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Sonntag, 23. April 2017

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Höhlenkurs 1 PDF Drucken E-Mail
s80_hohle1Der erste Schritt ins Abenteuer
Von Patrick Wiget (Text) und Paul Munzinger (Fotos)

Wie Nacht-, Wrack- oder Eistauchen ist das Cavern-Tauchen (= Grottentauchen) eine Spezialform des Sporttauchens und übt auf viele von uns eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Natürlich bedarf es, um gefahrlos eine Grotte zu betauchen, einer umfassenden Spezialausbildung, mit deren theoretischen Grundlagen wir heute eine Serie beginnen. Mit dem Grottentauchen, einer einfachen Einstiegsform, fangen wir an und zwei weitere Berichte bis zum Level Höhlentauchen folgen.

Vorweg: Ausgesprochene Cavern Kurse gab es erstmalig in dieser fundierten Form in Amerika. Wir haben uns deshalb in diesem Artikel auch an die amerikanische Terminologie gehalten und einige Ausdrücke gar nicht erst versucht, ins Deutsche zu übersetzen. Der Reiz des Cavern-Tauchens (Cavern = Grotte) liegt auf der Hand. Der Taucher hat schon ein veritables Höhlen-Gefühl, bewegt sich jedoch stets im Bereich des Tageslichts. Er schwebt duch Kuppeln, bestaunt bizarre Felsformationen und begegnet einer speziellen, im Freiwasser nicht anzutreffenden Flora und Fauna. Trotzdem stellt sich die Frage, ob Cavern-Tauchen für jeden geeignet ist. Die klare Antwort heißt nein. Die Welt der Grotten bleibt unter anderem taucherischen Anfängern (vorerst), Tauchern, die zu Panik-attacken neigen oder Tauchern mit klaustrophobischen Anfällen verschlossen. Nichts dagegen spricht allerdings, wenn ein normal trainierter und psychisch konditionierter ambitionierter Sporttaucher das Grottentauchen erlernen will.

Cavern-Tauchen: Der Kurs
Der Cavern-Kurs ist ein abgeschlossenes Kursmodul, das es ermöglicht, in einer Grotte den Tageslichtbereich eines Höhleneingangs zu betauchen, mit einer Penetrationsgrenze, die bei den meisten Ausbildungsverbänden bei maximal 60 Meter liegt. Im Gegensatz zum Höhlentauchen kann der Anfänger fast jederzeit diagonal zur Wasseroberfläche aufsteigen. Um die Ecken und Nischen einer Grotte zu erkunden, wird Kunstlicht mitgeführt, bei Verlust der Lampen orientiert man sich gefahrlos nach dem Tageslicht. Zugleich ist der Cavern-Kurs der erste Kurs von dreien zum Höhlentauchschein, somit der erste Schritt in die Welt des Höhlentauchens. Darüber hinaus ist dieses Kursmodul eine Art Einstiegsdroge: Ist man einmal vom Cavern-Virus angesteckt, gibt es kein zurück mehr, selten jedenfalls.
Aber Vorsicht, dieser Kurs berechtigt noch nicht zum Höhlentauchen. Die verschiedenen Kurse mit ihren Richtlinien und Einschränkungen zeigt unser Kasten.

Wo bin ich gut aufgehoben?
Verschiedene Fragen stellen sich immer wieder. Bei welcher Tauchschule bin ich gut aufgehoben? Bei welchem Verband genieße ich eine sichere und professionelle Ausbildung? Wer kümmert sich um meine ganz speziellen, persönlichen Belange?
Zunächst: Es gibt einige Verbände, die Cavern-Kurse in ihrem Programm anbieten. Und sicherlich ist man bei einer Tauchschule richtig, die einem dieser Verbände angeschlossen ist. Darüber hinaus sollte der Verband schon längere Zeit existieren und weltweit durch angeschlossene Tauchschulen seine Kurse anbieten. Damit ist garantiert, dass man mit seiner Zertifizierung problemlos in den Urlaub fahren kann, um die Welt der Caverns zu bewundern. Im Großen und Ganzen sind die Richtlinien in allen größeren Verbänden identisch, dennoch wird immer wieder philosophiert und Anpassungen werden vorgenommen, die von Verband zu Verband variieren können. Die meist betauchten Grotten liegen übrigens im Mittelmeer, Mexiko und in USA.

