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Sonntag, 19. August 2018

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Wirtschaftskrimi um einen Wrackfund PDF Drucken E-Mail
dmitriydonskoy1880-1905Ein russisches Kriegsschiff, das vor 113 Jahren gesunken ist, wurde vor der Küste einer südkoreanischen Insel gefunden. Die Shinil Group, ein südkoreanisches Bergeunternehmen, sagt, es habe das Schiff „Dimitri Donskoi“ nahe der Insel Ulleungdo gefunden. Manches Bergeunternehmen hat in der Vergangenheit schon behauptet, das Wrack gefunden zu haben – und streute gleichzeitig Gerüchte über unermessliche Schätze an Bord. Der Kreuzer wurde von seiner Besatzung 1905 nach dem Sieg Japans in der Schlacht von Tsushima – einem Schlüsselmoment des russisch-japanischen Krieges – versenkt. Der Panzerkreuzer setzte 1885 erstmalig die Segel und diente im Mittelmeer und in der Ostsee, bevor er in den Pazifik befohlen wurde. Während das Schiff in der Schlacht selbst nicht schwer beschädigt wurde, fiel es hinter den eigenen Flottenverband zurück und wurde dort von den Japanern angegriffen. Sechs japanische Schlachtschiffe stellten den russischen Panzerkreuzer. Doch der Kapitän der „Dimitri Donskoi“ gab nicht auf. Das Schiff verschoss im Scharmützel 1500 Granaten auf die Japaner und beschädigte so zwei von deren Schiffen schwer. Doch auch die Japaner dachten nicht daran, abzuziehen. Angesichts der Übermacht versenkte anderntags die eigene Crew die „Dimitri Donskoi“ vor Ulleungdo – mit wehender Andreasflagge am Gefechtsmast. Gerüchte besagen, dass die „Dimitri Donskoi“ das Gold für die russische Pazifikflotte mit sich führte, um Crewgehälter und Andockgebühren zu zahlen – Gold, das heute Milliarden von Dollar wert wäre, wenn es gefunden würde. 
Aber es gibt keinen Beweis, dass das Schiff Gold trug, und Militärhistoriker und Wissenschaftler bezweifeln, dass ein Kriegsschiff so wertvolle Fracht transportieren würde. Kirill Kolesnichenko, Professor für Sozialwissenschaften an der Russischen Föderalen Fernöstlichen Universität, sagte der russischen Nachrichtenseite RIA Novosti, dass es zu gefährlich wäre, das ganze Geld auf einem Schiff zu haben. Er fragte, warum Russland Gold per Schiff schicken sollte, wenn man das Gold ohne Risiko mit einem Zug der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok fahren könnte. Dennoch haben mehrere japanische und südkoreanische Unternehmen im letzten Jahrhundert Anstrengungen unternommen, das Schiff zu finden. Zum Beispiel die Firma Don-A Construction. Dieses Unternehmen wurde 2001 von einem Bezirksgericht in Seoul für bankrott erklärt, nachdem es behauptet hatte, das Wrack gefunden zu haben, es aber nicht aus der Tiefe gehoben zu haben. Nun sagt das Bergeunternehmen Shinil Group, es hätte endlich die „Dimitri Donskoi“ gefunden, und hat Fotos und Filmmaterial über die angebliche Entdeckung des Teams auf YouTube veröffentlicht. Allerdings wurden Zweifel an der Gesellschaft geäußert. Die südkoreanische Nachrichtenwebsite Chosun Biz berichtete, dass die Shinil Group erst im Juni gegründet wurde, obwohl sie das Nachfolgeunternehmen der 1957 gegründeten Shinil Corporation ist. Außerdem wurde das Unternehmen angeblich nur mit etwa 100 Millionen koreanischen Won (rund 76 000 Euro) gegründet. Das Unternehmen hat immer noch keine Bergungsrechte beim südkoreanischen Ministerium für Maritime Angelegenheiten und Fischerei beantragt, sagt BBC Korea, und wenn es dies tun würde, müsste es 10 Prozent des geschätzten Wertes des Wracks bezahlen. Was, wenn die Gerüchte wahr sind, weit mehr sein würde, als das Unternehmen wert ist. Ein Sprecher der Shinil Group sagte BBC Korea, dass bald eine Pressekonferenz abgehalten würde, um alle Zweifel zu klären. Die Bergung soll „etwa drei Monate dauern“, sagte der Sprecher. Einen tollen Film von der „Dimitri Donskoi“ gibt es auf Youtube hier:  HYPERLINK "https://www.youtube.com/watch?v=DG9c6SkTkAU" https://www.youtube.com/watch?v=DG9c6SkTkAU . H.K.
 
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