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Biologie
Sardet, Christian: Plankton Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane PDF Drucken E-Mail

Sardet, Christian:

Plankton

Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane

Harter Einband mit farbigem Titel und farbigem Schutzumschlag

Format ca. 25 x 34 cm

Mit sehr vielen farbigen Abb.

Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2016

ISBN 978-3-8001-0398-0

Preis: 39,90 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (April 2017):

Phantastisch, endlich ein Sachbuch, das Seinesgleichen sucht! Es gibt eine ganze Reihe wissenschaftlicher Werke, die sich ausschließlich dem Plankton widmen, aber bisher kein einziges, das für die Allgemeinheit bestimmt ist und entsprechende Erklärungen bereithält. Hier ist es nun – großformatig und mit vielen hervorragenden, computergenerierten Farbfotos versehen. Es kann deshalb auch als Bildband betrachtet werden. Dabei auch einige der großartigen Zeichnungen von Ernst Haeckel. Ja, wir finden sogar ein Suchbild, um beim Blick auf eine Planktonprobe verschiedene Organismen zu erkennen, und wir können durch zahlreiche Icoons zusätzliche Webseiten mit weiteren Informationen aufzuschlagen. Hinzu kommen sehr interessante Texte, nicht nur Bildbeschreibungen, sondern auch Kapitel, die sich mit all den Wesen auseinandersetzen, die dem Plankton zugehörig sind. Allerdings sind die Texte nicht immer leicht zu lesen, was jedoch nicht negativ zu verstehen ist. Nur der kleinste Teil der Planktonorganismen kann natürlich bildlich dargestellt werden. Insgesamt macht das Plankton, selbst wenn man die meisten Organismen wegen ihrer Winzigkeit nicht sehen kann, 95% des gesamten Lebens im Meer aus. Das Buch beschäftigt sich mit der Entstehung des Lebens und dem Plankton weltweit. Ihm gehören die meisten Organismen des Meeres zumindest zeitweilig an. Plankton besteht aus Eiern von Fischen und Korallen ebenso, wie den Jugendstadien der verschiedensten Tierklassen und selbst größeren Tieren, wie etwa Quallen. Darunter auch diejenige, der man bislang als einzigem Organismus Unsterblichkeit zuschreibt, da sich ihre Entwicklung umkehren kann – von einer Meduse zurück zum Polypen. Manche, wie etwa Staatsquallen, können aber auch über 30 Meter lang werden. Die meisten anderen allerdings sind so winzig, wie etwa Bakterien und viele andere, dass man sie nicht ohne Mikroskop erkennen kann. Schließlich gehört auch das pflanzliche Plankton dazu, welches immerhin rund 50% unseres Luftsauerstoffs produziert.

Unter dem Begriff Plankton versteht man all jene Organismen, die aus eigener Kraft nicht gegen Strömungen anschwimmen können, sondern sich vom Wasser dahintreiben lassen. Es kann auch nicht in der Tiefsee existieren, sondern kommt nur in den lichtdurchflutenden Zonen des Meeres vor. Es stellt die ersten Stufen der Nahrungskette dar, und das tierische Plankton unternimmt tagtäglich zur Nachtzeit die bedeutendsten Tierwanderungen überhaupt. Treten – wie gegenwärtig – Änderungen durch den Chemismus des Meeres, den Klimawandel und/oder der Überfischung auf, so kann dies unabsehbare Folgen nach sich ziehen. Es ist also durchaus angebracht, diesen Organismen deutlich mehr Aufmerksamkeit als bisher zu schenken. Manche Arten verlassen beim Älterwerden das Plankton wieder und leben erwachsen am Grund oder im Freiwasser weiter. Abgestorbene Teile sinken als „Meeresschnee“ nach unten und dienen auf diese Weise z.T. auch Tiefseeorganismen als Nahrung, und weitere Reste davon wandeln sich im Laufe von Jahrmillionen zu besonderen Energieformen um oder werden gar zu festem Gestein. Ein großartiges Buch, das alle Freunde der UW-Welt besitzen sollten.

