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Dienstag, 16. Oktober 2018

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Südafrika: Retten Eisberge das Land vorm Wassermangel? PDF Drucken E-Mail

 

eisberg-diskobuchtEisberge sollen Südafrikas Wasserknappheit beheben (Foto: Wikipedia, Text: Heinz Käsinger)

 

In der Gegend um Kapstadt herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit Jahrhunderten. Die Lage ist so prekär, dass die Wasserversorgung täglich für mehrere Stunden abgedreht wird. Einheimische und Touristen sind aufgefordert, nicht mehr als 50 Liter Süßwasser pro Person und Tag zu verbrauchen. Swimmingpools dürfen nicht mehr befüllt werden, Autowaschen und Gartengießen sind verboten. Wegen der wiederholt ausgebliebenen winterlichen Regenzeit sind die Regionen rund ums Kap nahezu ausgetrocknet. In dieser Situation schlug ein Mann namens Nicholas Sloane der Stadtverwaltung von Kapstadt eine ungewöhnliche Maßnahme vor: Sloane will mit Bergeschiffen Eisberge aus der Antarktis nach Südafrika schleppen und sie dort schmelzen.

Ein Eisberg mit 800 Metern Länge, 450 Metern Breite und 250 Metern Tiefe wiegt rund 100 Millionen Tonnen und umfasst damit knapp 55 Milliarden Liter feinstes Süßwasser – ein wahrer Schatz für das dürregeplagte Land. Pro Tag ergäbe so ein Eisberg rund 150 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr. Und das sind fast 25 Prozent des Wasserbedarfs von Kapstadt.

Technisch liefe eine solche Aktion etwa wie folgt ab: Pro Jahr brechen aus dem Poleis der Antarktis mehrere Hundert riesige Eisschollen ab, die dann als Eisberge durch das südliche Polarmeer treiben und dabei langsam schmelzen. Ein geeigneter Eisberg könnte von einem Satelliten geortet und mit Schiffen eingefangen werden. Diese schleppen den Eisriesen dann zum Benguela-Strom, der direkt an Kapstadt vorbeifließt. Dank der Meeresströmung könnte so ein Eisberg mit relativ geringem Energieaufwand die 2500 bis 3000 Kilometer Entfernung bis Kapstadt geschleppt werden. Dabei verliert er nur rund 25 % seiner Masse. Rund 40 Kilometer von der Stadt entfernt, nördlich der St. Helena Bay, würde der Eisriese geparkt werden. Auf dem Eisberg muss nun eine Mulde ausgegraben werden, die das Schmelzwasser aufnimmt und das von dort in die Wasserreservoirs Kapstadts geschafft wird.

Die Stadtverwaltung lehnte Sloans Plan zunächst als zu teuer, Science Fiction und zu aufwändig ab, manche Politiker sollen sogar von Spinnerei geredet haben. Nun ist Sloan aber nicht irgendwer. Er ist Kapitän und ein hoch bezahlter Bergespezialist, der unter anderem 2013 die Bergung des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ geleitet hatte. Sein Unternehmen ist riesig und es hat weltweit keine zehn Konkurrenten.

Dank dieser herausragenden Position gelang es Sloan, ein schweizerisches Unternehmen als Investor zu finden, der 130 Millionen US-Dollar in das Unterfangen stecken will. Plötzlich scheint es auch für die Politiker interessant zu werden. Im Juli, dem südafrikanischen Hochwinter, werden die Meteorologen in etwa wissen, wie die Niederschlagsmenge ausfallen wird. Dann könnte für Sloan der Startschuss fallen. Rechtzeitig zum Sommeranfang in Südafrika, am 21. Dezember, könnte dann schon Eisbergwasser aus südafrikanischen Wasserleitungen fließen.

 
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