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Dienstag, 7. Juli 2020

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Manöverunfall PDF Drucken E-Mail

Text: Heinz Käsinger, Foto: U.S. Federal Government/Wikipedia Commons

uss_stickleback;415Der Verbleib der „USS Stickleback“, eines U-Boots der US Navy war ein Rätsel, seit vor fast 62 Jahren ein Militärmanöver vor der Küste Hawaiis schief ging. Nun hat man das Wrack in drei Kilometern Tiefe auf dem Grund des Pazifiks entdeckt. Die „Stickleback“ hatte einen simulierten Torpedoangriff auf die „USS Silverstein“ absolviert, als sie plötzlich an Leistung verlor, und direkt in die Fahrtrichtung des Zerstörers hineintrieb. Das U-Boot wurde vom Zerstörer gerammt und sank schnell.

Nun hat ein Team von Forschern das Boot gefunden und plant, es an die Oberfläche zu bringen. Die Gruppe aus dem privaten Projekt „Lost 52“ nutzte alte Schiffsunterlagen und moderne, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge mit Sonar, um den Meeresboden in der Nähe der Stelle zu durchsuchen, an der sie die „Stickleback“ erwartet hatte.


Man fand sie etwa 32 km (20 Meilen) vor der Küste von Barbers Point, O'ahu. Das U-Boot ruht mehr als drei km unter der Oberfläche. Obwohl die „Silverstein“ die „Stickleback“ beim Aufprall glatt in zwei Hälften gespalten hatte, waren diese gut erhalten, wie Scans und Fotos zeigen.

Bei dem Unfall am 28. Mai 1958 wurde niemand an Bord verletzt, und die Besatzung hatte Zeit, sich an Bord eines Torpedo-Werfers in Sicherheit zu bringen. Das U-Boot jedoch ging verloren. Vier Rettungsschiffe banden Leinen um das Boot und kämpften um seinen Erhalt. Sie konnten das Boot aber nur einige Stunden lang an der Oberfläche halten, und schließlich rutschte es unter die Wellen. Kurz vor dem Unfall hatte die „Stickleback“ zunächst die „Silverstein“ mit Übungstorpedos beschossen und war danach steil abgetaucht. Bei diesem Sturztauchmanöver verloren die Maschinen Kraft. Die Besatzung warf Ballast ab und pumpte Pressluft in die Auftriebstanks. So brachte man das U-Boot wieder an die Oberfläche. Allerdings geriet die „Stickleback“ dort aber versehentlich in den Weg des Zerstörers. Das Projekt „Lost 52“ wurde ins Leben gerufen, um 52 im Zweiten Weltkrieg und vier im Kalten Krieg versenkten US-U-Boote zu finden. Die „Stickleback“ war bereits der sechste Fund der privaten Bergefirma im Rahmen dieses Projekts.

Die „USS Stickleback“

Die „Stickleback“ (SS-415) war ein konventionell angetriebenes U-Boot der United States Navy der Balao-Klasse. Das Boot wurde am 1. Mai 1944 in Vallejo, Kalifornien, auf Kiel gelegt und lief am 1. Januar 1945 vom Stapel. Als Name wurde Stickleback gewählt, die englische Bezeichnung für einen Fisch aus der Familie der Stichlinge. Am 29. März 1945 wurde das Boot unter Commander Lawrence G. Bernard in der Pazifikflotte in Dienst gestellt, Taufpatin war eine Mrs. John O.R. Coll.

Der erste Einsatz führte die „Stickleback“ noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs nach Japan. Bei einer Patrouillenfahrt nahm das Boot 19 Schiffbrüchige auf, versorgte sie medizinisch, und mit Lebensmitteln, und setzte sie nahe der Küste wieder aus. Am 28. September kehrte es nach Zwischenstation in Guam wieder nach San Francisco zurück. Nach Teilnahme an einer Marineparade wurde sie am 2. Januar 1946 aus dem aktiven Dienst entlassen und in Pearl Harbor der Reserveflotte zugeteilt.

Schon am 6. September desselben Jahres wurde sie erneut in Dienst gestellt und als Schulschiff nach San Diego überstellt. 1952 erfolgte der Umbau zu einem Typ Guppy IIA Am 26. Juni 1953 wurde das Boot dem 7. U-Bootgeschwader in Pearl Harbor überstellt. Nach Ende des Koreakrieges diente die „Stickleback“ zwischen Februar und Mai 1954 zur Unterstützung der UN-Truppen in Korea, anschließend erfolgte ein mehrjähriger Einsatz als Übungsschiff zur Entwicklung nautischer Angriffs- und Verteidigungstaktiken. Die „Stickleback“ sank am 29. Mai 1958 und wurde am 30. Juni 1958 aus dem Schiffsregister der US-Marine gestrichen. 

 
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