 
Palla, Rudi: Valdivia / Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition PDF Drucken E-Mail

Palla, Rudi:

Valdivia

Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition

Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 17 x 22,5 cm

238 S. mit vielen, z.T. farbigen Abb. und einer Karte

Verl. Galiani, Berlin bei Kiepenheuer und Witsch, 2016

ISBN 978-3-86971-124-9

Preis: 28,00 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen (April 2017):

Das Buch beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem Verlauf der Valdivia-Expedition. Leider muss ich gestehen, dass es mir nicht sonderlich gefallen hat. Andererseits ist es durchaus angemessen, dieser großartigen Expedition ein zeitgemäßes Buch folgen zu lassen. Immerhin war diese Unternehmung nach der Challenger-Expedition die zweite größere Tiefsee-Expedition überhaupt, die vor über 100 Jahren stattgefunden hat. Da ist es schon interessant, wieso es überhaupt dazu kommen konnte. Schließlich dachte man damals völlig anders als heute, auch über die Meere selbst und die Tiefsee. Ebenso war die Technik eine andere. Das gehört nur deutlicher herausgearbeitet. So liest sich die Geschichte bei weitem nicht so spannend, wie im Klappentext angepriesen. Das Buch enthält im Wesentlichen nur das, was der Expeditionsleiter Carl Chun schon damals in seinem dickeren Bestseller „Aus den Tiefen des Weltmeeres“ zu berichten hatte. – Nein, da habe ich mir insgesamt doch weitaus mehr vorgestellt! In der Tat haben die Meere und die Tiefsee erst sehr spät Einzug in unser Denken gefunden, und dass die Wissenschaftler damals das Weltmeer in einem völlig anderen Zustand antrafen als wir heutzutage, ist genauso selbstverständlich wie sich unser Wissen im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt hat. Im letzten Kapitel geht der Autor wohl kurz auf die wesentlichen Schwierigkeiten ein, denen sich dieses Ökosystem mittlerweile ausgesetzt sieht. Allerdings dringt er leider nicht weiter in die Tiefe vor. Immerhin haben wir heute nicht nur ein deutlich umfassenderes Allgemeinwissen und damit auch eine erheblich bessere Vorstellung von den Meeren. Schließlich können wir wöchentlich UW-Filme im Fernsehen sehen (auch wenn dies meist flachere Bereiche betrifft), aber auch über die Tiefsee wird öfter berichtet. Selbst die Tageszeitungen sind voll von Gefahren durch Tiefseebohrungen, vom Klimawandel, dem Abschmelzen der Pole und vom Ansteigen des Meeresspiegels. Von der Erwärmung, der Versauerung und der Überfischung der Meere ist genauso die Rede, wie vom allgemeinen Artenschwund, dem Plastikmüllproblem und vielem anderem mehr. Auch wissen wir mittlerweile mehr über Meeresströmungen, vom Aussehen des Untergrundes, über schwarze und weiße Raucher usw. Da ist in unserem Falle ein Bezug zur Valdivia-Expedition insgesamt wohl naheliegend, doch hätte man die Erinnerung an die erste deutsche Tiefsee-Expedition auch auf andere Art und Weise wach halten können. So wäre z.B. ein Vergleich zwischen damals und heute von Interesse. Immerhin wurden damals viele fragile Geschöpfe in den Fangnetzen zerquetscht und blieben dadurch unerkannt. Ähnliches gilt für alle anderen heutigen Fragestellungen zu diesem Thema. Da möchte man mehr über allgemeine Untersuchungen erfahren, über jüngere Expeditionen, Tiefsee-Tauchboote und ferngesteuerte Rovs, autonome Messgeräte und selbst über die Meeresforschung aus dem Weltall. Da genügt eigentlich kein ein einfaches historisches Werk über den Verlauf einer Expedition und die dabei durchgeführte Äquatortaufe. Ein einzelnes, kürzeres Kapitel hätte dazu längst ausgereicht. Man möchte halt lieber ein Sachbuch lesen, das deutlich mehr Wissen vermittelt. Wer allerdings das Buch von Carl Chun nicht kennt, der sollte trotz meiner obigen Einwände wenigstens zu diesem greifen, das in der Mitte mit sehr schönen Farbbildern versehen ist…

