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Montag, 6. Februar 2012

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Die Gegend der Geister

Von Gitta und Volker Lottmann

alamand4 Eine Reise nach Bali ist gleichsam das Eintauchen in eine andere Welt, in der sich die tropische Natur mit verschwenderischer Üppigkeit präsentiert und uns die Bewohner mit ihrer Lebensfreude zeigen, dass man auch mit wenig glücklich sein kann. Dazu gibt es tolle Tauchgründe, viel Kultur und eine Menge Sehenswertes. ATLANTIS hat sich für Sie umgesehen. 

Balis Landschaft wird von einer Vulkankette dominiert, die sich von Ost nach West quer über die  Insel zieht und die Täler mit Leben spendendem Wasser versorgt. Die Balinesen verehren daher die meisten Vulkane, Seen und Quellen als heilige Orte. Unterhalb des höchsten Vulkans, dem Gunung Agung (3142m) liegt eins der schönsten Tauchreviere Balis: Tulamben. Berühmt wurde der Platz durch ein im Zweiten Weltkrieg gesunkenes Frachtschiff, das auf einer Tiefe von vier bis 30 Meter liegt. Das „Tauch Terminal Resort“ ist eine ganz auf die Bedürfnisse der Taucher ausgerichtete Anlage. Neun gemütliche Bungalows und ein zweigeschossiges Haupthaus mit elf großen Meerblick-Zimmern sind im balinesischen Stil eingerichtet. terminal7In der davor liegenden tropischen Gartenanlage lädt der drei Meter tiefe Swimmingpool zum erfrischenden Bad ein. Zum Sonnen und Relaxen ist oberhalb des dunklen Kieselstrands eine Sandterrasse angelegt. Direkt daneben befindet sich die „Drop Off Beach Bar“, in der sich die Taucher bei einem kühlen Drink zum Sonnenuntergang treffen und Taucherlatein austauschen. Bei klarer Sicht ist sogar die Nachbarinsel Lombok am Horizont zu erkennen. Die gut or-ganisierte Tauchbasis unter deutscher Leitung bietet einen perfekten Service von 07.00 bis 23.00 Uhr. Dienstleistungen, wie z.B. das Reinigen und Trocknen der Aus-rüstung nach den Tauchgängen, werden von der Crew gerne übernommen, sodass das Equipment jederzeit wieder startklar ist. Neben den Padi Tauchkursen vom Discover Scuba bis zum Divemaster wird auch Schnorchelausbildung durchgeführt. Nitrox gibt es ohne Aufpreis. Nur wenige Meter von hier entfernt liegt das Wrack der U.S.A.T. „Liberty“. Das 120 Meter lange Schiff wurde 1919 erbaut und war zur Erprobung des Dampfturbinenantriebs vorgesehen. Am 11. Januar 1942 lag die „Liberty“ in der Straße von Lombok und wurde vom japanischem U-Boot I-66 torpediert und schwer beschädigt. Der amerikanische Zerstörer „Paul Johnes“ versuchte, sie in den Hafen von Singaraja, damals Balis Hauptstadt, zu schleppen. Dieses Unterfangen musste aber aufgegeben werden, da das Schiff zu sinken drohte und so wurde es am Strand vor Tulamben abgestellt, um die Ladung zu bergen. Das Schiff selbst wurde nach und nach von den Balinesen ausgeschlachtet. Leider wurde auch der Schiffspropeller abmontiert. 1963 rutschte die „Liberty“ beim Ausbruch des Vulkans Mount Agung durch die Erdstöße in die Tiefe – sehr zur Freude der Taucher. Kenner gehen möglichst früh zum Wrack, da morgens die Sicht am besten ist und außerdem die zahlreichen auswärts wohnenden Tauchgäste noch nicht eingetroffen sind. liberty2_aufmachÜber dunkle Lavasteine, die langsam in Sand übergehen, erreichen die Taucher das im Flachbereich liegende Heck mit dem schön bewachsenen Steuerruder. Darüber kreist ein riesiger Makrelenschwarm, der seinerseits von einigen großen Thunfischen gejagt wird. Zwischen geborstenen Spanten kann gefahrlos ins Schiffsinnere eingedrungen werden. Vorbei an der in 30 Meter Tiefe liegenden Bugspitze erreicht man die zur Wasseroberfläche zeigende Backbordseite, die über und über mit Weichkorallen und großen Schwämmen bewachsen ist. In den auseinander gebrochenen Laderäumen schlafen nachts Buckelkopfpapageienfische, tagsüber werden sie von Süßlippen