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Montag, 6. Februar 2012

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uafmacherKompressoren vom Meister

Von Heinz Käsinger

1975 gründeten der Motorradrennfahrer Wolfgang Lenhardt und der Werkzeugmachermeister Bernd Wagner eine kleine Firma. Geschäftszweck der Neugründung war die Herstellung von Auspuffanlagenfür Motorräder. Das ist Schnee von gestern. Heute präsentiert sich das Unternehmen als einer der kompetentesten Hersteller von Atemluftkompressoren weltweit.

Klar, dass ein Rennfahrer und ein Motorradverrückter nur etwas beginnen konnten, was auch mit dem Rennsport zu tun hat. Aber Wagner war und ist eben auch Taucher und so wurde das Produktsortiment 1980 um Hochdruck-Atemluftkompressoren erweitert.

muss3Aber es sollte noch einmal 13 Jahre dauern, bis mit dem Modell 450 E der erste eigene Hochdruckkompressor auf dem Markt erschien. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Die Modellreihe an Kompressoren wurde nach unten um weniger leistungsfähige und nach oben um noch leistungsfähigere Kompressoren erweitert. Heute kann der Taucher zwischen Modellen wählen, die zwischen 100 Litern und 6000 Litern Luft in der Minute liefern. Wobei der kleine Kompressor naturgemäß beim Privatmann und die mittleren und großen Modelle bei Clubs und Tauchschulen zu finden sind. Ein großes Absatzgebiet sind auch Einrichtungen wie DLRG, Feuerwehren und das THW.

Lenhardt & Wagner-Kompressoren gibt es selbstverständlich mit verschiedenen Antriebsarten, die mit Verbrennungsmotoren arbeiten wahlweise mit Benzin oder Diesel. Das Unternehmen engagiert sich zunehmend auch im industriellen Bereich, hier sind es vor allem Tankstellen, die zunehmend Kompressoren zur Erdgasverdichtung benötigen. Wobei das Verhältnis von Industrieanwendungen zu Atemluftkompressoren derzeit bei etwa einem Drittel zu zwei Dritteln liegt.

muss Im Verlauf der Firmengeschichte wurde das Firmengelände laufend erweitert, um neuen Platz für Produktion und Lager zu schaffen. Seit einigen Jahren ist das Unternehmen DIN/EN/ISO 9001:2000-zertifiziert. Obwohl schon 1997 die Herstellung von Auspuffanlagen aufgegeben wurde und Wolfgang Lenhardt das Unternehmen verlassen hatte, wuchs man weiter. Das führte dazu, dass sich Bernd Wagner vor einiger Zeit nach einem neuen Betriebsgelände umsah und ganz in der Nähe vom bisherigen Standort fündig wurde. Im kommenden Februar wird es dann soweit sein, dass das komplette Unternehmen samt seiner derzeit 35 Mitarbeiter in die neuen, äußerst repräsentativen Räume umzieht.

Gut behelmt taucht besser

m0010344 Bernd Wagners große Leidenschaft gilt neben Kompressoren und Motorrädern seinen Taucherhelmen, die er mit viel Hingabe sammelt und pflegt. Natürlich befinden sich nicht nur Helme in seiner Sammlung, es gibt auch einige dazu passende Anzüge und Luftpumpen, Bleigewichte, Schuhe. Und die Geschichten zu den Helmen. So kann man zum Beispiel erfahren, dass die Helme, die heute in den Regalen der Sammler kupfern glänzen, im Gebrauch meist schwarz waren. Weil die Hersteller die Helme mit einer Teerschicht versahen, um sie vor Grünspan und später vor allem vor den Lichtbögen der Elektroschweißgeräte, die Löcher gebrannt hätten, zu schützen. In einem Regal zwei ungeputzte, noch mit den Ablagerungen des Meeres versehenen Helme, einer ganz, der andere zerquetscht. Aus einem japanischen Wrack vor Indonesien stammen die, das bei einem amerikanischen Fliegerangriff versenkt worden war. Oder das: Bei einem Besuch beim italienischen Berufstaucher-Ausrüster Galeazzi sah Wagner einen bildschönen Helm. Leider, so der Inhaber, sei dies das letzte Stück und die Werkzeuge und Formen für die Herstellung schon seit Jahrzehnten entsorgt. Auf Wagners Vorschlag hin wurden die Produktionsmittel neu geschaffen und eine wirklich streng begrenzte Anzahl an Helmen hergestellt, wovon einer jetzt in seiner Sammlung steht.
Eher zufällig wird erwähnt, dass der große graue Kompressor dort im Eck der Originalkompressor der „Tirpitz“ sei – ein norwegischer Mitarbeiter ist zufällig auf den gestoßen. Ebenfalls von der oben schon erwähnten Firma Galeazzi stammt das Panzertauchgerät, das einen Raum im Unternehmen schmückt. Den gelben Riesen, der ein bisschen wie das Michelinmännchen aussieht, werden die Besucher der „boot“ bald bestaunen können – in Düsseldorf auf dem Messestand von Lenhardt & Wagner.

 
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