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Malediven-Kreuzfahrt PDF Drucken E-Mail
46Walhaimat
Von Volker Lottmann

ATLANTIS ging mit dem Ende 2005 neu in Dienst gestellten Kreuzfahrtschiff „Sharifa“ auf große Fahrt durch die Atolle der Malediven. Ein Trip dorthin lohnt sich übrigens wieder. Die Korallenbleiche ist überwunden und die Riffe präsentieren sich im alten Glanz. Walhaie gibt es als Zugabe.
Was machen Malediven-Urlauber, die gerne Walhaie, Riffhaie, Mantas, schöne Korallen und Wracks entdecken wollen? Sie buchen am besten auf einem luxuriösen Safari-Boot ein, denn von einem Inselressort aus ist es kaum möglich, dies alles während eines Aufenthalts zu verwirklichen. Außerdem hat man bei durchschnittlich drei Tauchgängen pro Tag allein schon rechnerisch eine größere Chance auf spannende Begegnungen. Der langjährige Maledivenkenner Nobert Schmidt betreibt die beiden Tauchschiffe „Fathima“ und „Sharifa“, auf denen auch Touren mit Walhaigarantie angeboten werden. Die „Fathima“ wurde 2003 in Dienst gestellt, die „Sharifa“ im Herbst 2005. Beide Schiffe sind rund 30 Meter lang und neun Meter breit – genügend Platz ist also garantiert.
Erster Tauchgang: Die „Sharifa“ ankert im Nordmale-Atoll am Lankan-Mantapoint. Es sind zwar Schildkröten, Zackenbarsche und Schwärme von Gelbrücken-Füsilieren zu sehen, doch Mantas gibt es eben nicht auf Bestellung. Die Crew schlägt vor, früh am nächsten Morgen einen neuen Versuch am Sunlight Thila zu starten.

Mantas tauchen auf49

Zuerst heißt es warten an schön mit Weichkorallen bewachsenen Blöcken, die als Manta-Putzstation bekannt sind. Rotfeuer-, Stein- und Kugelfische vertreiben den Tauchern die Zeit. Dann läßt Tauchguide Asim sich von der leichten Strömung über Felder mit Röhrenaalen treiben. Auf 18 Meter verschwimmt der Sandgrund pastellfarben mit dem Horizont. Dann endlich der ersehnte Augenblick: Wie aus einer Nebelwand erscheint ein Manta und gleitet wie ein Raumschiff über die Köpfe der Staunenden. Jetzt ganz ruhig verhalten. Tatsächlich – nach einigen Minuten erscheint, begleitet von mehreren Schiffshaltern, ein weiteres Tier und hält genau auf die Taucher zu, um dann in einer eleganten Kurve in einem Meter Abstand vorbeizugleiten und im diffusen Licht zu verschwinden. Danach schmeckt das Frühstück natürlich doppelt so gut und die „Sharifa“ begibt sich auf die mehrstündige Fahrt ins südliche Ari-Atoll. Nach Eintreffen des Dhonis mit dem Tauchgerödel kann noch ein Tauchgang am Vilamendhoo-Thila durchgeführt werden, bei dem Muränen, Weisspitzenriffhaie, Gorgonien und Weichkorallen zu bewundern sind. Über Nacht liegt die „Sharifa“ in der geschützten Lagune der Einheimischen-Insel Dhangethi, auf der auch Besucher willkommen sind.
Am nächsten Tag findet der Early Morning Dive am Kudarah Thila statt. Abtauchen durch einen Canyon, über und über mit Weichkorallen bewachsen. Am Grund erwartet die Taucher ein ganzer Gorgonien- Dschungel. Davor steht majestätisch eine Gruppe fast ein Meter großer Red Emperor Snapper. Weiter oben befinden sich Überhänge, unter deneTausende von Blaustreifenschnappern Schutz suchen. Auf dem Riffdach stehen unzählige Fahnenbarsche und Makrelenschwärme kreisen, auf Beute lauernd, umher. Dieser Tauchplatz ist einfach fantastisch.

