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Malediven: Mal wieder Zoff im Paradies PDF Drucken E-Mail

maledi_male-1(Text und Bild Heinz Käsinger: Obst- und Gemüsehändler am Hafen von Male)

Vergangene Woche sorgte ein Urteil des Obersten Gerichtshofes der Malediven für Unruhen in der Hauptstadt. Die Richter verfügten, dass acht inhaftierte Politiker freizulassen seien, dass gegen sie und den ehemaligen Präsidenten Mohamed Nasheed jedoch wieder Gerichtsverfahren aufgenommen werden sollten.

Nasheed wurde 2008 der erste frei gewählte Präsident der Malediven („Der maledivische Obama“ genannt) und war bis 2012 im Amt. 2015 war er wegen Verstoßes gegen ein Anti-Terror-Gesetz zu 13 Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Der Prozess war nicht nur auf den Malediven, sondern auch im Ausland umstritten. Nasheed lebt seither in England, das ihm Asyl gewährt hatte.

Der derzeitigen Regierungspartei sind während der vergangenen Monate zwölf Mitglieder weg- und zur Opposition übergelaufen. Der amtierende Präsident Abdullah Gayoom entzog den Abgeordneten darauf hin ihre Mandate. Das oberste Gericht verfügte nun vergangene Woche, dass diesen Abgeordneten ihre Mandate zurückzugeben seien.

Statt das Urteil des Gerichts umzusetzen, verhängte Gayoom am vergangenen Montag (5. Februar 2018) für 15 Tage den Ausnahmezustand. Darüber hinaus besetzte am Montag das Militär das Gebäude des Obersten Gerichts, zwei Richter wurden festgenommen. In Male kam es darauf hin zu Demonstrationen. In einer eilig herausgegebenen Erklärung der Regierung heißt es, dass die derzeit auf den Malediven weilenden knapp 200 000 Touristen, darunter 5500 Deutsche, keine Gefahren zu fürchten hätten. Trotzdem warnte das Auswärtige Amt Reisende, die Hauptstadt Male zu betreten. Eine generelle Reisewarnung wurde jedoch nicht ausgesprochen. Deutschland forderte die maledivische Regierung auf, den Richterspruch umzusetzen.

Eine wirkliche Gefahr für Touristen besteht kaum, denn die wenigsten Touristen bekommen die Hauptstadt Male überhaupt zu sehen. Denn nach der Landung auf dem Flughafen Hulule werden sie in der Regel sofort mit Booten, Helikoptern oder Hubschraubern direkt auf ihre Urlaubsinseln gebracht.

Die Malediven waren früher lange Zeit nicht bereisbar, erst 1972 öffnete sich die Islamische Republik dem Tourismus. Von Anfang an wurde darauf geachtet, dass die maledivische Bevölkerung möglichst keinen Kontakt zu den Feriengästen bekommt. Während es auf den Einheimischeninseln strenge moslemische Regeln gibt, unterliegen die Ferienressorts kaum Einschränkungen. Frauen und Männer können sich in Badekleidung freizügig bewegen und Alkohol wird auch ausgeschenkt. Anfänglich bekannt für ursprünglichen Urlaub in einfachen Hütten mit einfacher Küche, wandelten sich die Malediven seit den 1990er Jahren zum Luxusreiseziel mit örtlich angebotener Sterneküche. Viele Stammgäste, insbesondere Taucher, kehrten dem Inselreich seither den Rücken.

Für Aufsehen sorgte 2010 eine Unter-Wasser-Pressekonferenz, die die Weltöffentlichkeit an die Gefährdung der Inseln durch den Klimawandel aufmerksam machen sollte. Präsident Nasheed schaffte es mit diesem Schachzug damals, zur Primetime in fast sämtliche Wohnzimmer der westlichen Welt.
 
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