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Wasser ist der Ursprung von allem

Eine Fotogeschichte von Gerald Nowak und Paul Munzinger
mit Texten von Sibylle Gerlinger
44+95Baggersee statt Barrierreef! Heimische Seen und Flüsse sind zwar kalt, bieten jedoch ein Fülle an Leben und Erlebnissen. Und vor allem – sie befinden sich justament vor unserer Nase und harren förmlich der Erforschung durch Taucher.

Gleich einem Prozess innerer und äußerer Reinigung erscheint der Tauchgang in einer Quelle, dem Ursprung allen Lebens. Stets unwirklich transparent, meistens eiskalt und vielleicht gerade deshalb auch für geistige Klarheit sorgend. Fragil und empfindlich ist ihr Ökosystem und ganz und gar nicht auf uns angewiesen. Darum müssen wir es schützen. ATLANTIS präsentiert die schönsten Quellen dieser Welt.

GN_01165Italien, Friaul
Im karstigen Voralpengebiet unweit der italienischen Industriestadt Udine befindet sich das Naturschutzgebiet mit diesem kleinen Lago. Die Wassertemperatur des Sees beträgt rund ums Jahr gleichförmige acht Grad, die Tiefe erreicht maximal acht Meter. Typisch für ein Karstgebiet, hängt die Speisung des Sees vom Zirkulationssystem unterirdischer Quellen und des Grundwassers ab. In dem nährstoffarmen Becken gibt es einen geringen Bestand eingesetzter Karpfen und Flusskrebse. Für die Naturschützer gibt es aber etwas, dass ihnen mindestens genauso wichtig ist, wie der Schutz des Sees: die Gänsegeier Station, gleich neben dem See gelegen. Ein einmaliges Projekt zum Schutz der großen Raubvögel, die oft majestätisch über den Gipfeln der umliegenden Berge kreisen.

GN_03269Neuseeland, Südinsel
„98 Prozent unserer Gewässer sind glasklar, der Rest Fische.“ So behaupten jedenfalls die Neuseeländer nicht ohne Stolz. Auf die Te Waikoropupu Quellen – kurz Pupu Springs – trifft das jedenfalls zu. Mit einer gemessenen horizontalen Sichtweite von 62 Meter ist dies das klarste Süßwasser der südlichen Hemisphäre, wenn nicht gar der ganzen Welt. 13000 Liter köstlichstes Trinkwasser strömen jede Sekunde mit exakt 11,7 Grad Celsius aus dem Boden. Das sind 1,12 Milliarden Liter pro Tag. In dem für eine Quelle ungewöhnlich dichten Bewuchs leben eingesetzte Regenbogenforellen und Edelkrebse. Gespeist wird der Topf, der über einen steten Abfluss verfügt, durch das kilometerlange Höhlensystem der Riwaka Resources.

GN_03290Österreich, Tirol
Das Tiroler Duo Fernsteinsee und Samaranger See ist unter Tauchern hinlänglich bekannt und gehört zu den schönsten Süßwasser-Tauchplätzen Europas. Der kleine Quelltopf, der sich hinter dem Fernsteinsee versteckt, findet da schon weniger Beachtung. Kein Wunder, denn zum Tauchen ist er eigentlich zu klein und mit seiner Maximaltiefe von drei Metern auch zu flach. Doch Fotografen lieben die einmaligen Stimmungen und Szenarien, die solche Gewässer aufgrund ihrer Sichtweiten bieten. Der Besatz an Schleimalgen wächst im Laufe des Jahres zu einem mystischen Gebilde zusammen und entführt einen bei konstanten sechs Grad Temperatur in andere Welten. Aber Achtung: Nur eine falsche Bewegung und die Schönheit ver-schwindet im Nebel aufgewirbelter Sedimente.

Florida Devils EyeUSA, Florida
Der Nordwesten Floridas ist Quellenland. Und ein Dorado für Höhlentaucher. Eine der beeindruckendsten Quellen der Welt ist das Devils Eye bei Ginnie Springs. Devils Eye heißt wahrscheinlich nur deshalb so, weil hier schon viele Höhlentaucher und solche, die sich dafür hielten, dem Teufel ins Auge geschaut haben – und der hat sie gleich dabehalten. Aber das ist pure Spekulation. Tatsache ist, dass die Amerikaner hier ein großes Areal anlegten, das vollkommen auf Taucher zugeschnitten ist mit großen Parkplätzen, Tauchbasis, Tauchshop, Campingplatz und Stellplätzen für Mobilehomes. Wer das hinter dem Devils Eye liegende Höhlensystem deshalb aber unterschätzt, der schaut dem Teufel wirklich ins Auge.

Almerika Loch Stimmung_AtDeutschland, Baden
Glasklare Quelltöpfe gibt es in Deutschland nicht nur als Berggewässer in alpinen Regionen. Vor allem auch im Einzugsgebiet der großen Ströme Rhein, Donau, Weser und Elbe kommen sie vor, gespeist durch Grundwasser, das, gefiltert durch Lagen von Kies und Erde in reinster Form zu Tage tritt. Kalt und klar sind diese ungeschliffenen Diamanten. Und nährstoffarm. Nur wenige, speziell angepasste Pflanzen- und Tierarten werden in ihnen heimisch. Dementsprechend fragil ist das ökologische Gleichgewicht. Schon geringe Verschmutzungen können ihr Ende bedeuten, zurück bleibt dann nur ein blindes Loch voller Schmutzwasser. Deshalb gilt: Tauchen streng verboten! Unser Bild zeigt das „Amerikaloch“ in der Oberrheinebene.


 
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