Walhai gesucht

Danach macht sich die „Sharifa“-Crew auf Walhaisuche am südlichen Atollrand. Endlich wird ein Walhai gesichtet, besser gesagt vielmehr zwei Boote, die das Tier bereits entdeckt haben. Die Taucher der „Sharifa“ versuchen dem Walhai schnorchelnd zu folgen. Mit ruhigen Bewegungen zieht er seine Bahn in sechs bis sieben Meter Tiefe.
Die Gäste der anderen Schiffe wollen natürlich ihre guten Plätze behaupten, doch am Ende können nur die konditionsstärksten mit dem freundlichen Riesen mithalten, bis dieser dann irgendwann in der Tiefe
verschwindet. Auch Brocken Rock ist ein sehr schönes Riff: mehrere Napoleonfische, Weißspitzenriffhaie, beeindruckende Überhänge unter denen Schwärme von Husaren-und Falterfischen stehen. Höhepunkt des Tauchgangs ist eine Höhle mit einem ruhenden, zwei Meter großen, Grauen Riffhai. Auf dem Riffdach der übliche Makrelentanz. Ähnlich interessant ist der Tauchspot Five Rocks mit seinen Canyons, Süßlippen- und Black Snapper-Schulen. In der Nähe von Holiday Island ist dann wieder Walhaitauchen angesagt. Während man mit dem Tauchgerät neben dem größten Fisch des Ozeans herschwimmt, beeindrucken die gigantischen Dimensionen. Nur die kleinen Augen, die den Taucher im Abstand von einem halben Meter aufmerksam betrachten, passen nicht so recht dazu. Nach einer knappen Viertelstunde hat der sanfte Gigant keine Lust mehr, sich Luftblasen sprudelnde Winzlinge anzuschauen und taucht ab. Die Gruppe versucht, dem mächtigen Tier zu folgen, doch dessen Fleckenmuster verschwimmt mit den Sonnenstrahlen im Wasser und löst sich in Nichts auf. Der Walhai ist verschwunden. Auf 35 Meter finden die Taucher noch zwei im Sand dösende Weißspitzenhaie und ein Adlerrochenpärchen fliegt vorbei.

Tauchen am Frachter "Kudhimaa"

Am Nachmittag steht etwas noch größeres auf dem Progamm. Der 52 Meter lange Frachter „Kudhimaa“ wurde 1999 nach der Korallenbleiche am Hausriff der Insel Machchafushi als Tauchattraktion versenkt. Man folgt einer alten Ankerkette, die direkt zum Wrack führt. Der Rumpf, unter dem oft Stachelrochen schlafen, ist mit großen Öffnungen versehen, durch die man gefahrlos in den riesigen Laderaum gelangen kann. Hier warten schon zutrauliche Fledermausfische auf die Besucher.
Die Schraube befindet sich auf 30 Meter. Zwischen den Aufbauten jagen Rotfeuerfische in Glasfischschwärmen. Das Dekobier schmeckt natürlich besonders gut beim Picknick auf einer unbewohnten Insel. Anschließend überredet die männliche Schiffsbesatzung die Gäste zu einem einstündigen Fußballspiel, bei dem es wirklich zur Sache geht. Jedenfalls so, dass später kleinere Blessuren im Meer gekühlt werden müssen. Auf der „Sharifa“ wartet bereits der Koch mit dem Abendessen. Lily Beach bietet neben den obligatorischen Weißspitzenriffhaien und Makrelen Unmengen von Anemonenfischen. Fangschreckenkrebse wandern hektisch umher und ein kleiner gelber, schwarz gepunkteter Kofferfisch spielt mit dem Fotografen Verstecken. Die „Sharifa“ nimmt Kurs Richtung Westen. Am Dhigga Thila gibt es eine schöne Steilwand mit Unterspülungen, die von Weichkorallen besiedelt wurden. Dazwischen halten sich kleine und große Fleder-mausfische auf. Auf 30 Meter stehen Gorgonien in der Strömung und rudelweise patrouillieren dort Weißspitzenhaie und Graue Riffhaie, um die Eindringlinge zu inspizieren. Hier, wie auch auf anderen Riffdächern im westlichem Ari-Atoll, fallen die bis zu zwei Meter großen, gut erhaltenen Tischkorallen ins Auge, die erst nach dem schweren El Niño 1997/98 gewachsen sind.

