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Unterwasser Video Schule 1 PDF Drucken E-Mail
76Camcorder unter Wasser
Von Horst Ackermann

Die Welt der Fische werden Sie in Zukunft filmend erobern. Denn ATLANTIS startet mit dieser Ausgabe eine kompakte Video-Schule. Sie erfahren, übersichtlich der Reihe nach, alles über Kameras und Gehäuse, Beleuchtung und Zubehör, Schnitt und Vertonung sowie Filmidee und Gestaltung.

Es gibt heute eigentlich kaum einen Camcorder der nicht für Unterwasseraufnahmen geeignet wäre. Die Wahl des Modells richtet sich nach dem Wie, Wo und Wie oft ich das Teil benutzen will. Fangen wir mit dem Wie an. Es ist ein Unterschied, ob mein Camcorder klein, leicht und unauffällig sein soll weil ich ihn z. B. auf Reisen ständig mitführe, oder ob ich mit dem Modell nahezu professionell Unterwasser arbeiten möchte. Auch das Wo ist nicht ohne Bedeutung. Will ich hauptsächlich in tropischen Gebieten meine Aktivitäten ausüben oder sind nördliche, sprich kältere Reviere meine Schwerpunkte. Bei letzteren werde ich gegen die Kälte dicke Handschuhe tragen mit denen ich alle Bedienknöpfe und/oder Hebel noch sicher bedienen können muss. Bei den Unterwassergehäusen – die wir uns im nächsten Kapitel näher ansehen wollen – ist dies ein sehr wichtiger Punkt, der gerne außer Acht gelassen wird.
Bis auf bedeutungslose Ausnahmen sind alle Camcorder neuester Generation digitale Geräte. Ein Segen, denn das größte Manko der analogen Geräte war der schreckliche Verlust an Bildqualität beim Nachbearbeiten, also Schneiden der Bänder. Schnitt bedeutet immer das Erstellen einer Kopie und diese ist von der Bildqualität immer – und zwar sichtbar – schlechter als die Originalaufnahme. Man versuchte zwar mit allen möglichen technischen Geräten das Übel klein zu halten, aber es blieben am Ende doch Verluste. Diese Ära ist Vergangenheit. Die Digitaltechnik, welche ein normaler Bestandteil unserer Zeit geworden ist, hat sich in Bezug auf Bild- und Audioqualität äußerst positiv auf die Sparte Video ausgewirkt. Als Sony 1995 mit einem Paukenschlag das digitale Zeitalter mit dem bis zum heutigen Tage begehrten Camcorder DCR-VX1000 einläutete, brach eine neue Ära der elektronischen Bildaufzeichnung an. Das DV-System, wie es von nun an hieß, revolutionierte die Branche. Mit einer kleinen Kassette, der so genannten Mini DV, waren mit einem Schlag Aufzeichnungen von 60 Minuten möglich. Verluste waren selbst bei diversen Kopiergenerationen weder in Bild noch Ton erkennbar. So ist es bis zum heutigen Zeitpunkt geblieben.
Zwischenzeitlich machte sich auch die Profisparte das DV-System untertan. Man verwendete teilweise das DV-System ohne jegliche Änderung oder kreierte den professionellen Bedürfnissen angepassten Camcorder, Zubehör und Bearbeitungsgeräte. Ein Gerät speziell für den professionellen Einsatz ist z.B. von Sony die Modellreihe DVCAM. Man adaptierte das DV-Prinzip, verbreiterte etwas die Aufzeichnungsspuren auf dem Band und erhöhte die Bandgeschwindigkeit. Beim Standard DV haben wir 18,81mm/sec. Bandgeschwindigkeit bei der Aufnahme und Wiedergabe. DVCAM hat es da etwas eiliger, hier ist die Bandgeschwindigkeit 28,22mm/ sec. Die höhere Bandgeschwindigkeit bedeutet aber auch nur 40 Minuten Aufnahmekapazität auf einer Mini-DV-Kassette von sonst 60 Minuten Laufdauer. Die Spurbreite von 10µ bei DV ist beim Profiformat auf 15µ Breite angewachsen. Dies alles ergibt zwar keine sichtbar bessere Aufzeichnung, aber eine eindeutig bessere Signalstabilität. Gepaart mit entsprechenden System-Geräten bei der Aufnahme und der Nachbearbeitung ist das schon eine feine Sache.
Man darf allerdings bei alledem etwas nicht vergessen: die hohen Anschaffungskosten von Gerätschaften aus dem Profilager. So kann z. B. ein Wechselobjektiv für einen entsprechenden Schultercamcorder leicht sechs Mal so viel kosten wie ein anständiger Camcorder aus der Konsumer-Abteilung. Wenn kommerzielle Interessen nicht im Vordergrund stehen, kann man getrost die professionellen Gerätschaften den echten Profis überlassen.