 
Gerhard Wegner / Christine Gstöttner: Blind Dates - Das große Buch der Haibegegnungen PDF Drucken E-Mail

Wegner, Gerhard / Gstöttner, Christine:

Blind Dates

Das große Buch der Haibegegnungen

Fester Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 22 x 30,2 cm

248 S. mit sehr vielen Abb.

Verlag Sharkproject, Offenbach, 2014

ISBN 978-3-00-043676-5

Preis: 39,95 € 

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen:

Ein tolles Buch, in dem das Wissen und die Erfahrungen aus 35.000 Haibegegnungen stecken, die nicht etwa die beiden Autoren selbst hatten, sondern sie stammen von insgesamt 25 Personen, versierten Sporttauchern, UW-Fotografen, Filmemachern, Tauchbasenbesitzern, Zoologen usw., die hier zusammengetragen wurden. Diese Autoren werden im Einzelnen vorgestellt, und das Buch ist so gestaltet, dass bestimmte Verhaltensweisen gezielt nachgefragt und dann von den einzelnen Experten beantwortet werden. So entsteht ein recht umfassender Überblick aus dem Leben und im Umgang mit diesen Tieren. Allerdings will das Buch kein wissenschaftliches sein, darauf wird wiederholt verwiesen – kann es auch nicht, denn dafür sind selbst 35.000 Begegnungen viel zu gering, um zu abschließenden Antworten zu gelangen, aber es ist doch ein Buch, das einen jeden interessieren muss, der selbst das Tauchen als Sport betreibt – gleichgültig, ob es sich dabei um absolute Neulinge oder erfahrene Taucher handelt. Aus den über 500 verschiedenen Arten werden diejenigen vorgestellt, denen man beim Tauchen am häufigsten begegnet. Ihre Verbreitung wird ebenso kommentiert wie ihre bevorzugten Beutetiere und ihr Verhalten gegenüber Schnorchel- oder Gerätetauchern, Schwimmern und Surfern. Das Wichtigste zur Anatomie und den besonderen Sinnesleistungen dieser Tiere werden beschrieben. Es geht um ganz normale Begegnungen, um das gezielte Anlocken und um Haifütterungen, es geht um unser richtiges Verhalten diesen Tieren gegenüber, aber auch um die Ursachen der äußerst seltenen Haiangriffe und Unfälle, und wie man diesen vorbeugen, bzw. begegnen kann. Gerade diesen Fakten wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ebenso ist die Rede von der wirtschaftlichen Bedeutung der Haie, dem überbordenden Haifischfang und dem schrecklichen Finning, aber auch von der ökologischen Bedeutung dieser Tiere wird gesprochen, ihrem notwendigen Schutz, vom „Sharkproject“ ist die Rede, von seiner Entstehung und den verschiedenen Aktionen dieser Schutzorganisation.

Etwas unglücklich lediglich der Umstand, den Hass`schen Schrei zur Abwehr von Haiattacken anhand der äußerst geringen Geräuschentwicklung bei der Benutzung von Rebreathern (S. 77) erklären zu wollen. Dazu gibt es nämlich zunächst keinerlei Verbindung: Das erste Sauerstoffgerät von Hass wurde 1941 entwickelt. Die Wirksamkeit des Schreis hat er jedoch schon 1939/40 auf seiner Karibikreise (s. sein Buch „Unter Korallen und Haien“) zufällig entdeckt, bei der ohne Atemgerät und nur mit angehaltenem Atem getaucht wurde. In der Ägäis 1942, als das Kreislaufgerät erprobt wurde (s. „Menschen und Haie“), musste er erfahren, dass der Schrei dort nicht wirkte. Ursache waren die durch Dynamitfischer ausgelösten Explosionsgeräusche, die die Haie sogar regelrecht anlockten… Die nur bedingt wirkungsvolle Bedeutung des Schreis hat er also bereits selbst erkannt und einwandfrei dokumentiert.