Der legendäre Fishhead

Am Thundufushi Thila sind einige Überhänge mit üppigem Weichkorallenbewuchs zu bewundern. Auf dem Sandgrund in 32 Meter können sich die Taucher großen Stachelrochen vorsichtig auf Armlänge nähern. Im Freiwasser stehen ganze Schwärme von Fledermausfischen, die sehr neugierig sind. Ein Stück weiter zeigt Norbert seinen Gästen einen versteckten Canyon voller Falterfische. Das Riffdach ist nicht so toll, aber wer Geduld und Glück hat, wird durch eine Begegnung mit einer achtköpfigen Stachelrochenfamile belohnt. Am Athaba Thila sind bis auf ein paar Weißspitzenriffhaie alle Haie von maledivischen Fischern weggefangen. Deshalb gibt es vor der Rückfahrt ins Nordmale-Atoll noch einen Abstecher zum legendären Fishhead, von Norbert Schmidt schon 1984 von Bathala aus entdeckt. Es sind zwar nicht mehr so viele Haie da wie früher, doch ein Besuch lohnt immer. Wenn man im Minutenabstand erst auf einen riesigen Blauschnapperschwarm trifft, dann einen ausgewachsenen Gitarrenrochen auf Sandgrund entdeckt und beim Höhertauchen schon von einem großen, gar nicht scheuen Napoleon erwartet wird, schlägt das Taucherherz höher. Ein letzter Höhepunkt ist der Tauchgang an der „Maldive Victory“, die im Vadhoo-Kanal vor der Flughafen-Insel Hulule aufs Riff lief. Das Wrack der Extraklasse ist sehr gut erhalten und schön bewachsen. Beim Hineintauchen finden die Taucher stapelweise Zementsäcke, Radiorekorder und Getränkeflaschen. Der mächtige Propeller befindet sich auf 35 Meter und man kommt kaum ohne Dekostop zurecht. Ab- und Ausgetaucht wird wegen der Strömung am Bojenseil.

Die Sharifa

Baujahr 2005
Länge 30 Meter
Breite 9 Meter
Tiefgang 1,90 Meter
Motor Yanmar
Geschwindigkeit 10 Knoten
Generator 35 KWh, 220 Volt
Wasserkapazität >6 Tonnen
Entsalzungsanlage (Meerwasseraufbereitung)

Sicherheit
GPS, VHF-Radio, Kompass, Rettungswesten, Feuerlöscher, Sauerstoffflasche und Bordapotheke.

Unterkünfte
Kabinen 9 Kabinen (7 unter Deck, 2 auf dem Brückendeck) mit eigenem WC/Dusche (Warmwasser) und regulierbarer Klimaanlage. Jeweils 1 Doppelbett und darüber 1 Stockbett, Hauptdeck mit Salon und Bar.

Brückendeck mit 2 Kabinen und Sonnendeck, darüber zusätzliches Sonnendeck.

Verpflegung
Schmackhafte Mahlzeiten 3 Mal täglich, kleines Buffett, zusätzlich Kaffee und Tee.

Veranstalter
www.sub-aqua.de
www.orca.de

Die Fatima

Baujahr 2002
Länge 30 Meter
Breite 9 Meter
Motor 380 PS Dieselmotor
Geschwindigkeit 12 Knoten
Generator 2 x 220 V

Wasser
Wasseraufbereitungsanlagefür 6 Tonnen/Tag Sicherheit GPS, VHF-Radio, Mobiltelefon, E-Mail, Sauerstoff, Rettungswesten.

Tauchauchrüstung
Tauchbegleitdhoni mit Kompressor, 11 Liter Alu-Flaschen DIN/INT in ausreichender Zahl. Ausrüstungsverleih auf Anfrage.

Unterbringung
8 Kabinen mit eigenem WC/Dusche (Warmwasser) und regulierbarer Klimaanlage. Jeweils ein Kingsize Bett und darüber ein Stockbett (für 1-3 Personen nutzbar). Großzügiger Salon mit gemütlicher Sitzecke, TV/Video und Bar, Sonnendeck (zum Teil mit Sonnensegel) mit Liegestühlen und Bar. Häufig werden hier auch die Mahlzeiten eingenommen.

Verpflegung
In Buffetform und Tee bzw. Kaffee zu den Mahlzeiten.

Veranstalter
www.sub-aqua.de
www.orca.de


 
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