als Rückzugsgebiet genutzt. Manche Gäste tauchen während ihres Urlaubs täglich an diesem wunderbaren Platz. In Front des Tauchterminals ist der Einstieg zum Coral Garden, einem sanft bis auf  25 Meter und tiefer abfallendem Tauchplatz. Vereinzelt stehende Korallenblöcke bieten einer Vielzahl von Fischen Lebensraum. Wirklich sensationell ist die Anzahl der  Geistermuränen, die in verschiedenen Entwicklungsphasen vorkommen. Am schönsten ist natürlich die blau-gelbe Farbvariante. Pazifische Anemonenfische wuseln aufgeregt umher. Schildkröten und drei Schwarzspitzenriffhaie sind bei jedem Tauchgang zu sehen. Die aufmerksamen Tauchguides finden für die Gäste Schaukelfische und sogar Geisterpfeifenfische. Hier werden auch Nachttauchgänge durchgeführt. alamanda3Zur rechts davon gelegenen The Wall, muss ein kleiner Fußmarsch unternommen werden, selbstverständlich wird die Ausrüstung vom Personal hingeschafft. Auch hier fällt der große Fischreichtum auf. Meist werden die Aquanauten von einem riesigen Makrelenschwarm empfangen. An mächtigen Korallenblöcken, die aus dem schwarzen Lavasand emporsteigen, geht es hinab in die Tiefe. Hier soll es bis auf 70 Meter runtergehen. Früh morgens lassen sich bei günstiger Strömung hin und wieder Graue- und Weißspitzenriffhaie sehen. Für das leibliche Wohl sorgt das offene Restaurant. Bei einem traumhaften Blick aufs Meer werden schmackhafte Gerichte der internationalen und asiatischen Küche serviert. Angenehme Gesellschaft gibt’s
gratis dazu. Neben der entspannten Atmosphäre, die den Alltag vergessen lässt, trägt auch ein Besuch im kleinen aber feinen Spa des Ressorts zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Hier verwöhnt qualifiziertes Personal mit einem Konzept aus Massagen, Bädern, Ruhe, angenehmen Düften und natürlichen Behandlungsstoffen die Gäste. Eine halbe Autostunde entfernt liegt das „Alam Anda Beach Resort“.  Die unter deutscher Leitung stehende Anlage ist ein Geheimtipp für alle, die eine Oase zum Wohlfühlen und Relaxen suchen.  An kaum einem anderen Ort ist es möglich, seine Urlaubstage so intim und ungestört zu verbringen.alamand4Die gepflegte Anlage, die nicht nur unter Tauchern Kultstatus genießt, gibt es bereits seit 14 Jahren. Hier lässt es sich auch heute noch auf der großen Terrasse  mit traumhaftem Meerblick wunderbar entspannen. Die geschmackvollen mit Naturmaterialien eingerichteten Zimmer und das offene Bad bieten allen benötigten Komfort. Im vergangenem Jahr wurden zwölf neue Deluxe-Gartenbungalows harmonisch in die weitläufige Gartenlandschaft eingefügt. Das ansprechende Am-biente mit indonesischen Akzenten erfreut Liebhaber modernen  Designs. Die schlichte Eleganz und klare Architektur des Wohnraums setzen den perfekten Kontrapunkt zur üppigen Natur. Wer es noch privater und luxuriöser mag, findet etwas abseits gelegen zwei Traumvillen mit Meerblick, eigenem Pool und Garten. Familien und befreundete Gruppen haben die Wahl zwischen Bungalows mit mehreren Schlafzimmern und großen Suiten in verschiedenen Kategorien. Die komplett renovierte Werner-Lau-Tauchbasis liegt im Herzen der Anlage zwischen Rezeption und Restaurant und ist sicherlich eine der schönsten weltweit. Der Boden, sowie Wände und Einfassungen der großen separaten Spülbecken, sind aus indonesischem Sandstein gefertigt.  Eine komfortable Dusche und Toiletten sind vorhanden. Sogar frische Handtücher liegen immer bereit und Trinkwasser steht kostenlos zur Verfügung. Vor dem Tauchgang wird die Ausrüstung von der Crew zusammengebaut – perfekter Rundum-Service. Bei entsprechendem Brevet gibt es Nitrox ohne Aufpreis. terminal2Neben Bootstauchgängen werden Ausflüge nach Tulamben und zu weiteren Tauchplätzen angeboten.  