Schön wäre schließlich gewesen, die Seitenansichten der insgesamt 22 vorgestellten Arten so zu zeichnen, dass sie der Wirklichkeit entsprechen, statt durchweg nur einen einzigen stilisierten Seitenriss zu haben, an dem die jeweiligen Größen dargestellt werden. Ungeachtet dessen ist das vorliegende Buch jedoch ohne weitere Einschränkungen zu empfehlen! Es ist – wie im Untertitel bezeichnet – wirklich ein Buch der Haibegegnungen und dazu völlig anders als alle anderen. Zudem lassen sich viele Apps anklicken und Videofilme zu den einzelnen Kapiteln anschauen. Einfach großartig.

 
Marine Pictolife PDF Drucken E-Mail
Marine Pictolife
 
Mittelmeer oder Ostatlantik oder Karibik oder Rotes Meer
 
wasserfestes Material
 
ca. 60 Seiten mit sehr vielen farbigen Abbildungen
 
Format: 12,5 x 16,3 cm; Gewicht: 200 g
 
ISBN Nummer 978-2-9527809-1-9
 
Preis: 24 Euro 
 
Bestellung über unser Buchprogramm: hier
 
Das Fischbestimmungsbüchlein ist aus Plastik hergestellt und deswegen perfekt fürs Wasser geeignet. Es ist sehr handlich und findet daher seinen Platz in jeder Taucherweste. Informationen sind  in Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch und Deutsch angegeben. 2 Sachregister mit 6 Unterteilungen. Ein super praktisches und sehr hilfreiches Büchlein für die Tauchreise. Es gibt den Fischbestimmer für vier verschiedene Meere: Mittelmeer, Ostatlantik und Karibik, neu ist die Ausgabe Rotes Meer.
 
Ross Piper: Unbekannter Planet - Die erstaunliche Vielfalt unserer Tierwelt PDF Drucken E-Mail

Piper, Ross:

Unbekannter Planet

Die erstaunliche Vielfalt unserer Tierwelt

Harter Einband mit farbigem Titelfoto und ebensolchem Schutzumschlag

Format ca. 25 x 29 cm, 320 S. mit über 500 Abb.

Konrad Theiss Verl., Imprint der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft WBG, Darmstadt, 2014

ISBN 978-3-8062-2913-4

Preis: 49,95 €

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen:

Ein Buch, das man aufgrund seiner über 500 phantastischen Farbfotos als Bildband bezeichnen könnte, das jedoch wegen seiner tiefschürfenden Texte weit mehr ist. Es geht dabei um die Evolution. Die Geschichte des Lebens reicht rund 500 Millionen Jahre zurück. Damals entwickelten sich in aquatischen Lebensräumen die ersten Einzeller, aus denen im Laufe der Zeit all die anderen unzähligen Pflanzen- und Tierarten entstanden sind. Wie viele es wirklich waren, beziehungsweise sind, werden wir nie erfahren, und wir kennen auch noch längst nicht die ökologische Bedeutung all dieser bunten Artenvielfalt. Bisher wurden etwa 1,5 Mill. Tierarten identifiziert, aber begründeten Schätzungen zufolge sind es höchstwahrscheinlich 10-200 Mill. Verschiedener Spezies. Das heißt, trotz intensiver Forschungen schürfen wir seit zweieinhalb Jahrhunderten noch immer an der Oberfläche! So stellt die bekannte Fauna nur etwa 0,03-0,6% der Tierwelt insgesamt dar, und die uns am besten bekannte Welt der Wirbeltiere macht nur den geringsten Prozentsatz aus. Dabei stellen wir uns im Allgemeinen bislang vor, dass sich das Leben von seinen allerersten Anfängen immer weiter nach oben entwickelte, sodass schließlich wir selbst als „Krone der Schöpfung“ entstanden sind.

Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass das nach wie vor vielgebrauchte System von Linné keinesfalls so perfekt ist wie wir annehmen, sondern gleich aus mehreren Gründen nicht richtig sein kann: Natürlich war der schwedische Arzt und Naturforscher 1735, als er mit seinem System der Natur begann und die wissenschaftliche Nomenklatur entwickelte, dem Denken seiner Zeit unterworfen. Die Religion spielte dabei eine große Rolle und die heutigen Möglichkeiten der Forschung standen ihm nicht zur Verfügung. Heute wissen wir, dass es bei der Entwicklung der einzelnen Lebensarten keine vorbestimmte Richtung gibt, dass sich einzelne Arten durchaus auch rückentwickeln können, und verwandtschaftliche Verhältnisse erscheinen in gänzlich neuem Licht.

Das Buch zeigt nun den Lebensbaum so, wie die verwandtschaftlichen Verhältnisse, die Stämme, Familien und Arten tatsächlich sind. Er weist auf die positiven Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Arten hin, um die Natur im Gleichgewicht zu halten. Es geht also insgesamt nicht darum, nur den Artenreichtum aufzuzeigen, sondern vor allem auch zu schützen, um das gesamte Lebenssystem, wie es sich trotz aller Umweltsünden noch immer darstellt, zu bewahren und zu schützen, um letztlich auch uns selbst ein Weiterleben zu ermöglichen. Immerhin sind wir gegenwärtig mit dem Gegenteil beschäftigt. Unser menschliches Handeln, vor allem der CO2-Anstieg und die zunehmende Versauerung der Meere, die Umweltverschmutzung, die Abholzung der Urwälder usw. hat zum stärksten Artensterben geführt, das die Erde je erlebt hat. Der Ausgang ist offen. Aber lesen Sie das Buch selbst! Und schauen Sie sich die Bilder an. Es ist nicht nur ein ästhetischer Genuss, diesen Fotos zu folgen, die zumeist aus dem aquatischen Lebensraum stammen. Sie warten teilweise mit Details auf, die wir im Allgemeinen noch nie so gesehen haben, da dafür zu starke Vergrößerungen erforderlich sind. Viele Fotos sind mit dem Mikroskop, andere gar rasterelektronenmikroskopisch aufgenommen. Dadurch wird ein unvergleichlicher Formenreichtum sichtbar, eine Schönheit und eine Ästhetik, wie man sie sich reizvoller kaum vorstellen kann. Ein ganz besonders empfehlenswertes Buch.

    

 
Susan Middleton: In den Tiefen des Ozeans - Die schillernde Welt der Wirbellosen PDF Drucken E-Mail

Middleton, Susan:

In den Tiefen des Ozeans

Die schillernde Welt der Wirbellosen

Harter Einband mit farbigem Titelfoto und farbigem Schutzumschlag

Format ca. 26 x 31 cm, 256 S. mit vielen Farbfotos

Knesebeck Verlag, München, 2014

ISBN 978-3-86873-744-8

Preis: 49.95 €  

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen:

