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Sonntag, 19. August 2018

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Schiffsfriedhof bei Tunesien entdeckt? PDF Drucken E-Mail

tigrisJean-Pierre Misson (78), ein belgischer Hobbytaucher, ist vor der tunesischen Stadt Tabarka mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Schiffsfriedhof gestoßen. Dieser besteht aus sieben Weltkrieg II-U-Booten, sechs britischen und einem italienischen. Darunter könnte auch das Royal Navy U-Boot „HMS Tigris“ sein, das seit 1943 als vermisst gilt. Sollte sich Missons Annahme als wahr erweisen, ruhen an dieser Stelle rund 250 Marinesoldaten.

Gewissheit könnten nähere Untersuchungen von Sonarbildern bringen, die dann mit Aufzeichnungen der Royal Navy verglichen werden könnten. Die sieben Boote liegen auf relativ kleinem Raum in 70 Metern Tiefe beieinander. Misson meint, es könnten dort auch noch mehr Schiffe liegen, er hätte nicht das gesamte Gebiet abscannen können. Diese Stelle im Mittelmeer war besonders bei U-Boot-Fahrern gefürchtet, weil sie stark von Minen verseucht war.

Der Belgier hat seine Aufnahmen schon, soweit möglich, selber ausgewertet und glaubt, drei U-Boote der T-Klasse identifiziert zu haben: Die „HMS Talisman“, die „HMS Tigris“ und/oder die Boote „HMS Utmost“, „HMS Usurper“ oder die P28 oder die P222. Sowohl die Maße der Boote als auch ihre typische Linie legten diesen Schluss nahe.

Die Bugs der U-Boote sind alle beschädigt, während die Hecks noch in Ordnung scheinen. Dieses Bild ist typisch für das Auflaufen auf Minen. Tauchgänge zum Schiffsfriedhof könnten Klarheit bringen, auf den hinteren Steuerrudern standen bei britischen U-Booten stets die Namen.

Jean-Pierre Misson, dessen Vater selbst bei den britischen Truppen im 2. Weltkrieg diente, hat seinen Fund dem tunesischen Verteidigungsministerium bekanntgegeben. Darüber hinaus wurden die beiden Botschaften von Italien und Großbritannien unterrichtet. Die Italiener haben bereits angekündigt, weitere Sonarerkundungen im Seegebiet zu unternehmen und auch ein Tauchteam zu schicken.

Die Briten indes halten sich bedeckt. Ein Marinesprecher sagte: „Wir überlegen noch, ob wir tatsächlich weitere Nachforschungen anstellen wollen. Wir müssen uns in solch einer Situation stets entscheiden, ob wir das Risiko eingehen wollen, den Friedhof durch intensive Untersuchungen eventuell zu zerstören.

Die Royal Navy verlor im Krieg 76 U-Boote, das waren 32 Prozent der Flotte. Das Risiko, während eines Einsatzes versenkt und getötet zu werden, betrug 65 Prozent.Text: Heinz Käsinger, Foto: Tigris/Britisches Marinemuseum

 
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