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Freitag, 20. September 2019

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Rendez-vous mit Teresa PDF Drucken E-Mail

Von Sibylle Gerlinger (Text) und Gerald Nowak (Fotos)

s.54Teresa ist eine Delfindame im besten Alter. Einen Tauchgang mit ihr kann man buchen. Aber mit mehr als 240 US-Dollars pro Person und Tauchgang lässt sich das Herrchen von Teresa satt dafür bezahlen. ATLANTIS hat sich den Spaß gegönnt.

Pfeilschnell und elegant schießt der große Tümmler im Flachwasser über das Riffdach, jagt mal übermütig einem Fischchen nach, wechselt Schwimmtempo und Richtung je nach Laune im Sekundentakt. So plötzlich, wie er aufgetaucht ist, verschwindet er auch wieder im Blau der karibischen See. Nur wenige Zeit später erscheint der massige Körper wieder an der Sichtgrenze und gleitet ruhig auf die Tauchgruppe zu. Doch zunächst sucht der Meeressäuger eine ganz bestimmte Person in deren Mitte. Er stoppt unmittelbar vor einem Taucher und lässt sich liebkosen. Er will eindeutig Körperkontakt, quasi als Bestätigung der engen Bindung, die es zwischen ihm und diesem Menschen schon seit Jahren gibt. Der Delfin ist ein siebzehn Jahre altes Weibchen namens Teresa. Der Mann heißt George und ist Teresas Bezugsperson Nummer eins, wahrscheinlich auf Lebenszeit. George Kieffer ist Meeresbiologe und Chef-Delfin-Trainer der Dolphin Academy im Seaquarium auf Curaçao. Es ist das Zuhause Teresas, die hier mit einigen Artgenossen in Gefangenschaft lebt. Das Zusammentreffen war kein Zufall, sondern bestellt und bezahlt. Jeden Morgen verlassen die Delfintrainer mit ihren Schützlingen den vom Meer abgetrennten Lebensbereich der Tiere und unternehmen einen Tauchgang. Der findet irgendwo am Saumriff entlang der Küste der Antilleninsel statt. Die Tiere könnten also jederzeit das Weite suchen – tun sie aber nicht. Stattdessen vertiefen sie spielerisch ihre Bindung zum Menschen, lernen neue Kunststückchen und kehren bereitwillig mit zurück in die abgesperrte Lagune. Die meisten der Tiere sind Wildfänge. Warum sie freiwillig die Gefangenschaft wählen, ist nur eine der vielen Fragen, auf die George und seine Kollegen noch immer Antworten suchen. Die Tümmler stammen aus Honduras, wo das Roatan Marine Institute (RIMS) auf Anthony’s Key seit den frühen 90er Jahren Delfine in Gefangenschaft untersucht. Das geschieht auf sanfte Weise, wobei viel Wert auf die Interaktion zwischen Mensch und Tier gelegt wird. Es ist eine vielleicht gelungene Mischung aus Wissenschaft und Kommerz, denn mit den dressierten Delfinen wird natürlich viel Geld verdient. Ob und wenn ja wie die Tümmler unter der Gefangenschaft leiden, lässt sich schwer sagen. Sie sind gesund, fressen gut und haben eine stabile Geburtenrate.  