Ein Bildband der absoluten Spitzenklasse! Es sind keine UW-Fotos im üblichen Sinne, sondern alle Bilder sind in einem Forschungslabor des „Friday Harbour Marine Lab“ entstanden, in dem Räumlichkeiten zeitweise zum Fotolabor umgestaltet wurden. Insgesamt hat Susan Middleton sieben Jahre dort gearbeitet und fotografiert, um später die interessantesten und schönsten Fotos zu diesem Bildband zusammenzustellen. Es sind ausschließlich Bilder von Invertebraten, die (unverständlicherweise) oft als Niedere Tiere bezeichnet werden und deren Bedeutung für das Leben im Meer erst heutzutage einigermaßen erfasst wird. Es sind Tiere, die ihrem Lebensraum auf ganz besondere Art und Weise angepasst sind, die nicht nur arten- und zahlenmäßig (Insekten nicht mitgerechnet) die Wirbeltiere bei weitem übertreffen, die zum Teil höchstentwickelte Sinnesorgane besitzen, von denen wir Menschen nur träumen können, und die vom Körperbau her gesehen sehr unterschiedlich wirken. Sie sind dermaßen effizient, dass sie die Erde schon viele Millionen Jahre länger bewohnen als wir Menschen. Das Besondere an diesen Bildern ist, dass die jeweils dargestellten Arten – Stachelhäuter, Weichtiere, Würmer, Krebse, Nessel- und Hohltiere und viele andere mehr – jeweils freigestellt vor einem weißen oder schwarzen Hintergrund dargestellt werden. Dadurch wird der Blick durch nichts abgelenkt und man kann sich weitaus besser auf die jeweiligen Besonderheiten des Körperbaus und ihrer Organe konzentrieren, als das bei normalen UW-Aufnahmen der Fall ist, wo solche Details meist total verschwinden. So kommt die Besonderheit der einzelnen Arten, ihre außergewöhnliche Schönheit und Anmut weitaus besser zur Geltung. Aber das ist noch nicht alles: Sylvia Earl hat ein sehr interessantes Vorwort zu diesem Buch verfasst. Außerdem berichten die beigegebenen Artikel u. a. auch von unseren Umweltsünden, vor allem der Versauerung der Meere, unter der diese Tiere in besonderer Art und Weise leiden, und die vielleicht dazu angetan sind, unsere eigenen menschlichen Lebensgrundlagen mit zu vernichten. Des Weiteren erfahren wir darüber hinaus auch noch viel über grundsätzliche Zusammenhänge des Lebens und ihrer Erscheinungsformen. Zu den einzelnen Fotos hat Bernadette V. Holthuis am Ende des Buches das Wichtigste aus dem Leben dieser Tiere zusammengefasst. Dabei macht sie darauf aufmerksam, dass in diesem Buch überwiegend amerikanische Wassertiere vorgestellt werden, für die es keine deutschen Trivialnamen gibt. Sofern vorhanden, werden jedoch auch diese nach den englischen und vor den wissenschaftlichen Namen angegeben. Ein ganz besonders empfehlenswertes Buch.

 
Wulf H. Koehler: Von der Waljagd zur Walbeobachtung PDF Drucken E-Mail

Koehler, Wulf H.:

Von der Waljagd zur Walbeobachtung

Harter Einband mit farbigem Titelbild

Format ca. 22,8 x 28,5 cm quer

211 S. mit 270 Abb.

Publiçor Editores, Ponta Delgada, Portugal, 2014

ISBN 978-989-735-057-3

Preis: 34,95 € oder signiert durch den Autor (zzgl. Porto) Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen:

Wulf H. Koehler würdigt mit diesem, seinem ersten Buch, nicht nur seine neue Wahlheimat, die Azoren, auf besondere Art und Weise, sondern er beschreibt vor allem die dortige Geschichte des Pottwal-Fangs von den allerersten Anfängen über ihren Höhepunkt bis hin zum touristischen Whale-Watching von heute, wobei er gleichzeitig auf die Bedeutung dieses Ökosystems eingeht. Ebenso erfahren wir von den ehemaligen Ausguckposten auf den Inseln, die die Meeresoberfläche nach dem „Blas“ absuchten, bis hin zu den mühevollen und gefährlichen Fangfahrten, die vor allem durch die Erzählungen der Tochter eines Walfängers so richtig lebendig werden! Natürlich berichtet der Autor auch das Wichtigste zum entsprechenden Bootsbau und die Herstellung der Harpunen, ebenso wie erlegte Pottwale angelandet wurden, wie es in den Verarbeitungsbetrieben herging – und was davon heute noch zu sehen ist. Ein sehr gut recherchiertes Buch, das mit viel historischem Bildmaterial einen sehr guten Eindruck verschafft. Das im Querformat gedruckte Buch ist dreisprachig (portugiesisch, englisch deutsch) und sehr empfehlenswert für alle, die das Meer lieben und sich für die Geschichte der Waljagd interessieren.

