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Dienstag, 26. September 2017

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Wracks in Südnorwegen PDF Drucken E-Mail
s48_cd1_24139Idylle pur vor unserer Haustür
Von Stefan Baehr

Eigentümlich gerundete Felsen, das Grün der Vegetation und dazwischen die blitzsauberen roten und weißen Holzhäuser, die sich idyllisch in die Landschaft einpassen. Der erste Eindruck Sørlandets wird auch der bleibende sein. Aber dann kommen die Wracks...

Zum Sørlandet gehören die norwegischen Bezirke Aust-Agder und Vest-Agder bis hin nach Kragerø/Telemark. Diese Gegend ist zugleich das beliebteste Urlaubsgebiet der Norweger – warum auch sollten sie woanders hinfahren? Ist doch Sørlandet das Gebiet mit den meisten Sonnenstunden im ganzen Land. Im Sommer hat das Wasser Temperaturen, die auch einen Badeurlaub angebracht erscheinen lassen. Außerdem ist die Landschaft so schön wie kaum eine andere in Europa. Versäumen Sie nicht, eine Bootsfahrt durch die Schärengärten zu unternehmen, vorbei an alten Außenhäfen aus der Zeit der Großsegler.
Der Süden Norwegens liegt näher als man gemeinhin annimmt; die konventionelle Fähre braucht nur vier Stunden vom nordjütländischen Hirtshals bis zur südlichsten norwegischen Stadt Kristiansand. Fährt man nachts, kann man sich sogar in einer Kabine ausschlafen und kommt erholt an. Die Schnellfähre „Silvia Ana L“ der Color Line benötigt sogar nur zweieinhalb Stunden für diese Strecke. Übrigens können Sie während der Überfahrt auf der Fähre auch heute noch zollfrei einkaufen!

Schärentauchen

Ein Tauchgang zwischen den Schären überrascht immer wieder mit unerwarteten Farbeindrücken. Die Sichtweiten liegen zwischen zehn und 30 Metern. Zwischen Wäldern aus meterhohen Braunalgen, die stark an die kalifornischen Kelpwälder erinnern, verstecken sich knallrote Lumpfische. Hier werden Sie Seestichlinge und Seenadeln sehen, Lippfische werden ihnen begegnen und an die Tropen oder das Mittelmeer erinnern. Mit bizarren Fransen meisterhaft getarnte Seeteufel lauern in vielen Felsspalten auf kleine Fische. Tote Mannshand und Seeanemonen bieten Motive für den Makrofotografen. Es gibt drohend und kahl wirkende Wände, die meist in unerreichbaren Tiefen enden und schön bewachsene Wände, die dann aber meist schon in taucherfreundlichen Tiefen in flachen Sandboden übergehen.
Selbst dieser Sandboden ist interessant. Plattfischarten wie Scholle, Steinbutt und Flunder liegen hier vergraben. Möglich wird das alles durch den Golfstrom, dessen nördliche Ausläufer netterweise an Südnorwegens Küste entlang streichen und für freundliche Temperaturen und klares Wasser sorgen. Versäumen Sie es bloß nicht, auch nachts tauchen zu gehen. Sie werden Krabben mit furchterregenden Scheren und mit einigem Glück auch einem Hummer begegnen.
Sie können direkt vor der Tauchbasis in das Wasser steigen und werden in Wassertiefen zwischen vier und 20 Metern einen erlebnisreichen Tauchgang haben. Ein eigenes Hausriff sozusagen. Und das bei Tag und bei Nacht.

Die Wracks
s50_cd1_24464Sie sind ein absolutes Muss der Tauchgründe in Sørlandet. Wenn man die stark zerklüftete Schärenküste sieht, kann man sehr gut verstehen, warum es so viele Wracks an Norwegens Küsten gibt. Viele der Felseninseln reichen tückisch und völlig unnachgiebig bis knapp unter die Wasseroberfläche. Man spricht von dreißigtausend Wracks an Norwegens gesamter Küste, von denen bisher nur etwa zehntausend entdeckt wurden. Die Wracks in Südnorwegen sind relativ einfach zu betauchen, da die Sicht fast immer recht gut ist und man nicht mit starken Strömungen rechnen muss. Allerdings liegen einige Wracks auch recht tief und sollten daher erfahreneren Tauchern vorbehalten bleiben.

Die MS „Seattle“
Auf dem Weg in den Fjord von Kristiansand sah man weiter draußen einen Flottenverband, der sich ebenfalls auf dem Weg nach Kristiansand befand. Kapitän Lehmann dachte, es handelte sich um englische Schiffe und gab Fersengeld in Richtung Kristiansand. Er konnte nicht wissen, dass es sich um deutsche Schiffe handelte, die in wenigen Minuten in ein heftiges Gefecht mit der norwegischen Festung Odderya verwickelt sein würden. Die Deutschen dachten ihrerseits, es handele sich bei der Seattle um ein englisches Schiff. So geriet sie mitten ins Kreuzfeuer zwischen den Deutschen und den Norwegern! Das Ende der MS „Seattle“ besiegelte eine Granate des östlichen Geschützturmes der Festung. Das Grab des Wracks blieb bis zur zufälligen Entdeckung durch norwegische Taucher am 14. Dezember 1988 unbekannt. Die Seattle bietet den großen Vorteil, dass sie relativ harmlos beginnt. Die Bojenleine endet schon in 23 Metern Wassertiefe am Heck des Wracks. Der Bug liegt in 65 Metern Tiefe und sollte daher lieber den Techdivern überlassen bleiben. Die Mittschiffsektion dagegen kann gerade noch von Sporttauchern betaucht werden. Sie beginnt in etwa 37 Metern Wassertiefe am Schornstein. Von dort aus kann man tief bis sehr tief gehen.

