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Dienstag, 16. Juli 2019

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Deutsches WK-II U-Boot soll zugeschüttet werden PDF Drucken E-Mail

geotechnisches institut(Foto: Geotechnisches Institut Norwegen; U-864 liegt in rund 150 Metern Tiefe vor Norwegen. Der Bug ist abgerissen, so kann die hoch giftige Quecksilberfracht austreten, Text: Heinz Käsinger)

Norwegen plant, das Wrack eines deutschen U-Bootes unter Sand und Schutt zu begraben, um seine giftige Quecksilberfracht, die ins Meer gelangt, zu stoppen. Anfang 1945 war das U-Boot nach Japan aufgebrochen, wurde aber von einem britischen U-Boot vor Bergen torpediert. Es sollte das erste Mal gewesen sein, dass ein U-Boot ein anderes versenkte, während sich beide Boote auf Tauchstation befanden. Seitdem liegt U-864 fast 150 Meter tief unter der Wasseroberfläche. Etwa drei Kilometer entfernt befindet sich Fedje, eine Insel mit 600 Einwohnern. Die Regierung will etwa elf Hektar des Meeresbodens unter bis zu 14 Metern Schutt vergraben, um Ausflüsse aus den 1800 Quecksilberkanistern an Bord zu begrenzen. Sie sind im Verlaufe der Jahre undicht geworden und das Fischen in der Gegend wurde verboten. Umweltschützer sagen, dass die Maßnahme nicht ausreiche. Sie befürchten, dass das Wrack, das auch gerne als Unterwasser-Tschernobyl bezeichnet wird, noch immer Quecksilber emittieren könnte, wobei über 60 Tonnen in den nächsten Jahrzehnten austreten könnten.

Schon in geringen Mengen stellt Quecksilber eine Gefahr für Menschen dar, die kontaminierte Fische essen. U-864 sollte die Vorhut der „Operation Caesar“ sein, einem unglücklichen Versuch der Deutschen, ihre japanischen Verbündeten zu unterstützen. Das U-Boot verließ Kiel am 5. Dezember 1944, aber der Rumpf wurde beschädigt und der Kapitän suchte Schutz in den U-Boot-Bunkern Norwegens. Der Plan, der verschlüsselt nach Deutschland durchgegeben wurde, wurde von Kryptologen im Bletchley Park dechiffriert und die Navy schickte die „Venturer“, ein englisches U-Boot. Am 9. Februar 1945 feuerte dieses nach einer mehrstündigen Verfolgungsjagd vier Torpedos ab und der letzte traf und versenkte U-864. Alle 73 Besatzungsmitglieder des deutschen Bootes kamen dabei ums Leben. Die Umweltaktivisten hatten sich gewünscht, dass das U-Boot an Land gebracht wird, um das Quecksilber fachgerecht zu entsorgen. Aber die Behörden meinen, dass das zu riskant sei, da die Kanister während des Transports auseinanderbrechen könnten. Die Aufschüttungsmaßnahme, sie wird voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen und 2020 fertig sein, koste ohnehin schon bis zu 28,5 Millionen Euro. 


 
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