In jüngster Zeit drängt ein System auf den europäischen Markt das wir nicht unbeachtet lassen dürfen. HDV heisst die Abkürzung zu diesem „Hochauflösenden Video“. Die Fernsehform dazu ist HDTV (High Definition TeleVision). In den USA, Kanada, Japan und sogar China ist es schon längst Alltag. In Deutschland rechnet man bis zur totalen Durchsetzung dieser phantastischen Fernsehära mit einer Übergangszeit von noch etwa fünf Jahren. Wichtig für uns, die wir uns hier um die Sparte Video kümmern, ist zu wissen, dass es jüngst HDV-Camcorder am Markt gibt, welche zu einem Preis von unter 1000 Euro ganz hervorragende HDV-Aufnahmen liefern. Die im 16:9 Format produzierten Aufnahmen haben eine vier bis fünf Mal bessere Aufzeichnungsqualität als herkömmliches DV. Produzierte Aufnahmen in HDV können runterkonvertiert werden, um auf eine DVD kopiert zu werden oder um herkömmlichen Abspielgeräten zur Verfügung zu stehen. Wer in HDV aufnimmt, bearbeitet und wiedergeben möchte benötigt dafür HDV-fähige Geräte, um in den vollen Genuss der HDV-Qualität zu gelangen. Also auch ein HDV-fähiges TV-Gerät als LCD oder Plasma. Wie wir noch sehen werden, sind bereits etliche Unterwasser-Gehäuse-Hersteller auf den HDV-Zug aufgesprungen und liefern Gehäuse für jeden Anspruch und Geldbeutel. Die Camcorder für Otto Normalverbraucher liefern alle recht gute Ergebnisse, egal ob DV oder HDV.
Sicher gibt es Unterschiede in Ausstattung und Komfort, oft sind es aber technische Spielereien, die Sie nicht benötigen. Man braucht keinen Camcorder mit vorgefertigten Titeln oder der Möglichkeit, Bilder in einem Mosaik oder Sepiaton zu liefern. Kaufen Sie nicht aus dubiosen Quellen, um Probleme bei eventuellen Gewährleistungsansprüchen zu vermeiden, achten Sie daher auch auf ein nicht allzu unbekanntes Markenfabrikat. Der Camcorder sollte schon über die Möglichkeit leistungsstarke Akkus einzusetzen und einen guten Einblick beziehungsweise einen ausschwenkbaren LCD-Sucher verfügen. Letzterer ist auch gut als Kontrollmonitor zu verwenden. Eine Anschluss-buchse für ein Zusatzmikrofon ist notwendig, wenn Sie die Anschaffung eines Unterwassergehäuses mit Mikrofon ins Auge fassen.
Ganz wichtig ist das Vorhandensein einer DV-Anschlussbuchse, bei der der Eingang freigeschaltet ist. Das bedeutet, dass Sie über diese Buchse digitale Bild- und Tonsignale von anderen Geräten in den Camcorder einspielen können (i.LINK/Firewire). Gleiches gilt auch für HDV-Camcorder. Auf extreme Telebereiche können Sie verzichten, insbesondere wenn diese nicht vom Objektiv stammen, sondern digital erzeugt werden, da dies mit einer beachtlichen Bildverschlechterung einhergeht.
Bei der Wahl eines Camcorder-Modells von Sony, Canon oder Panasonic können Sie später ein Unterwasser-Gehäuse dazu kaufen, welches mit einer elektronischen Bedienung ausgerüstet ist. Bei Sony und Canon funktioniert das über die LANC-Steuerungsbuchse, bei Panasonic über die Fünf-Pol-EDIT bzw. Mini-EDIT Buchse. Sehr gut sind die in den Camcordern integrierten Antiwackelsysteme, besonders bei Aufnahmen aus der freien Hand hat sich diese Ausstattung gut bewährt. In jüngster Zeit versucht die Industrie, neue Speichermedien und -technologien in den Markt zu boxen. Camcorder, die nicht mehr digital auf Band aufzeichnen, sondern auf eine im Camcorder eingebaute Festplatte. Auch gibt es DVD-Versionen und Mini-Speicherkarten. Fakt ist, dass sich das digitale Mini-DV Band bisher bestens bewährt hat, es findet bei Konsumenten und Profis millionenfache Anwendung. Es gibt also keinen zwingenden Grund, auf die neuen Systeme zu setzen. Egal was für ein Camcorder-Modell Sie auch wählen, für Ihre zukünftigen Videoabenteuer finden Sie immer ein entsprechendes Unterwassergehäuse. Letztendlich ist es völlig unwichtig worauf und womit Sie aufnehmen, das Einzige was zählt ist das Ergebnis, also das, was am Ende hinten raus kommt.

 
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