„Tom B.“
Im Gegensatz zu den anderen Wracks in dieser Gegend ist die „Tom B.“ kein Kriegsopfer. Das 1400 Tonnen große Frachtschiff wurde 1956 gebaut und sank schon nach zwei Jahren Betriebszeit.
Die „Tom B.“ war auf dem Weg von England nach Oslo und plante einen Zwischenstopp in Kristiansand. Am 22. August 1958, gegen 2.00 Uhr Nachts, fuhr der Frachter mit westlichem Kurs in Richtung Grønningen Leuchtturm. Vor dem Leuchtturm von Oksøy wartete man auf den Lotsen. Ein Wetterumschwung, vereint mit einiger Un-aufmerksamkeit, führte dazu, dass man die Kontrolle über das Schiff verlor. Sie lief auf und schlug leck.
Die Lekterkompaniet, eine Bergungsfirma aus Kristiansand, entsendete einen Schlepper samt Bergungstauchern, die den Auftrag hatten, das Schiff von innen her abzudichten und freizuschleppen. Die Tom B. bekam während der vergeblichen Reparaturversuche immer mehr Schlagseite. Das Schiff hielt sich noch bis zum Morgen des 24. August 1958, um dann gegen 9.20 Uhr unvermittelt wie ein Stein zu versinken. Während des Abrutschens von der Insel zerbrach die Tom B. in drei Teile. Sie liegt heute in 20 Metern Wassertiefe auf ihrer Backbordseite und weist sehr starke Zerstörungen auf.
Der helle Sandboden ist für Taucher unproblematisch, eine gute Sicht ist fast immer garantiert. Wie in Norwegen üblich, ist das Wrack mit Bojen markiert. Wenn man in Norwegen ein Wrack erst einmal hat, gibt man es so schnell nicht mehr her, weil sie hier einfach so schwer zu finden sind.

Minensucher „M426“
Vielen Kapitänen fehlte es in diesen letzten Monaten des zweiten Weltkrieges an Erfahrung, denn die „alten Hasen“ ruhten zu einem großen Teil schon auf dem Grunde der Weltmeere. So war es auch bei den Kommandanten dieser vier Schiffe und so ordnete der Flottillenchef eine Übung an. Aus einer Übung kann sehr schnell Ernst werden, ganz besonders im Krieg. Vier deutsche Minensucher wurden vor Ballastkjærene von 39 Kampfflugzeugen angegriffen. Alle Schiffe erhielten bei diesem Angriff Treffer, aber „M 426“ erwischte es besonders schlimm. Es sank etwa zwei Stunden nach dem Angriff.
Das Wrack der „M 426“ liegt zwischen 15 und 20 Metern auf seiner Backbordseite. Die Umgebung ist felsig und erfreut den Taucher mit reichlicher Vegetation.

Seenotrettungsflugzeug Dornier DO-24
Das Flugboot wurde von der Deutschen Luftwaffe im Skagerak als Seenotflugzeug eingesetzt. Am 22. April 1945 machte ein kanadischer Mosquito Bomber einen kleinen Abstecher zum Kjevik Flugplatz und entdeckte zwei deutsche Wasserflugzeuge auf dem Fjord. Das größere der beiden wurde angegriffen und versank nach einer heftigen Explosion. Nach dem Krieg wurde an dem Wrack von Norwegischen Tauchern eine Sprengübung vorgenommen. Einer der beiden Motoren wurde Ende der achziger Jahre für ein norwegisches Kriegsmuseum geborgen. Das Flugzeugwrack liegt nur 50 Meter vom Strand entfernt, so dass man leicht mit der Ausrüstung zur Markierungsboje schwimmen kann. Es liegt in gut betauchbaren 30 bis 36 Metern Tiefe.

Die „Gudrun“
Der 10. Dezember 1944 wurde zum Schicksalstag des deutschen Frachters „Gudrun“. Mehr als ein Dutzend Mosquito-Jäger griffen das Schiff an und beschädigten es schwer. Die Mannschaft überlebte den Angriff, allerdings waren einige Verwundete zu beklagen. Die U-Bootjäger UJ 1706 und UJ 1767 eskortierten die Gudrun nach Ablesnes. Während der Fahrt brach ein Feuer aus und das Schiff wurde völlig ausgebrannt in flachem Wasser auf Grund gesetzt.
Das Wrack der „Gudrun“ liegt im Flekkefjord, rund zwei Fahrtstunden von der Tauchbasis in Kristiansand entfernt. Das Wrack liegt, leicht schwimmend erreichbar, nur etwa 70 Meter vom Ufer entfernt und ist außerordentlich gut erhalten. Sie ist ein absolutes Muß für jeden begeisterten Wracktaucher.

