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Dienstag, 16. Juli 2019

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Blätterwald Von Wolfgang Freihen
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ATLANTIS ist der vorläufig jüngste Spross in der Familie der Tauchzeitschriften, die Medienwissenschaftler zu den sogenannten Special-Interest-Titeln zählen. ATLANTIS hat prominente ältere Geschwister und Ahnen, von denen längst viele nicht mehr sind.
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Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es weltweit keine einzige Tauchsportzeitschrift. Um tiefer in die Materie einzusteigen, musste man sich anderer Lektüre bedienen, zum Beispiel Bücher. Natürlich las man all das, was von Hans Hass auf dem Markt war. Der zeitschriftenlose Zustand war bedauerlich, doch es gab andererseits nicht viel, was man zum Schnorcheln wissen musste und über die Fische unserer heimischen Gewässer gab es recht gute Bestimmungsbücher. Dann aber kamen vereinzelt Publikationen auf den Markt. Nur erfahren musste man davon. Das war nicht immer einfach, und so verpasste ich leider auch die Sternstunde, als in Lynwood, Kalifornien, 1951 The Skin Diver erschien. Dieses „Magazine for Skin Divers and Spearfishermen“ war die weltweit erste Tauchsportzeitschrift, bei der sich der Titel im Verlauf ihres 51jährigen Bestehens mehrmals geringfügig änderte. Für Sammler, die ihre Hefte binden lassen wollen, ist wichtig zu wissen, dass es über viele Jahre hinweg unterschiedliche Ausgaben gab, die wohl das gleiche Titelbild besaßen, aber deutlich unterschiedlich im Umfang waren, somit andere Beiträge enthielten, und de-nen teilweise Sonderausgaben mit gänzlich anderen Titeln beilagen. So gab es neben den abonnierten Heften etwa die Newsstand Edition oder die Special Newsstand Version, ebenso wie später die Alert Diver Edition und die Special Edition. Im Dezember 2002 ging jedoch auch diesem Blatt der Atem aus. Die weltweit über viele Jahre führende Zeitschrift ging schließlich in Rodale's Scuba Diving auf, (heute nur noch Scuba Diving). s96c_skin-diver
Dieser ersten Tauchsportzeitschrift folgten im Laufe der Zeit weltweit an die 1000 gedruckte Titel in allen möglichen Sprachen, Vereinszeitschriften nicht mitgezählt. Viele enthalten allgemeine Themen mit Beiträgen aus allen Teilbereichen unseres Sportes, Testberichte von Gerätschaften, Trainingshinweise und mitunter phantastische Bildberichte, selbst aus weitest entfernten Tauchgebieten. Manche sind regionale Verbandszeitungen, andere Firmenzeitschriften, die über spezielle Produkte oder Tourismusziele berichten, und wieder andere haben für sich als besonderen Schwerpunkt die UW-Fotografie, die UW-Archäologie, die Ausbildung oder die Tauchmedizin entdeckt.