Voraussetzungen
Körperlich und mental gesund, sicheres Tauchen im offenen Wasser. Detaillierte Informationen über die Anforderungen und Voraussetzungen auf den Websites der internationalen Verbände.
s81_hohle2Inhalt des Kurses
Theorielektionen, Leinenübungen an Land, Pool/Open Water Training/Flachwasser, Cavern-Tauchgänge, schriftlicher Abschlusstest.

Dauer
Drei bis vier Tage, abhängig von Verband. Während dieser vier Tage werden rund vier Tauchgänge absolviert. Darüber hinaus fordern die meisten Verbände einen Trainingstauchgang im Flachwasser ab.

Ausrüstung allgemein
Die Beschaffenheit der Umgebung fordert einiges mehr an Ausrüstung als beim normalen Sporttauchen. Abhängig von den Richtlinien des Verbandes kann der Cavern-Kurs mit Doppel oder Einzelflasche durchgeführt werden. Am besten lässt man sich von seinem Tauchlehrer beraten. Ist man sich nicht sicher oder möchte man später eventuell den zweiten Schritt Richtung Höhlentaucher wagen, ist der Cavern-Kurs mit Doppelgerät die bessere Wahl, bei einigen Verbänden und Tauchschulen ist die Doppelflasche sogar ein Muss.

Ausrüstung zwingend
Einzel- oder Doppelflasche (je nach Ermessen des Instruktors oder Richtlinien des Verbandes). Bei Einsatz von Doppelflaschen: Zwei erste Stufen, zwei zweite Stufen, Finimeter, Inflator, Flaschen mit Brückensystem (bevorzugt isolierbar). Bei Einzelflasche: Eine erste Stufe, zwei zweite Stufen, Finimeter, Inflator. Zusätzlich: Tariereinheit (bevorzugt Wing/ Backplate), Leinenschneider, Safety Reel (Seilrolle), ein Cavern Reel (Seilrolle), zwei Lampen, bei der jede ausreichendes Licht für den geplanten Tauchgang hat, Tauchcomputer, Zeitmessinstrument und Tiefenmesser, Schreibtafel oder Wet Notes, wasserfeste Tauchtabelle (empfohlen).

Navigation
Sobald man sich im nach oben geschlossenen Raum, der Caverntaucher nennt das Overhead Environment, befindet, muss eine kontinuierliche Leine vom offenen Wasser in die Cavern-Umgebung verlegt werden oder schon festvorhanden sein. Bei schlecht werdender Sicht kann man der Leine bis ins offene Wasser folgen. Auch sind oft an den Leinen sogenannte Cave-Arrows (Richtungspfeile) angebracht, die zu einem Ausgang hin zeigen.

Luftplanung
Anders als beim herkömmlichen Sporttauchen wird die Luft berechnet und eingeteilt. Bekannt ist unter den Cavern Tauchern die Drittelregel. Man prüft, welcher Taucher in einem Team das geringste Luftvolumen in seiner Flasche hat und dividiert dies durch drei. Dieses Drittel wird dann vom Flaschendruck aller Taucher im Team abgezogen, das Ergebnis ergibt den Umkehrdruck. Somit hat man ein Drittel der Luft für den Tauchgang das zweite Drittel, um den Tauchgang zu beenden und das letzte Drittel ist Reserve und steht dem Buddy (oder sich selbst) in Notfällen zur Verfügung.

