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Sonntag, 12. Juli 2020

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Das Schiff, das einfach nicht sinken wollte PDF Drucken E-Mail

nevadaText: Heinz Käsinger, Foto: US Federal Government

Das Wrack des einzigen amerikanischen Schlachtschiffs des Zweiten Weltkriegs, das sowohl in Pearl Harbour als auch am sogenannten D-Day in der Normandie dabei war, wurde jetzt wiederentdeckt. Das Schiff ruht in rund 4,5 Kilometern Tiefe in der Nähe von Hawaii. Aber von vorne:


In Marinekreisen gilt die USS „Nevada“ als Ikone. Sie lief 1914 vom Stapel, diente sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg und überlebte schließlich zwei Atombombentests. James Delgado, der Leiter der Expedition, die das Wrack schließlich aufspürte, war begeistert: „Die „Nevada“ war einfach unglaublich. Sie steht für Belastbarkeit und Sturheit – im positiven Sinne. Das Schiff überlebte Torpedo- Bomben- und Minentreffer, einen Kamikazeflieger und am Ende sogar zwei Atomexplosionen.“

Die „Nevada“ lag vor Pearl Habour, als im Dezember 1941 der japanische Angriff auf die amerikanische Pazifikflotte losbrach. Das Schlachtschiff wurde von sechs Bomben getroffen und von einem Torpedo. Trotzdem gelang es der Besatzung das Schiff zu retten – man setzte es auf eine Korallenbank. Darauf hin wurde sie in der Marinewerft Puget Sound (Seattle) in Amerika wieder instand gesetzt und modernisiert. 1944 war sie Feuerleitschiff während der Landung der Alliierten am Omaha Beach, Normandie. Hier trug sie keine Beschädigungen davon und wurde in den Pazifik zurückversetzt. 1945 stürzte vor Okinawa ein Kamikazeflieger auf die „Nevada“ – was sie ebenfalls mit Links wegsteckte.

Trotzdem wurde sie, zwischenzeitlich auch technisch veraltet, nach dem Zweiten Weltkrieg überflüssig. Man beschloss, die „Nevada“ als Bombenziel zu gebrauchen. Im Bikiniatoll führten die Amerikaner in jener Zeit gerade ihre Bombentests durch und warfen zwei Atombomben auf sie. Die „Nevada“ überlebte auch das. 1948 wurde sie als Ziel für herkömmliche Waffen verwendet und sowohl aus der Luft mit Bomben und Luftminen belegt als auch von Kriegsschiffen und U-Booten mit Wasserbomben und Torpedos. Das Resultat: Nach vier Tagen Bombardement aus allen Richtungen schwamm die „Nevada“ noch immer unbeeindruckt an der Oberfläche. Schließlich öffnete man die Flutventile des Schiffs und endlich sank sie 4500 Meter tief in den Pazifik hinab. Salut für eine Kämpferin!

 
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