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Die Zahl der Unterwasserfotografen vergrößerte sich in Deutschland auch nach Gründung des VDST nur ganz allmählich. Flossenschwimmer und Unterwasserjäger hatten zunächst die besseren Karten.

Von Wolfgang Freihen


1954: Obwohl die Fotografie die beste Werbung für den Tauchsport darstellte, entsprach ihr Stellenwert keinesfalls dem heutigen und sie versteckte sich im VDST im Ressort Tauchpraxis. Zunächst war Kleinbild angesagt, und als schließlich das (teurere) Rolleimarin auch von Sporttauchern häufiger eingesetzt wurde, verschob sich der Trend mehr und mehr zum 6x6-Format – wegen der bestechenden Qualität.
1958 hatte Peter H. Krause (Unterwasserkrause) das Ressort Tauchpraxis übernommen, ein begeisterter UW-Fotograf, der sich später durch seine Fotos, Fernsehfilme, Bücher und die Schriftleitung des „Submarin“ zu einem der Großen unseres Sports entwickelte. Noch im gleichen Jahr lud er zum ersten internationalen UW-Fotowettbewerb beim DUC Kiel ein. Nur eine Kategorie war dabei Farbdias vorbehalten, alles andere waren Papierbilder; Schwarzweiß war noch immer vorherrschend.
1959 erhielt, bestärkt durch diesen Erfolg, die UW-Fotografie endlich ihr eigenes Ressort, und schon 1960 folgte der nächste Wettbewerb, diesmal in Berlin, und danach wurde jedes Jahr ein weiterer von einem anderen Tauchsportverein durchgeführt. Die Farbfotografie holte gegenüber Schwarzweiß mächtig auf.
1969: Endlich! Der Verband selbst richtet jetzt die Fotowettbewerbe aus, die „Kamera Louis Boutan“ ist da. Noch im gleichen Jahr wurde Ludwig Sillner beim Filmfestival in Santa Monica Unterwasserfotograf des Jahres. Bei uns war er längst kein Unbekannter mehr. Sein UW-Fotobuch avancierte zur Bibel und er zum international meist geachteten UW-Fotografen seiner Zeit. Sillner starb früh durch einen tragischen Verkehrsunfall.
In den 70ern kamen weit bessere Kameras auf den Markt, zusammen mit Weitwinkel- und Makro-Objektiven. Hinzu kamen entsprechende Gehäuse für Kleinbildkameras und 6x6. Ebenso läuteten die von Haus aus wasserdichten Nikonos-Kameras einen ganz besonderen Schub für die Entwicklung der UW-Fotografie ein. Die dazu gehörigen Nahaufnahmesätze boomten. Makro wurde zum Zauberwort. Auch Fisheye-Objektive und Domscheiben kamen Ende der 70er Jahre. Alles, was man an Land benutzte, konnte nun auch mit unter die Wasseroberfläche genommen werden, was sich natürlich in den Bildergebnissen ausdrückte.
Trotzdem waren die Wettbewerbe in Gefahr, ins Banale abzugleiten. Die neuesten Siegerbilder waren, von Motiv und Gestaltung, nicht besser als zuvor, nur technisch. Die Antwort hieß: Experimente. Einer der prominentesten Befürworter dieser Denkart wurde Gerhard Binanzer, ein agiler Tatmensch, hervorragender Berufsfotograf und Initiator und Mitherausgeber der Zeitschrift „Der Taucher“. Binanzers Lösung auf die Problemstellung: Kunstbilder wie Sandwich, Mehrfachbelichtungen, Kollagen und Solarisationen in Schwarzweiß und Farbe.
1974 sorgten seine und Gert Krienkes Solarisationen bei der „Kamera Louis Boutan“ erstmals für Furore. Nicht jeder mochte diese Bilder, heiße Diskussionen entbrannten, doch heutzutage sind sie nicht mehr wegzudenken.
1979: Der Fotowettbewerb um die „Hans-Hass-Medaille“ in Österreich wird ins Leben gerufen.
Die weitere Entwicklung wird durch besseres, feinkörnigeres Filmmaterial gekennzeichnet, das schärfere Bilder und sattere Farben liefert. 6x6 gerät allmählich immer weiter in den Hintergrund. Das Kleinbildformat erobert sich durch die weitergehenden gestalterischen Möglichkeiten und nicht zuletzt durch die geringeren Kosten seine führende Stellung zurück. Die TTL-Blitzsteuerung und der Autofokus halten Einzug in die UW-Fotografie.
Thematisch bewegt sich alles Folgende im gleichen Rahmen. Zwar werden hie und da besondere Motive wie z.B. die Poolfotografie aktuell. Man entdeckt auch Schwarzweiß wieder, genauso wie die Fotografie ohne Kunstlicht. Zudem auch orange und rote Filter vor Blitzgeräten und UW-Lampen, um damit besondere Akzente zu setzen.
Ab 1985: Verschiedene Tauchsportzeitschriften beginnen, sich durch eigene Wettbewerbe die Druckrechte an (besonders) guten Bildern zu sichern. In ihrem Layout wird so langsam auch das Computerzeitalter weit vor der Erfindung der digitalen Fotografie eingeläutet. Bildkomponenten aus völlig verschiedenen Fotos werden ineinander verschachtelt.
Und wo befinden wir uns heute? Nun, heute sind wir bereits mitten drin im Zeitalter der digitalen Fotografie, auch wenn es viele noch nicht wahrhaben wollen. Wir dürfen gespannt sein, was uns die Zukunft noch so alles bringen wird.

 
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