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Mittwoch, 18. September 2019

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Storms, War and Shipwrecks: Treasures from the Sicilian Seas. Ashmolean Museum, Oxford (GB). PDF Drucken E-Mail

rammsporn(Foto: Der Rammsporn einer römischen Kriegsgaleere wird geborgen) Unter dem Titel „Storms, Wars and Shipwrecks: Treasures from the Sicilian Seas“ (Stürme, Kriege und Wracks: Schätze aus sizilianischen Gewässern) findet im Ashmolean Museum in Oxford (GB) derzeit eine Ausstellung statt, die archäologische Fundstücke aus der Mittelmeerregion um Sizilien präsentiert. Die Ausstellung ist bis 25. September 2016 geöffnet.

Das Oxforder Ashmolean Museum erzählt die außergewöhnliche Geschichte Siziliens. Die Insel im Schnittpunkt des Mittelmeers war 2500 Jahre lang sowohl Begegnungsstätte als auch Schlachtfeld antiker Zivilisationen. Die Kultur der heute zu Italien gehörenden größten Insel des Mittelmeers wurde von Phöniziern, Griechen, Römern, Arabern und Normannen geprägt.

Mehr als 200 Ausstellungsstücke, attraktiv präsentiert in drei großen Räumen des Museums, entführen die Besucher in die Welt der sizilianischen Antike. Die Besonderheit: Jedes einzelne Stück der Ausstellung stammt vom Meeresboden vor der Insel und ihren Nebeninseln; heraufgetaucht und geborgen von Fischern, Schwammtauchern oder Unterwasser-Archäologen während der vergangenen 100 Jahre.

anker(Foto: Eυπλοια, Gute Reise, steht auf diesem etwa 2200 Jahre alten griechischen Bleianker ) Darüber hinaus lohnt der Besuch der Ausstellung nicht zuletzt auch deshalb, weil jedes einzelne Artefakt besonders gut erhalten ist – sei es der originalgroße Bronzefuß eines Elefanten, der Bleiarm eines Ankers oder der Rammsporn eines Kriegsschiffes. Eines der faszinierendsten Ausstellungsstücke ist zweifellos ein Bruckstück eines griechischen Ankers, auf den, noch heute gut lesbar, das altgriechische Wort „Eυπλοια“ (Gute Reise) eingeritzt ist.

schwert(Foto rechts: Bronzeschwert, etwa 2500 Jahre al)

Das wünschte sich wohl jeder Seemann aber nicht immer war ihm das Glück hold und sein Schiff sank. Wracks sind heute eine der Quellen, aus denen wir Wissen über die Geschichte ziehen können. Die Machart ihrer Anker und die Beschaffenheit der Ladung geben uns Auskunft über die versunkene Zeit, über Handelsrouten, Aktivitäten, Fähigkeiten unserer Vorfahren. Oft aber schweigen die Zeugen der Vergangenheit auch und bleiben, was sie auf den ersten Blick sind: Altertümer, die ihr Wissen stumm für sich behalten.

imgid71079152.jpg.gallery(Foto: Die Kuratorin Dr. Alexandra Sofroniew mit einem griechischen Helm ) Die Ausstellung deckt eine Zeitspanne vor 2500 Jahren ab. Sie zeigt die Relikte von sieben Schiffswracks aus diesen Jahren. Die Ausstellung ist eine vorübergehende Auslagerung der (größeren) Originalausstellung des Allard Pierson Muzeum, Amsterdam. Dass Amsterdam die Stücke vorübergehend nach Oxford ausgeliehen hat, ist nicht zuletzt Dr. Alexandra Sofroniew zu verdanken, eine der Dozentinnen des Colleges in Oxford. Früher hat Dr. Sofroniew für das J.-Paul-Getty-Museum gearbeitet und verfügt so über beste Kontakte. Darüber hinaus ist sie eine intime Kennerin Siziliens, seiner Geschichte und Verhältnisse – also genau die richtige Person, um so eine Ausstellung umzusetzen.

Die Oxford-Ausstellung ist die erste einer Reihe von Ausstellungen, die europaweit veranstaltet werden sollen. Sie sollen helfen, in der Bevölkerung mehr Wissen zu bilden und so ein breiteres Interesse an der Unterwasserarchäologie zu schaffen. Folgerichtig werden mit und in der Ausstellung auch Unterwasserarchäologen gewürdigt. Denn noch immer ist Unterwasserarchäologie kein eigenes Studienfach sondern (zum Beispiel in Oxford) noch ein Teilbereich des Faches Archäologie.

amphorenfeld(Foto rechts: Amphorenfeld vor Lipari ) Wie bereits erwähnt sind alle Artefakte Funde aus dem Meer um Sizilien – mit einer Ausnahme. Es handelt sich um ein kleines Keramikboot, bemalt mit Meeresmotiven, das man als Beigabe im Grab eines Kindes gefunden hat. Dies sei, so Sofroniew, nichts ungewöhnliches im vorchristlichen Sizilien gewesen.

Eher enttäuschend ist der Zeitabschnitt des Mittelalters dargestellt. Und das gipfelt darin, dass die Ausstellung den Eindruck erweckt (oder erwecken soll?), dass Christen, Juden und Muslime eine weitgehend friedliche Koexistenz auf der Insel pflegten und das ist nun einmal nicht wahr.

Trotz dieser kleinen Schwäche: Storms, Wars and Shipwrecks: Treasures from the Sicilian Seas entführt uns in eine Welt des Staunens und zeigt die archäologische Welt unter Wasser quasi im Labormaßstab. Und die Ausstellung mag für den einen oder die andere auch Ansporn dafür sein, das alles einmal real zu erleben, vor Ort im Mittelmeer. Wobei die Veranstalter hoffen, dass diese Taucher dies mit Respekt und dem Willen tun, die versunkene Welt zu bewahren; nichts mitnehmen außer Fotos und Erinnerungen und nicht hinterlassen als ihre Luftblasen im Meer.

Fotos: Oxford University und Ashmolean Musuem


 
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