Skottevik Ferie Senter
Die moderne Ferienanlage liegt weit draußen am Skagerrak, mitten im schönsten Teil des norwegischen Schärengartens. Die Küste ist felsig mit einigen lauschigen Sandbuchten. Das Skottevig Maritime Senter existiert schon seit mehr als 30 Jahren.
Skottevig bedeutet soviel wie „Schottenbucht“. Die „Schottenbucht“ stellt einen sehr geschützten Naturhafen dar. Diesen nutzte einst ein in Seenot geratener schottischer Segler als Nothafen. Die Besatzung blieb gleich dort, weil es ihnen so gut in Südnorwegen gefiel.
Das Dive Center liegt zwischen dem Angler- und Aktivitätshafen. Es bietet täglich zwei Bootsausfahrten in die Schärengärten oder zu den Wracks an. Außerdem führt die Basis Taucherausbildung und Spezialkurse nach CMAS, Barakuda und VDST durch. Weiterhin werden Kindertauchkurse angeboten. Spezielle Kurse können darüber hinaus vereinbart werden. Es ist möglich, geführte Tauchgänge zu buchen, man kann aber auch mit seinem Partner auf eigene Faust zum Tauchen gehen.
Das Skottevig Dive Center ist eine Ganzjahresbasis. Die Hauptsaison reicht von April bis in den Oktober, aber auch die Wintermonate haben ihre Liebhaber, denn dann ist das Wasser ganz besonders klar.


Familienurlaub/Buchungsadresse
Für den Nachwuchs ist Sørlandet das Abenteuerland schlechthin. Sie können während des Sommers an Sandstränden herumtollen, baden. Natürlich ist auch eine Elch- oder Biebersafari spannend oder eine Mountainbiketour. Wer keines hat, mietet eins. Sie können auch einen Kletterkurs buchen, Sightseeingtouren machen oder ein Kanu oder Kajak ausleihen.
Immer beliebter werden in Südnorwegen Trecking, Kajaking und Rafting. Außerdem ist Norwegen ein Anglerparadies. Auch Kristiansand mit seinem 300 Jahre alten Stadtkern, der Kvadratur, ist einen Besuch wert.

Buchungsadressen in Deutschland:
Norway Team Travel Sönke Jacobs
Zimmermannstr. 12, D-12163 Berlin
Tel.: +49(0)30/79 74 45 94
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
www.norway-team-travel.de

Barakuda
Borbecker Str. 249
45355 Essen


Tauchplätze zum Schärentauchen
Die Pier der Tauchbasis
Der Bootsanleger direkt vor der Tauchbasis des Skottevig Maritime Senter ist nicht nur deshalb empfehlenswert, weil er so einfach zu erreichen ist. Vielmehr
erlaubt er ein unbeschwertes Tauchen unter einfachen Bedingungen. Trotzdem sieht man dort bei einem Tauchgang nnähernd genauso viel, wie bei einem
der Tauchplätze, die bei einer Bootstour angefahren werden. Die erreichbaren Wassertiefen liegen an dieser Stelle zwischen vier und etwa 20 Metern.

Høye Anderskjaer – die Steilwand
Man sieht der kleinen Schäreninsel nicht an, was sie verbirgt. Kaum folgt man der vom Ankerplatz aus der Felsformation nach rechts, liegt sie vor einem – eine der beeindruckendsten Steilwände der näheren Umgebung. Sie reicht bis in 42 Meter Tiefe um dann in einen flachen Seeboden überzugehen. Der Blick von unten nach oben wirkt bedrohlich, aber man muss ja nicht bis ganz nach unten tauchen. Die Wand ist bis auf einige Tote Manns Hände kahl und glatt. Man sollte es keinesfalls versäumen, den Blick in das freie Wasser zu wenden, denn dort bilden sich manchmal Schwärme der größeren, im Freiwasser lebenden Fische wie Dorsche, Pollacks, Makrelen, Seelachse oder Lengfische. Verschlucken Sie bitte nicht ihren Atemregler vor Schreck, wenn Sie dort bei der Wand plötzlich einem Seewolf oder Steinbeißer ins Angesicht schauen.

Fladr Andeskjaer – die kleine Steilwand
An diesem Tauchplatz kann man zur Steilwand oder ins flache Wasser tauchen. Der Tauchgang zur „kleinen Steilwand“ ist der Schönere. Die Wand ist stellenweise dicht mit der Tote Manns Hand und mit Seeanemonen bewachsen. Sie geht nach etwa 22 Metern in einen Flachen Sandboden über, der es aber in sich hat – Plattfische aller Art fliehen erst in letzter Sekunde vor dem Taucher. Beinahe kugelförmige Felsbrocken liegen hier verteilt, als hätte hier ein Riese Murmeln gespielt. Zum Teil sind sie üppig bewachsen. Vereinzelt streichen auch große Exemplare der hier vorkommenden Freiwasserfische wie Dorsch oder Seelachs vorbei.

 
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