 
Weissert Franz: Lexikon der Süßwasserfische PDF Drucken E-Mail
Weissert, Franz:

Lexikon der Süßwasserfische

Broschiert mit farbigem Titelbild, ca. 14x20,5 cm104 S. mit vielen Fotos

Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart, 2007

ISBN 978-3-275-11625-9

Preis: 12,95 Euro

Buchbesprechung von Wolfgang Freihen 
 
Dieses Bändchen richtet sich wohl überwiegend an Angler, ist aber auch für uns Tauchsportler durchaus von Interesse, wenn es darum geht, die Fische zu bestimmen, denen man bei seinen Tauchgängen in unseren heimischen Gewässern begegnet.
Um weiterzulesen, bitte registrieren, …
 
Die Sprache der Fische: Großer Lauschangriff PDF Drucken E-Mail

Aus dem Mitgliedermagazin des SUSV „Nereus“ www.susv.ch

aufmacherDer Forscher Roland Kurt widerlegt durch seine Arbeit eine Annahme, die wir Menschen gerne als Tatsache hinstellen: Dass Fische stumm seien. Seine Aufsehen erregenden Ergebnisse hat der Berner jetzt in einem Buch zusammengefasst.  Nach 30 Jahren Forschung steht fest: Unsere heimischen Flossenträger kommunizieren akustisch unter Wasser. Einige Fischarten sind besonders lautaktiv, und jede Art kommuniziert in ihrer eigenen, geheimnisvollen Sprache. Es wird getrommelt, gepfiffen, gefaucht, geknallt, gegrunzt und geknurrt. Während die Friedfische ihre Laute vor allem zur Kommunikation verwenden, setzen unsere Raubfische ihre Laute gezielt zur Jagd auf Beutefische ein; diese Entdeckung darf als Sensation bezeichnet werden.
Aufgenommen wurden die Laute der Fische, Unterwasserinsekten und Erdkröten alle mit einem hochsensiblen Hydrofon (Unterwassermikrofon), welches der deutsche Ingenieur Herbert Tiepelt entwickelt und gebaut hat. Er hat vor vielen Jahren mit der akustischen Forschung im Süßwasser begonnen. Roland Kurt hat den deutschen Hobbyforscher vor rund fünf Jahren zufällig kennen gelernt. Aus der anfänglichen Zusammenarbeit wurde Freundschaft. Leider ist Herbert Tiepelt vor zwei Jahren gestorben. Roland Kurt forscht seither alleine weiter. Sein nun veröffentlichtes Buch widmet er seinem verstorbenen Forscherkollegen und Freund.
Es sieht schon etwas sonderbar aus, wenn Roland Kurt mit aufgesetzten Kopfhörern und eingetauchtem Mikrofon am Wasser sitzt. Passanten schütteln dann ungläubig den Kopf oder fragen nach, ob es ihm gut gehe. Deshalb verlegte der Hobbyforscher seine Lauschangriffe auf unsere Flossenträger in die Nachtstunden. Doch das Auge des Gesetzes schläft nie und so werden zwei Polizisten Anlass zu einer netten Anekdote: Eines Nachts sitzt Kurt lauschend auf seinem Klappstuhl am Murtensee. Die nahe Kirchenuhr kündigt gerade die Geisterstunde an. Da erscheinen plötzlich zwei Polizisten und unterbrechen das verdächtige Treiben durch eine Ausweiskontrolle. Sie wollen wissen, was Kurt zu so später Stunde am See mache. Als er den Gesetzeshütern erklärte, er höre den Fischen zu, meinten die zuerst, er sei betrunken. Und als sie dann merkten, dass Kurt wirklich einer ernsten Tätigkeit nachging, folgte ungläubiges Kopfschütteln.
