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Neue Methode: Korallenriffe effizient und kostengünstig retten PDF Drucken E-Mail

Kranke, beschädigte oder gar absterbende Korallen können mit einer relativ simplen und kostengünstigen Methode gerettet werden. Das haben Feldversuche in einem Korallenriff ergeben. Die Methode ähnelt der Arbeitsweise von Gärtnern, die ihre Saat in Saatschalen vorziehen und die Jungpflanzen dann einzeln in kleine Töpfchen umsetzen.

Bis heute waren Rettungsaktionen von sterbenden Riffen eine arbeitsreiche und teure Angelegenheit: Taucher platzieren i. d. R. im Labor vorgezüchtete „Korallensetzlinge“ an Riffstellen – nur damit die meisten von ihnen bald nach der Verpflanzung wieder eingehen oder verschwinden. Das Problem lag bislang darin, dass die Jungkorallen nicht auf dem Hartsubstrat haften blieben. Flossenbewegungen von Tauchern oder Fischen, Gezeitenströmung oder Dünung spülten die kleinen Tiere wieder weg. Die Methode war mehr als ineffizient.

Wissenschaftler der Newcastle University, der Uni Amsterdam und der Schutzorganisation Secore International entwickelten nun die neue Methode mit den Saatschalen. Diese sind aus Beton, sternförmig und weisen einen Durchmesser von etwa neun Zentimetern aus.

Zunächst werden in einem Riff Korallenlarven in trichterförmigen Beuteln gefangen und ins Labor gebracht. Dort reifen sie zur kleinen Koralle heran und während drei Wochen Dauer haben sie Zeit, sich auf den Betonplätzchen heimisch zu machen. Später bringt ein Boot die Einheiten ins Riff. Während der Feldstudie, diese fand übrigens in Curaçao statt, platzierten Taucher die Setzlinge im Riff, die Forscher sind aber zuversichtlich, dass sie auch einfach über Bord gekippt oder von Drohnen ausgebracht werden können.

Nach der abgeschlossenen Aktion wagten die Forscher positive Prognosen. Bei der Riffkontrolle, ein Jahr nach dem Ausbringen der Jungtiere, war die Erfolgsquote überdurchschnittlich hoch. So war auf etwa der Hälfte der Einheiten mindestens eine Koralle herangewachsen, meistens jedoch zwei oder sogar mehrere Exemplare. Zum Vergleich: die herkömmliche Methode hat eine Erfolgschance von maximal einem Viertel. Dazu kommt die Effizienz. Pro Hektar Meeresgrund können 10 000 Korallentierchen in weniger als 50 Mann-Stunden ausgebracht werden – zu Kosten von nur rund 30 000 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was die herkömmliche Methode Riffrestauration kostet. Heinz Käsinger

 
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