso mehr muss das künstliche Licht direkt von oben oder unten gelenkt werden. Wer sich noch an den Physikunterricht erinnert, dem fällt das Reflexionsgesetz „Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel" ein. Damit keine auffälligen Schwebeteilchen in die Kamera reflektieren, sollte der Blitz mit Hilfe eines gesonderten, längeren Blitzarmes am besten im 90-Grad-Winkel über dem Motiv geführt werden.
Andererseits bietet gerade das Süßwasser oftmals besonders schöne Lichtstimmungen, bei der getrost auf künstliches Licht verzichtet werden kann. Machen Sie in diesem Fall verschiedene Belichtungsreihen, um die Anmutung festzuhalten und den Kontrast in den Griff zu bekommen. Dies gelingt nur im manuellen Modus oder über eine Plus/Minus-Korrektur.

Köpfchen in das Wasser

Um in den Seen gute Bilder zu fotografieren, muss man nicht unbedingt tauchen können, im Gegenteil. Häufig ist es ausdrücklich verboten, mit Flasche abzusteigen. Schnorchelausflüge sind die Lösung und im Süßwasser ausgesprochen reizvoll. Im See beginnen im Frühjahr die Pflanzen zu wachsen und die Sicht ist oft besser als im Sommer. Je mehr Badegäste ein See verkraften muss, um so schneller geht die Sichtweite nach unten.
Unterschätzt und selten Gegenstand von Unterwasseraufnahmen sind Bäche. Dabei bieten vor allem Halbundhalb-Aufnahmen eine besondere Perspektive auf Bach und Ufer gleichzeitig. Damit solche Bilder gelingen, muss vor allem die Technik stimmen. Objektivseitig sind Brennweiten zwischen 14 und 20 Millimeter, sprich Bildwinkel von 180 bis etwa 100 Grad, angesagt. Viel wichtiger sind jedoch die wasserdichten Verpackungen jener Linsen, die aus halbrunden Domgläsern mit einem möglichst großen Durchmesser bestehen. Durchmesser zwischen 20 und 24 Zentimeter sind hierbei ideal, weil nur so eine durchgängige Schärfe über und unter Wasser gleichzeitig erreicht werden kann. Dabei sollten Sie in jedem Fall auf Blende 11, besser noch auf 16, abblenden. Wenn Sie dies nicht tun, ist, durch die unterschiedliche Dichte von Luft und Wasser, nur eines der beiden Bildteile so richtig scharf abgebildet.

 
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