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St. Lucia PDF Drucken E-Mail
s19_06Indiana Jones und die Soldatenfische
Von Johann N. Atzenbacher

Wie ein doppelter Zuckerhut erheben sich die Pitons, erloschene Vulkane, an St. Lucias Küste. Zu ihren Füßen befindet sich eine der schönsten Buchten der Kleinen Antillen – und ein exzellentes Tauchgebiet.
Wenn Karyn Allard, Leiterin der Tauchbasis Scuba St. Lucia, von Harrison Ford erzählt, dann leuchten ihre Augen. Denn schließlich hat sie den prominenten Schauspieler, der in den 80er Jahren den Abenteurer Indiana Jones verkörperte, selbst kennen gelernt, ja, hat sogar mit ihm getaucht. Und das kam so:

Prominente Gäste

Ford machte Urlaub im Hotel „Anse Chastanet“, dem Allards Tauchbasis angehört. Dabei hörte Ford von einer kleinen Unterwasserhöhle, die ganz in der Nähe der Basis liegt. Harrison Ford wäre nicht Indiana Jones, wenn ihn dies nicht gereizt hätte. „Sofort musste es sein“, berichtet Karyn heute, „sofort zog er sich eine Tauchausrüstung an und wir zogen los.“
Bei der Erkundung der Höhle blieb es nicht. Ford streifte durch die Riffe der Gegend, machte Bekanntschaft mit Langusten und Garnelen, mit Schnappern und Muränen. Und lernte später „Lesleen M.“ kennen, eine Wrackschönheit, die im flachen Wasser auf ebenem Kiel steht. Soldatenfische kommandieren heute auf der Brücke und der Rumpf wurde von landestypischen Korallen, vor allem Schwarzen Korallen, in Beschlag genommen, auch von Schwämmen.
Der schönste und bekannteste Tauchplatz der Gegend sind die Pinnacles, fünf Fels-nadeln, die steil aus der Tiefe bis rund 20 Meter unter die Wasseroberfläche empor ragen. Barrakudas, Schalentiere und Tunfische geben sich hier ein Stelldichein.
Doch Ford ist nicht der einzige Star, der auf der Insel Urlaub machte. Ed Harris (u. a. Apollo 13) und Christopher Reeve waren auch schon hier. Letzterer allerdings in beruflicher Mission, als Superman flog er auf den Gipfel eines Vulkans, um dort eine Blume für seine Angebetete zu pflücken – die Szene wurde in St. Lucia abgedreht.

Insel der Vulkane
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Wer tauchfrei nimmt, erkundet die kleine Insel. Sie ist rein vulkanisch geprägt. Im Inselinnern explodierte vor Jahrhunderten ein Vulkan, seine Schwefelquellen dampfen noch heute und verbreiten einen Gestank, der die Touristen lieber an die malerischen Wasserfälle flüchten lässt.
Dort in der Nähe liegt der so genannte Jungbrunnen. Die Wasser der Diamond-Falls, ebenfalls ein landschaftliches Kleinod, münden hinein. Ludwig XVI. hat bereits 1785 verfügt, an diesem Ort ein Heilbad anzulegen, kein Wunder, dass es so beliebt war. Denn die Sage lautet, dass wer hier
ins Wasser springt, um zehn Jahre jünger wieder heraus kommt. Der Franzosenkönig hätte diese Einrichtung tunlichst selbst in Anspruch nehmen sollen, denn nur vier Jahre später konnte ihn auch ein Jungbrunnen nicht mehr retten: Die Revolutionäre um Danton, Robespierre und St. Just ließen ihn hinrichten. Seinem Schöpfer, an den er als französischer Katholik sicherlich fest glaubte, trat er ohne Kopf gegenüber.
Aus den Revolutionswirren ging ein gewisser Napoleon Bonaparte, Artillerieoffizier seines Zeichens, hervor, der sich bald als französisches Staatsoberhaupt, später gar Kaiser, etablierte. Seine große Liebe war eine verheiratete Frau namens Joséphine de Beauharnais, geborene Tascher de la Pagerie. Der Joséphine, der wir das geflügelte Wort vom „heute nicht“, zu verdanken haben. Jedes Lexikon dieser Welt will wissen, sie sei auf Martinique geboren, aber das stimmt nicht. Die Familie Tascher de la Pagerie stammt aus St. Lucia und dort kann man heute das Geburtshaus der unglücklichen Kaiserin besichtigen. – Wegen Kinderlosigkeit wurde die Ehe mit Napoleon zwangsgeschieden.
Genug der alten Tage, tauchen ist wieder angesagt. Ein Gesetz der Insel schreibt vor, dass jede Tauchgruppe von einem Guide begleitet sein muss, von dem man sich nie bis jenseits der Sichtgrenze entfernen darf. Doch bei Sichtweiten von mehr als 40 Meter dürfte dies wohl kaum ein zu großes Hindernis sein.

 
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