Der Einstieg zum Hausriff ist nur zehn Meter entfernt. Das Riff erstreckt sich über die gesamte Breite des Hotelbereichs und ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Am einfachsten ist es, sich einem der erfahrenen Guides anzuvertrauen, die alle Verstecke dieses stufenförmig abfallenden Tauchspots kennen. Die kleinen Korallenplateaus und Hänge sind mit Gorgonien und Schwämmen bewachsen und werden von zahlreichen Rifffischen besiedelt. Es gibt viele  Nacktschnecken und sogar Geisterpfeifenfische sind zu entdecken. In 20 Meter Tiefe wurde auf Sandgrund ein sechs Meter langer aus Furniereisen gefertigter Tunnel versenkt. Das soll zu einem künstlichem Riff heranwachsen und schon nach drei Wochen hatten sich hier zehn Geisterpfeifenfische angesiedelt. Angespornt durch diesen Erfolg, wurde noch eine Stahlpyramide konstruiert und auf dem Grund abgesetzt. Nur fünf Bootsminuten vom „Alam Anda“ entfernt, liegt Out of Eden. Im Flachbereich stehen einige farbenfrohe, sehr schön be-wachsene Korallenblöcke. Dazwischen halten sich größere Schulen von Blaustreifenfüsilieren auf. Das Highlight ist ein Pärchen des Robusten Geisterfpeifenfisch, das sich wie abgestorbene Seegrasblätter über den Sandgrund treiben läst. Angels Canyon ist ein exklusiv vom „Alam Anda“ betauchter Platz, an dem Fetzenfische, Krebse und verschiedene Arten von Nacktschnecken zu finden sind. Die dicht beieinander stehenden Korallenblöcke bilden kleine Canyons. Auf den dunklen Sandflächen ruhen Weißspitzenriffhaie und Blaupunktrochen.
An das Hauptgebäude mit Rezeption, umfangreicher Bibliothek und gemütlicher Lobby schließt das offene Restaurant mit Swimmingpool, Sonnenterasse und Liegestühlen an. Hier werden mit wunderschönem Blick aufs Meer die Mahlzeiten eingenommen. Neben dem reichhaltigen Frühstücksbuffet werden die Gäste mittags und abends mit überwiegend indonesischer, aber auch internationaler Küche verwöhnt. Sonntags ist Bali-Tag,  da gibt es Tänze und eine Reistafel.tempel1 Zu den zahlreichen Annehmlichkeiten des Ressorts gehört auch der 700 Quadratmeter große Wellnessbereich. In der Ruhe des Gartens mit seinen Wasserläufen, können sich gleichzeitig sieben Personen mit diversen Behandlungen (z. B. Ayurveda, Fußreflexzonen-, indonesischer Körpermassage, Peelings und Gesichtsmasken, Blüten- und Meersalzbädern) verwöhnen lassen. Wer das Glück hat, eine Einladung zu ei-nem der zahlreichen Tempelfeste zu erhalten, sollte diese unbedingt wahrnehmen.  Hierdurch erhält er Einblicke in die Kultur und einmalige Religion auf Bali. Nur hier ist der Dharma-Hinduismus erhalten.  Ahnenkult und Geisterglaube haben einen großen Stellenwert. Überall findet man die zahlreichen täglichen Opfergaben in Form von kleinen aus Bambus geflochtenen Körbchen, bestückt mit Obst, Reis und Räucherstäbchen, mit denen die Götter besänftigt und belohnt werden müssen. Oberstes Gebot ist Frieden und Harmonie mit der Gemeinschaft und der Natur. Diesen Grundsatz hat sich auch das „Alam Anda“ zu eigen gemacht.
Einen der schönsten Tauchgänge heben sich die Guides für den Schluss auf. Wer sich nach Großfisch sehnt, sollte den Tagesausflug zur Nusa Penida mitmachen. Abfahrt ist um 5.30 Uhr, es sind etwa 2,5 Stunden Fahrtzeit bis zum kleinen Hafenort Padang Bai im Osten der Insel. Eine Stunde braucht das Boot von dort bis zum Manta Point an der Lombok zugewandten Seite der Insel Nusa Penida. Hier in der Straße von Lombok ist das Wasser wesentlich kälter als im Norden Balis. Für Kleinigkeiten, wie einen seltenen Bäumchenlippfisch, hat nun niemand ein Auge mehr. Der Manta Point ist ein riesiger Hügel in Ufernähe, so dass die Beobachter dem Auf und Ab der Brandung ausgesetzt sind. Doch wenn die mächtigen Tiere im Abstand von nur einem Meter über die Köpfe der Taucher fliegen, stört das niemanden mehr.
Weitere Informationen:

www.tulamben.com
www.alamanda.de
www.wernerlau.com



 
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