Neben der Dolphin Academy befindet sich eine der größten Tauchbasen der Insel, Ocean Encounters. Ihr Besitzer, Nolo Ambrosi, und George Kieffer kamen vor einiger Zeit auf die Idee, das Programm für Urlaubstaucher zu öffnen. Seitdem werden DelfinTauchgänge angeboten, Sichtungsgarantie inklusive. Unter Wasser einem Delfin zu begegnen, ist ein seltenes und einzigartiges Erlebnis. Ganz besonders, wenn das Tier ohne Scheu bis auf Armeslänge herankommt. Doch Teresas Auftritt lässt sich die Dolphin Acadamy teuer bezahlen. Nicht im Pool oder eingezäunten Freiwasserbecken, sondern an einem ganz normalen Tauchplatz findet das Rendez-vous statt. Jeder Tauchgang verläuft anders und immer wieder passieren spontan unerwartete Dinge, stellen sich neue Fragen. Vornehmlich hängt der Verlauf von der Tagesverfassung und dem Charakter des jeweiligen Tümmlers ab. s.56Teresa zum Beispiel ist meist verspielt, Annie, die ebenfalls zu solchen Treffen geführt wird, hat oft keine Lust auf Taucher. Der 27 jährige Delfinbulle Copan geht überhaupt nur vor die Tür, wenn sein Lieblingsweibchen DeeDee mitgeht. Die hat aber zurzeit ein Kalb und bleibt lieber daheim. Es gibt also Tage, da müssen die Delfine erst dazu überredet werden, das Gehege zu verlassen. Mitnichten stürmen sie ins Freie, sobald das Gitter sich öffnet. Kürzlich aber verschwand Teresa für eine ungewöhnlich lange Zeit während des Tauchgangs. Selbst George war ratlos. Plötzlich kam sie angeschossen und hatte drei wilde Tümmler im Schlepptau, als wolle sie ihnen mal die lustigen Geschöpfe mit der Flasche auf dem Rücken zeigen. Interaktionen zwischen den trainierten und wilden Tümmlern finden sogar häufiger statt. Zwischen Tümmlern und Spinnerdelfinen aber niemals. Man hat sich anscheinend nichts zu sagen. Woran die Tiere ihre Trainer unter Wasser erkennen, wollen wir nach dem Tauchgang von George Kieffer wissen. „Wahrscheinlich haben sie viel mehr Möglichkeiten, als wir“ meint er und hält eine Kombination aus Sonar, Atemrhythmus und spezifischen Bewegungsmustern für wahrscheinlich. „An der Tauchausrüstung erkennen sie uns jedenfalls nicht. Wir haben schon versucht, sie mit Tausch der Ausrüstung zu täuschen“, ergänzt er lachend, „absolutely no chance!“. Ein Gedanke, der während des Tauchgangs immer wieder kommt, ist der nach dem Für und Wider von Delfinarien, denn nichts anderes ist die Dolphin Academy schlussendlich – wenngleich ein sehr schönes. Ist die Haltung artgerecht? Was ist überhaupt artgerecht? Letztlich doch eine sehr menschliche Vorstellung dessen, was Tieren gut tut und was nicht. Und doch bleibt auch beim härtesten Gegner am Ende die Frage offen: „Warum haut ihr nicht einfach ab?!“ Vielleicht ist ja der Wunsch nach Freiheit ebenfalls ein sehr menschlicher. Dieser Tauchtag bietet jedenfalls Gesprächsstoff über das Ende der Reise hinaus. Goerge Kieffer ist es wichtig, dass bei der Haltung von Delfinen in Gefangenschaft klar unterschieden werden muss. Nur die küstennah lebenden Tümmler sind dafür geeignet. Die Coastals meiden das tiefe Blau des Ozeans und halten sich in überschaubaren Revieren im Flachwasser auf. Sie sind an der unterschiedlichen Anatomie ihrer Flossen zu erkennen, die besser für das Manövrieren zwischen Korallenstöcken, als für Hochgeschwindigkeitsrennen im offenen Meer geeignet sind. Die Hochseetümmler in Delfinarien zu sperren, hält George für Tierquälerei.
 
