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Samstag, 20. Oktober 2018

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Die gute Tat

Wissenschaftler stellen einen Rückgang der Froschpopulationen weltweit fest. Der Grund sind die in der Landwirtschaft ungehemmt eingesetzten Chemikalien, die die Haut der Amphibien angreifen und sie so empfindlich machen für den Befall von Parasiten, Pilzen und Geschwüren jeder Art. Am Beispiel Australien: In Downunder gibt es mehr als 200 Froscharten. Ausgestorben sind in den vergangenen zwei Jahren vier Arten und 30 Arten sind stark vom Aussterben bedroht. Diese Situation führte dazu, dass man bereits Anfang des Jahrhunderts im Norden des Kontinents eine spezielle Froschklinik eröffnet hat. Dorthin werden, über Tausende von Kilometern, verletzte Frösche aus dem gesamten Kontinent geflogen. Die Klinik heilt die verschiedensten Froschkrankheiten und Blessuren. Von der Vergiftung angefangen über Parasitenbefall bis hin zu gebrochenen Gliedmaßen reichen dabei die Unpässlichkeiten, die die grünen Hüpfer befallen haben. Es kommen dehydrierte Tiere an und solche, die in ein landwirtschaftliches Gerät geraten sind.

Die Dienste der Froschklinik brauchte ein Schlangenfänger namens Jamie Chapel nicht. „Sein“ Frosch wurde von ihm persönlich wiederbelebt und gesund gepflegt. Und das kam so:

Eine alte Dame alarmierte Jamie, auf ihrem Grundstück sei eine Schlange. Jamie rückte an und fand eine Baumnatter vor, ein ungiftiges Tier. Während Jamie die Schlange einfing, um sie draußen in der Wildnis wieder auszusetzen, geriet das Tier in Stress und würgte deshalb ihre letzte Mahlzeit, einen Frosch, wieder aus ihrem Magen aus. Jamie hielt die Beute für tot und wollte den Kadaver entsorgen, da fing dieser an, mit den Beinen zu zucken. Jamie legte kurzerhand den Frosch auf den Rücken und begann mit seinem Zeigefinger die Herzmassage. Nach wenigen Minuten kam der Frosch wieder zu sich. Dem nicht genug, nahm Jamie ihn mit nach Hause und pflegte die Wunden, die die Schlangenzähne angerichtet hatten mit Antibiotika. Das alles postete der wackere Schlangenfänger auf Facebook. So nahm ein Millionenpublikum am Schicksal des kleinen Frosches Anteil und er bekam seinen Namen verpasst: Lucky!

Amphibiensammler bringen Frösche in Gefahr

In die gleiche Kerbe schlägt eine Meldung, die ATLANTIS bereits im Mai erreichte. Der zunehmende Handel mit (exotischen) Amphibien, darunter Fröschen, bringt die Populationen in Gefahr. Zum einen nehmen diese in ihrem natürlichen Lebensraum immer mehr ab, zum anderen trägt der Amphibienhandel dazu bei, dass sich ein äußerst gefährlicher Hautpilz immer mehr auf der Welt verbreitet, der bislang nur in Südkorea heimisch gewesen war. Von 8000 Arten von Amphibien, die der Wissenschaft bekannt sind, wurden bereits mehr als 120 Arten ausgerottet. Kein Wunder, der Pilz ist aggressiv und tödlich. Er unterbindet die Hautatmung der Amphibien und stört deren Stoffwechsel erheblich. Dazu kommt, dass der Pilz immer wieder mutiert und neue Stämme – ähnlich Viren und Bakterien – ausbildet. Die sind resistent sowohl gegen körpereigene Abwehrmechanismen der befallenen Tiere, als auch gegen künstliche Fungizide, die vom Menschen ausgebracht werden. Die Wissenschaft fordert von der Politik nun ein Verbot des Amphibienhandels. Denn der Amphibienhandel trägt am meisten zur Ausbreitung des Killerpilzes bei. Allerdings: Die Politiker sehen bislang keinen Handlungsbedarf.  Heinz Käsinger

 
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