Kommunikation
Da man unter Wasser nicht sprechen und richtig hören kann, ist es schwieriger zu kommunizieren. Auch kommt noch dazu, dass die Zeichen und Signale nicht alle standardisiert sind und von Land zu Land unterschiedlich sein können. Daher ist es von großer Wichtigkeit, im Team die Zeichen vor dem Tauchgang nochmals durchzugehen. Es ist empfohlen, nur das Nötigste zu kommunizieren, da schnell Missverständnisse aufkommen, die das Team oder den Taucher unsicher machen können, auch muss im Falle eines Problems klar und deutlich kommuniziert werden, um das Problem unter Kontrolle zu bekommen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Unterwasserkommunikation. Der Cavern Kurs lehrt folgende Kommunikationsarten:

Handzeichen
Alt bewährt in der Taucherei. Wichtiger Bestandteil ist die Kommunikation mit Handzeichen, die mitgeführte Lampe muss so positioniert werden dass, das Team diese auch sehen kann. Alle Zeichen werden nur mit einer Hand ausgeführt, da man in der anderen die Lampe hält. Vorteile: klar und deutlich. Nachteile: in dunklen Ecken nur mit Lampe zu sehen; nicht alle Zeichen sind standardisiert; Blickkontakt mit Team/ Partner erforderlich.

Touch contact
Diese Art der Kommunikation wird angewendet, wenn die Sicht schlecht wird oder in dunklen Ecken bei Ausfall der Lampen. Man greift den Arm oder die Hand seines Buddys und kann mit stoßen, ziehen und drücken verschiedene Impulse geben. Vorteile: zuverläsige Kommunikationsart; das Team bleibt zusammen, da sich alle aneinander halten; kann an der Leine durchgeführt werden, die ins offene Wasser führt. Nachteile: Impulse müssen klar und deutlich ausgeführt werden, sonst nicht verständlich; bei dicken Anzügen müssen Impulse fester gegeben werden

Lichtkommunikation
Grundsätzlich wie beim Nachttauchen. Wie ein Blinder das perforierte Blatt mit seinen Fingern abtastet, um zu lesen, tastet sich der Cavern-Taucher an seinem Lichtstrahl entlang langsam durch seine Umgebung. Lampe immer ruhig bewegen, Hektik ist unangenehm für das Team und eventuelle Signale können fehlinterpretiert werden. Vorteile: einfach; auf Distanz ersichtlich und klar; das Team muss nicht stoppen, um zu kommunizieren; der Taucher muss sich nicht umdrehen um zu kommunizieren. Nachteile: der Lichtkegel muss ruhig geführt werden, hektische Bewegungen führen zu Missverständnissen; bei schwachen Lampen nicht klar und deutlich; Gefahr des Blendens; nur grundlegende Dinge wie OK (Kreisen), ich brauche Deine Aufmerksamkeit (langsames hin und her bewegen) und Notfall (schnelles hin und her bewegen) sind problemlos und klar zu kommunizieren..

Schreibtafel
Bei kniffligen Themen kann die Schreibtafel eine Hilfe sein, es kann genaustens mitgeteilt werden was, man eigentlich sagen will. Vorteile: komplexe Kommunikation möglich. Nachteile: die Konzentration reduziert sich auf die Schreibtafel, dadurch oft Verlust der Tarierung oder Leine möglich; erfordert Übung, leserlich zu schreiben.
Mehr Infos: www.protecsardinia.com

Limits
CAVERN Kurs INTRO T0 CAVE Kurs FULL CAVE Kurs
Max. Tiefe 30 m 30 m 40 m
Deko Keine Keine Nach Erfahrungswerten
Größe der Umgebung Groß Groß Groß bis Klein
Luftberechnung 1/3 Einzelflasche 1/6 Doppelflasche 1/3 Doppelflasche
2 Valve System 2 Valve System
Penetration 60m 1/6 einer Doppelflasche 1/3 Doppelflasche
Keine Leinenverbinden (Jumps) – Erfahrungswert
Keine Leinenkreuzungen (T).
Navigation Lineare Penetration Lineare Penetration No Limits
Die Hauptleine wird Die Hauptleine wird
nicht verlassen nicht verlassen
Bei Leinenkreuzungen Bei Leinenkreuzungen
wird umgedreht wird umgedreht
Sichtweite/Beginn
Tauchgang 12 m 9 m 6 m
Lampen Sonnenlicht + 2 Lampen Eine Hauptlampe + 2 Back Up Eine Hauptlampe + 2 Back Up

 
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