Reiseinfo:
 
s.56.2Tauchbasen:
Ocean Encounters West
Basisleiter: Louis Lopez Ramirez,
Nolo Ambrosi
www.oceanencounterswest.com

Ocean Encounters Seaquarium
Basisleiter: Nolo, Monica, Leo und
Christian Ambrosi
Delfin-Tauchgang: 242 US$/p.P.
(ca. 170 Euro)
www.oceanencounters.com

Easy Divers, Habitat
Basisleiter: Anne-Marie Vermeer
www.habitatcuracaoresort.com

Downtown Diving
Basisleiter: Ramon Korving
www.downtowndiving.com

Unterkunft:
All West Apartments
www.allwestcuracao.com

Lodge Kura Hulanda and Beach Club
www.kurahulanda.com

Papagayo Resort
www.papagayobeachresort.com

Weitere Infos:
Fremdenverkehrsamt Curaçao,
Bayerstr. 16a, 80335 München,
Tel. +49(0)89/51 70 32 96,
www.curacao.de, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
 
 
Blue View und Habitat Dive Resort:
s.55Zwei tolle Urlaubsziele
Ein idyllischer Zufluchtsort mit nur drei Hotelzimmern und sieben Appartements sind die Ranco el Sobrino Blue View Appartments. Die Anlage liegt im Westen der Insel nahe Westpunt und dem Kalki Beach. Nur zwei Gehminuten trennt das Hotel von den vier Blue View Appartements mit einem herrlichen Meerblick. Die Entfernung zur Inselhaupstadt Willemstad beträgt rund 40 Autominuten.
Die Hotelanlage des Habitat Dive Resorts liegt bei Rif St. Marie / Coral Estate und ist stark auf Tauch-Tourismus ausgerichtet. Das Habitat liegt direkt am Strand und hat einen herrlichen Ausblick. Innerhalb der Anlage befindet sich die deutschsprachige Tauschule Easy Divers. Dort bekommt man die nötige Ausstattung, um die prächtige Unterwasserwelt von Curacao erkunden zu können. Schwimmbad mit Kinderschwimmbad und Terrasse mit mit Bar laden zum Faulenzen ein, wenn man tauchfrei hat. Die Juniorsuiten haben Garten- oder Meeresblick. Sie sind alle mit Klimaanlage, Küchenecke mit zwei Kochplatten und Kühlschrank, Ventilator, Telefon, Badezimmer mit Dusche und Toiletten, Terrasse oder Balkon ausgestattet.
Weitere Infos: www.niederlaendische-karibik.de
 
Der starke Westen:
„All West“ und „Kura Hulanda“
Im Westen der Insel liegen die Tauchbasis mit Appartments All West und das Hotel Kura Hulanda. All West Diving wickelt den Tauchbetrieb für beide Wohnanlagen ab. Die meisten Top Tauchplätze von Curaçao sind nur wenige Minuten von hier entfernt. Die Durchschnittstemperatur des klaren karibischen Wassers ist ganzjährig 28°C, die durchschnittlichen Sichtweiten liegen bei über 30m.
Das Hausriff bietet eine reiche Kombination von Hartkorallenformationen, Schwämmen, tropischen Fischschwärmen und eine reiche Auswahl an kleinen farbenfrohen maritimen Leben. Schildkröten, Rochen, Lobster, und Muränen sind nur einige der einheimischen Bewohner die die Besucher treffen.
www.allwestcuracao.com, www.kurahulanda.com 
 
Empfehlenswerte Tauchbasen
 
Der Klassiker: Das Lions Dive Hotel
Es liegt im Südosten der Insel nahe Willemstad und es ist ein Klassiker. Ein Hotel von Tauchern für Taucher. Angesteuert werden alle wichtigen Plätze der Insel bis hinüber nach Klein Curaçao.
www.lionsdive.com

Scuba Do Tauchcenter
Das Scuba Do Tauchcenter liegt in der Jan Thiel Bucht, nahe der Appartmentanlage Chocogo. Die Basis verfügt sowohl über ein tolles Hausriff als auch über die Möglichkeit, seine Gäste zu den weiter entfernten Top-Tauchspots der Insel (Wrack der "Superior Producer", Caracas bay, Klein Curacao usw.) zu bringen. Die Anlage leigt direkt am Wasser, die Hausrifftauchgänge starten direkt von einer Plattform der Basis aus. Sowohl der Shop als auch das lager mit der Leihausrüstung sind bestens sortiert. Das Padi Five-Star-Center wird von einem kompetenten und freundlichen Team von Tauchlehrern geleitet, das die Basis 2006 von ihren Vorgängern übernommen hat.
www.divecenterscobado.com
 
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