Atlantis Magazin
Advertisement
Freitag, 28. Juli 2017

Home arrow Artikel früherer Hefte arrow Biologie arrow Quallen
HomeKontaktImpressumHaftungsausschluss
     

Aktuelles Magazin

atlantis_2017.jpg

Benutzer Login






Passwort vergessen?

Advertisement

Advertisement

Quallen PDF Drucken E-Mail
s66_qualleGelatinealarm!
Von Heinz Käsinger (Text) und Paul Munzinger (Foto)

Die beiden tödlichen Quallenarten sind die Würfelqualle (Seewespe)
und die Staatsqualle (Portugiesische Galeere). Aber es muss ja nicht gleich Todesgefahr sein, die Begegnung mit einer respektablen Schrimqualle reicht auch und kann ganz schön unangenehm sein.
Jedes Jahr zwischen Oktober und April werden in schöner Regelmäßigkeit in Australien Strände gesperrt. Der Grund liegt nicht im Auftauchen eines Rudels Killerwalen, die die Badegäste bedrohen und weder Tigerhai noch Mako noch Weißer Hai sind es, die diese Maßnahmen hervorrufen.
Kleine, unscheinbare, gallertige Tierchen mit einer maximalen Körpergröße von 20 Zentimetern und einigen angewachsenen feinen, bis zu drei Meter langen Fäden lösen den Jelleyfish-Alert aus. Es sind Würfelquallen und eine Begegnung mit ihnen, bzw mit einem oder mehreren der feinen Fäden, könnte tödliche Folgen haben. Jährlich sterben in Australien an die 20 Menschen durch das Nesselgift der Quallen.
Aber Quallen sind nicht gleich Quallen. Alle von ihnen gehören zwar zum Stamm der Blumentiere, das ist aber auch schon alles, was sie gemeinsam haben. Die gefürchtete Portugiesische Galleere etwa findet in der Klasse der Hydrozoen ihren Unterschlupf. Praktisch gesehen ist sie nicht ein einzelnes Tier sondern eine Kolonie von Millionen von hoch spezialisierten Polypen. Wer uns aus diesem Staatengebilde gefährlich werden kann, ist der so genannte Wehrpolyp, der sich in einer unglaublichen Dichte in den Tentakeln drängt. Die längste gemessene dieser Tentakeln betrug übrigens mehr als 50 Meter.
Wer im Mittelmeer, in der Ostsee oder im Roten Meer taucht, der wird vor allem Bekanntschaft mit Schrimquallen machen. Dazu gehören die uns klassisch erscheinenden Tiere wie die Kompassqualle, die Leuchtqualle, die Scheibenqualle oder die Wurzelmundqualle. Auch die Feuerqualle oder die größte Quallenart, die ausschließlich in arktischen Gewässern lebende Löwenmähnenqualle, fallen darunter.
Im Vergleich zu Würfel- und Staatsqualle nesseln diese zwar weniger stark, jedoch immer noch ziemlich unangenehm.
Verletzungen durch Quallen sind schmerzhaft. Sofort das Wasser verlassen und Sand oder besser noch Backpulver (aber wer hat das am Strand schon zur Hand?) auf die betroffenen Stellen streuen. Beides wird dann vorsichtig mit einem Messer abrasiert. Der Ersthelfer muss dabei immer Handschuhe tragen, weil viele Nesselkapseln aktiv bleiben und bei Berührung explodieren.
Ein Sonderfall ist die Verunfallung mit einer Würfelqualle. Sand und Backpulver sind wirklungslos. Helfen wird Essig, der deshalb an den australischen Stränden in wenigen Metern Abstand deponiert ist. Umgekehrt ist Essig bei Verletzungen durch andere Quallen kontraproduktiv. In diesem Zusammenhang: Die australischen Bezirksverwaltungen haben lange Zeit probiert, die Biester mit Netzen von den Stränden fernzuhalten. Umsonst. Abgerissene Tentakeln oder Nesselpolypen trieben einfach weiter und verletzten Badende und Taucher.

 
< zurück   weiter >
Advertisement
Advertisement
 
 
Advertisement
 
Advertisement
Advertisement

Advertisement

© 2017 Atlantis Magazin