mussDie Entdeckung, dass Süßwasserfische akustisch aktiv sind und man ihnen Laute zuordnen kann, ist auch für die Wissenschaft relevant. Selbst renommierte Wissenschaftler sind von der Arbeit des Berner Hobbyforschers und dessen Buch begeistert. Dr. Christian Kropf, Konservator am Naturhistorischen Museum Bern und Dozent an der hiesigen Universität, ist beeindruckt: „Roland Kurt hat mit diesem Buch Pionierarbeit geleistet und beweist, dass das akustische Leben im Süßwasser weitaus ausgeprägter ist, als bisher angenommen“.
Taucher entdecken in die Tiefen unserer Gewässer neben bizarren Unterwasserlandschaften auch die verschiedensten Fische. Begegnungen mit Barsch, Zander und Hecht sind keine Seltenheit, auch kapitale Karpfen trifft man hin und wieder, das Schwimmen unter Wasser mit einem  gigantischen Wels lässt jedes Taucherherz höher schlagen. Deshalb ist Kurts Buch auch und vor allem für Taucher interessant, da das Verhalten der Fische unter Wasser auch in sehr engem  Zusammenhang mit ihrer Lautgebung steht.
Ein Beispiel: Sind Sie bei einem Ihrer Tauchgänge schon einmal während der Laichzeit einem nesthütenden, männlichen Zander begegnet? Haben Sie erlebt, wie aggressiv der Zander dann den Laich und seine frisch geschlüpfte Brut verteidigt und der kleine Fisch selbst riesige Taucher in die Flucht schlägt? Genau dann, während seiner Attacke, sendet der Zander sehr laute Geräusche aus. Wir können sie nicht hören. Andere Fische, potentielle Nesträuber also, werden durch die Geräusche aber in die Flucht geschlagen.
Neben der Wissenschaft sind auch die Medien auf den Fischlauscher aufmerksam geworden, zahlreiche Berichte sind bereits in der Tagespresse, in Zeitschriften und im Radio erschienen. Selbst Auftritte im Schweizer Fernsehen sind geplant oder schon umgesetzt. Dieses Buch hat in der Schweiz bereits einiges ausgelöst, und ein ähnliches Medienecho wird dem Werk auch in Deutschland und Österreich vorausgesagt. So sind zum Beispiel schon Berichte und Interviews fürs österreichische Fernsehen in Vorbereitung.
 
Roland Kurt: Stumm wie ein Fisch?
 
muss2Roland Kurt entführt uns mit seinem Buch in die geheimnisvolle Welt der Süßwasserfische. Wir Taucher beobachten diese zwar während unserer Abstiege, sind jedoch nicht in der Lage, deren Laute mit bloßem Ohr zu hören. Dazu ist eine hochempfindliche Technik nötig. Die wiederum setzt Roland Kurt ein, der jetzt die Ergebnisse seines Lauschangriffs auf 168 Seiten zusammengefasst hat. Darüber hinaus ist das Buch reich bebildert und auch für Laien verständlich geschrieben. Dem Buch liegt auch eine CD bei, worauf die Laute unserer heimischen Fischarten zu hören sind.

Bestellungen:
Roland Kurt
Stumm wie ein Fisch?
Verlag Andreas Mächler, Riehen
ISBN:  978-3-905678-38-3
Preis: 29 Euro / 45 Franken

Oder direkt beim Autor,
auf Wunsch mit Widmung:
Roland Kurt
Adlerweg 2
CH-3322 Schonbühl
 
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