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Donnerstag, 1. Oktober 2020

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Wrack
H. Ellwart, D. Engelmann, H. Grams, F.-K. Kößling, R. Lauenstein: Untergang vor San Francisco Die PDF Drucken E-Mail

Ellwart, Helge J. und Grams, Helmut (Herausg.):

Untergang vor San Francisco

Die Bremen 1858

Fester Einband mit farbigem Titel, Format ca. 21,5 x 27,5 cm

208 S. mit vielen Fotos, Zeichnungen und Karten

Carl Schünemann Verl., 2018

ISBN 978-3-96047-041-0

Preis: 29,90 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Februar 2020):

Ein Buch zur UW-Archäologie in zwei Sprachen: Englisch und Deutsch. Es erzählt die Geschichte des Norddeutschen Lloyd, dem Personen- und Frachtverkehr zur damaligen Zeit, der Einwanderung in die USA und vor allem die Geschichte verschiedener Schiffe, die alle unter dem Namen „Bremen“ liefen, bis am 16. Oktober 1882 der letzte Dreimaster dieses Namens vor San Francisco unterging. Uns Tauchsportler wird vor allem dieser letzte Akt interessieren. Mehrere Faktoren führten zum Unglück, wobei dichter Nebel und das Nichtfunktionieren des Nebelhornes auf der Hauptinsel eine besondere Rolle spielte. Im Verlauf des Unglücks lief das Schiff auf einen Felsen auf und bildete zunächst eine Brücke zwischen dem Seal Rock und dem Ufer der Südost-Farallon-Insel. Eine Rettung des Schiffes oder zumindest der Ladung war leider nicht möglich, denn das Schiff brach innerhalb weniger Tage auseinander und versank. Nebel und starke Strömungen sind hier häufig, und mittlerweile sind in dieser Umgebung eine ganze Reihe verschiedener Wracks zu finden. Menschenleben waren glücklicher Weise nicht zu beklagen, aber die gesamte Ladung, immerhin 5000 Fässer feinsten Whiskeys, gingen dabei verloren. Die Ladung war versichert, das Schiff allerdings nicht. Ob das Wrack der „Bremen“ in der Zwischenzeit durch Strömungen von der Untergangsstelle versetzt wurde oder überhaupt nichts mehr davon zu sehen ist, konnte bisher nicht festgestellt werden. Immerhin stellen die Inseln 50 km westlich vor San Francisco heute einen Teil des Meeressschutzgebietes „Gulf oft he Farallones Marine Sanctuary“ dar, sodass dieses Gebiet wohl für Weiße Haie und eine große Vielfalt an Meeressäugern, Fischen, Seevögeln und anderen ein phantastisches Schutzgebiet darstellt, für die Öffentlichkeit aber nicht einfach zugänglich ist. Ein Buch mit sehr gutem Text und vielen Zeichnungen, Karten und Fotos, ermöglicht durch den „Captain‘s Table“, der gezielt vom Lions Club Bremen Wilhelm Olbers dafür gegründet wurde, um die geschichtliche Erforschung, auch der epochalen Periode, zu ermöglichen. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

 

 
Nina Zschiesche: Das Wrack der Haven PDF Drucken E-Mail

Zschiesche, Nina:

Das Wrack der Haven

Fester Einband  mit farbigem Titel, Größe ca. 21,5 x 28,5 cm

128 S. mit sehr vielen farbigen Abbildungen, Karten u. Zeichnungen

Zeisig Verl., Freiburg im Breisgau, 2017

ISBN 978-2-00-055285-4

Preis: 34,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (Juni 2017):

Die Geschichte eines Supertankers von der Herstellung bis zum Untergang vor Genua, wo die hintere Hälfte des Wracks heutzutage aufrecht in ca. 80 Meter Tiefe steht. Der vordere Teil ist abgebrochen und auf 500 m Tiefe abgesunken. Es ist eines der schönsten Tauchbücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, und das aus verschiedenen Gründen: Zum einen war ich selbst vor vielen Jahren mit mehreren Kollegen mit der Bauüberwachung einiger Supertanker gleicher Größe beschäftigt – eine äußerst kräftezehrende und gefährliche Aufgabe. Natürlich habe ich auch an den Probefahrten teilgenommen. Zum anderen war die Autorin außerordentlich fleißig und hat alles zusammengetragen, was es zum Bau des Schiffes und über die verschiedenen technischen Einrichtungen zu sagen gibt. Selbst technische Zeichnungen konnten eingesehen und teilweise im Buch wiedergegeben werden. Ebenso ist das reich vorhandene Bildmaterial nicht nur ausgezeichnet, sondern auch das Layout ist absolut perfekt – mit anderen Worten, alles passt hervorragend und weitaus schöner zusammen, als das bei den meisten anderen Wrackbüchern der Fall ist. Das Buch enthält nicht nur heutige UW-Aufnahmen, sondern ebenso Bilder aus der ehemaligen Lebenszeit, sodass es trotz des knapp gehaltenen Textes sehr lebendig wirkt. Es wird über die Fahrten rund um Afrika bis in den Persischen Golf berichtet, auch über das damalige Kriegsschaugebiet. Von Bombentreffern ist die Rede, den anschließenden Reparaturen, auch von Charterfahrten. Ebenso erfahren wir viel vom Leben an Bord und natürlich alles über den Brand, der mehrere Tage wütete. Von verheerenden Explosionen ist die Rede, denen fünf Menschen zum Opfer fielen. Ebenso wird von der größten Ölkatastrophe selbst berichtet, die je im Mittelmeer geherrscht hat, den Tausenden von Tieren, die anschließend in den Ölteppichen und auf dem Grund des Meeres rund ums Schiff ums Leben kamen. Natürlich lesen wir auch von den anschließenden Reinigungsarbeiten an den Stränden. Heute, wo alles wieder ganz normal aussieht, ist der hintere Teil des Wracks zu einem besonderen Anziehungspunkt für Tauchsportler aus der ganzen Welt geworden, auch wenn nicht immer ideale Sichtverhältnisse gegeben sind. Bis zum Kiel und zur Schraube ist Trimix obligatorisch, während die Aufbauten bis 40 Meter auch durch normale Sporttaucher aufgesucht werden können. Auch für sie ist ein Abstieg zu diesem riesigen Wrack ein phantastisches Erlebnis. Insgesamt ein großartiges Buch!

 

 
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