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Purpurseeigel fressen sich durch den kalifornischen Kelpwald PDF Drucken E-Mail

kelp(Der Riesentang – Kelp – steht weltweit unter Druck. Am schlimmsten sind die Verluste vor der Küste Kaliforniens; Foto: Rotatebot/Wikipedia, Text: Heinz Käsinger)

Über Wasser bietet Nordkalifornien seinen Besuchern majestätische Aussichten auf die Küste und den dahinter liegenden Pazifik. Unter Wasser aber ist eine Schlacht im Gange, die die Wissenschaftler beunruhigt und die lokalen Fischer gefährdet. In den letzten fünf Jahren hat eine Armee kleiner lila Seeigel die Küstengewässer Kaliforniens überrannt und fast alle Wälder des riesigen Seetangs, der an dieser Küste heimisch ist, verschlungen. – Mit verheerenden Folgen für zwei der wertvollsten Fischfanggebiete der Region.

Bull Kelp-Wälder sind das marine Äquivalent zu den hoch aufragenden Mammutbäumen, die die klassische nordkalifornische Küstenlandschaft bilden. Wie Bäume spielen diese riesigen Flächen an Braunalgen eine wichtige Rolle bei der Absorption von Kohlenstoffemissionen und bieten einer Vielzahl von Arten einen wichtigen Nahrungs- und Lebensraum. Aber seit 2013 hat eine Reihe von Phänomenen, die Wissenschaftler mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht haben, mehr als 90 Prozent des nordkalifornischen Kelps ausgelöscht. „Es ist so, als ob ein wunderschöner Laubwald zu einer Wüste wird“, sagt Gretchen Hofmann, Professorin für Meeresökologie an der University of California, Santa Barbara. „Und das in nur fünf Jahren.“

Das kalifornische Kelpsterben ist Teil eines weltweiten Problems. Kelpwälder wachsen entlang kühlerer Küstenlinien auf allen Kontinenten außer der Antarktis und sind überall von steigenden Meerestemperaturen bedroht. Die Kelp-Krise in Kalifornien ist zum Teil auf die Ankunft einer warmen Meereswassermasse zurückzuführen, die 2014 als „the blob“ bekannt wurde. Obwohl Tangwälder noch immer unzureichend erforscht seien, ist bekannt, dass sie keine hohen Temperaturen mögen, sagte Dr. Hofmann der New York Times. Das wärmere Wasser erstickte die Nährstoffversorgung aus der Tiefe des Ozeans, und die Wälder begannen abzusterben. Lila Seeigel sind jedoch nicht von hohen oder niedrigen Temperaturen abhängig. Sie gedeihen weiter kräftig. „Seeigel sind wie Kakerlaken des Ozeans“, sagte Sonke Mastrup, Programmmanagerin am California Department of Fish and Wildlife. „Sie können Hunger viel länger ertragen als die meisten anderen Lebewesen.“ Ihre Population explodierte um das 60-fache und ihre natürlichen Feinde konnten sie nicht in Schach halten. Zu den unmittelbaren Verlusten gehören ein Großteil der einheimischen Population der größeren roten Seeigel, eine Delikatesse, die bei Sushi-Liebhabern geschätzt wird, und der rote Abalone, die ebenfalls von Feinschmeckern begehrt werden.

Die Fischerei in Nordkalifornien schrumpfte von 3,6 Millionen Dollar im Jahr 2013 auf unter 600 000 Dollar bis 2016. Die wenigen verbleibenden Taucher nach roten Seeigeln gehen potenziell tödliche Risiken ein, indem sie häufiger in größere Tiefen tauchen, um ihren Fang zu machen. Die Abalonefischerei, der Dreh- und Angelpunkt einer 44 Millionen Dollar schweren Tourismusindustrie, wurde in diesem Jahr vom Staat verboten, und es wird erwartet, dass die Fischerei für die nächsten zwei Jahre geschlossen wird. Dr. Laura Rogers-Bennett, eine Meeresökologin am Bodega Marine Laboratory, sagte: „Was sich da für ein Sturm zusammenbraut, können wir heute noch gar nicht abschätzen.“ 

 
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