In Deutschland startet der Delphin

Viele dieser Publikationen sind mittlerweile nicht mehr auf dem Markt, haben andere Titel, gingen in anderen Zeitschriften auf oder erscheinen heute in elektronischer Form. Sie alle zusammen geben jedoch eine phantastische Übersicht über die Entwicklung unseres Sportes weltweit. ier in Deutschland erschien im April 1954 erstmals der Delphin, die Monatszeitschrift für Flossenschwimmen, Tauchsport, Unterwasserjagd, Unterwasserphotographie und verwandte Gebiete. Eine nicht hoch genug einzuschätzende Leistung! Schließlich benötigt man nicht nur Mitarbeiter, Fotos und Artikel, sondern vor allem entsprechende Inserenten, um die Kosten aufzubringen und letztlich auch eine gute Vorstellung davon, wie es mit dem Absatz laufen wird. Doch solcherlei Zahlen standen nicht zur Verfügung, ebenso wenig wie Inserenten. Der Herausgeber, das norddeutsche Unternehmen Barakuda war damals der einzige deutsche Tauchsportausstatter. So erfüllte die Zeitschrift gleichzeitig mehrere Aufgaben. Sie wurde zum verbindenden Element der Sporttaucher, sie gab dem Herausgeber einen Überblick über deren Zahl, ließ ihre Wünsche erkennen und war Werbemedium für eigene Produkte. Schließlich entwickelte sich der Delphin gar zum Verbandsorgan. Papier, Druckqualität und Umfang verbesserten sich. Doch der Spagat zwischen allgemeiner Tauchlektüre, Firmenzeitschrift und Verbandsorgan wurde größer. Auch der mehrmalige Wechsel des Verlages erwies sich nicht immer zum Vorteil. So mussten sich zwangsläufig auch andere Zeitschriften etablieren, darunter auch einige aus Österreich und der Schweiz. Mit der Zeit entstanden so an die 60 deutschsprachige Titel. Doch was zählt man da mit, was nicht? Enthalten sind jedenfalls auch einige reine Fachtitel wie etwa Die Profitaucher, eine Zeitschrift für Berufstaucher, die langjährig laufende MT-Meerestechnik oder allgemein verständliche biologische Periodica, wie die ebenfalls nicht mehr erhältliche, in mehreren Sprachen gedruckte Aqua Geographia und verschiedene Firmenzeitschriften, teilweise aus dem Touristikbereich. Parallel zum Delphin kam 1961 der Neptun mit einer geringfügig veränderten Zielsetzung hinzu. Er nannte sich Zeitschrift für Meeresbiologie, Tauchsport, Unterwasserforschung, UW-Photographie und Meeresaquaristik. Die Beiträge waren oft fundierter, der Druck besser und die Titelfotos farbig. Das sah gut aus, doch die Absatzzahlen waren zu gering, so dass die Zeitschrift 1968 aufgeben musste und mit dem Delphin vereinigt wurde.
s96d_poseidon1962 erscheint auch in der DDR mit dem Poseidon die erste und auch einzige ostdeutsche Zeitschrift für Tauchsport, Tauchertechnik, Flossenschwimmen und Unterwasserfotografie. Jetzt endlich steht den Tauchern drüben eine eigene Plattform zur Verfügung, die im Wesentlichen aus dem Leben der Tauchsportgruppen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) berichtet, ebenso über den Selbstbau aller möglicher Gerätschaften, über die Tauchmedizin, die Tauchpraxis und die UW-Fotografie, vornehmlich in heimischen Gewässern. Poseidon besteht bis zur Wende, wobei er zum Schluss mehr das Aussehen einer maritimen Zeitschrift annimmt. Bei uns kommt 1970 Ozean neu hinzu. Der Aufschrei unter den Tauchern ist nicht zu überhören, und die kurvenreichen Busenmädchen auf dem Titel sorgen dafür, dass die Zeitschrift bereits nach dem dritten Heft ihr Erscheinen einstellt.

Aus UWF wird unterwasser

Dafür kommen 1973 gleich zwei neue Zeitschriften auf den Markt: Vierteljährlich Der Taucher und ab Oktober monatlich submarin. Diese Zeitschrift veröffentlicht unter der Redaktion von Jürgen Claus auch bereichernde Aufsätze über Planungen von schwimmenden Städten und solche unter dem Meer oder berichtet über Kunstprojekte rund ums Wasser. 1982 ändert sich der Titel in tauchmagazin submarin. 1978 gehen der Delphin und Der Taucher zusammen in einem neuen internationalen Tauchmagazin auf, das sich tauchen nennt und bis heute Bestand hat. 1982 folgt auch tauchmagazin submarin dem Beispiel der beiden anderen. Ähnlich wie tauchen von Umfang, Themensetzung und Aufbau zeigt sich unterwasser, das 1995 auf dem Markt erscheint. Es ist der allgemeiner gehaltene Nachfahre von UWF, einem ganz besonders exzellenten Unterwasserfoto-Magazin, das leider nicht mehr besteht, es aber immerhin auf 23 Einzelhefte brachte, dem 1998 noch zwei weitere folgten, diesmal als Sonderhefte von unterwasser. Heute erscheinen parallel zu diesen beiden großen deutschen Tauchsportzeitschriften außer ATLANTIS noch mehr als zehn andere deutschsprachige Print- und Onlinemedien, darunter einige zur Tauchausbildung, spezielle Ausgaben zur UW-Archäologie, zur hyperbaren und Tauchmedizin und einige Verbandsblätter.


Taucherhefte gesucht!
Unser Mitarbeiter Wolfgang Freihen freut sich über alle Hefte aus dem In- und Ausland, über alte wie auch neue! Er hält auch Hefte zum Tauschen parat.
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